Der Radweg am Philippsdamm in Höhe der Augärten: Ab hier ist für Kfz-Durchgangsverkehr von Montag an gesperrt. Zwei Poller versperren dann den Auto-Anliegern den Weg.
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Der Radweg am Philippsdamm in Höhe der Augärten: Ab hier ist für Kfz-Durchgangsverkehr von Montag an gesperrt. Zwei Poller versperren dann den Auto-Anliegern den Weg.

Stadt spricht von Kompromiss

Neue Verkehrsführung in Augärten sorgt für Ärger

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Der Philippsdamm wird für den Kfz-Durchgangsverkehr gesperrt. Vier Nebenwege bekommen Poller.

Limburg -Für die Stadt Limburg ist es ein "Kompromiss", mit dem sie leben kann. Für einige Gartenbesitzer in den Augärten ist es eine Einschränkung, mit der sie wohl nicht so gut leben können.

Die Verkehrsführung in der Kleingartenanlage wird für die Autofahrer geändert. Ein wichtiger Abschnitt auf der Hauptzufahrt auf der Lahnseite (Am Philippsdamm) - ein Radweg mit wassergebundener Decke - wird für den Anliegerautoverkehr gesperrt. Nur Rettungsfahrzeuge dürfen durch, die einen Universalschlüssel für die Poller haben.

Die Zufahrt (mit dem Auto) erfolgt für die Gartenbesitzer von Montag an in erster Linie über die andere Seite der Augärten (Am Renngraben). Auf Begeisterung stößt dies bei vielen Gartenbesitzern und -pächtern nicht.

Der Stadt sind vor allem die Autofahrer ein Dorn im Auge, die auf dem Philippsdamm ihr Fahrzeug abgestellt haben. Dieser Weg sei "nicht nur zum Parken zweckentfremdet worden", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt, "sondern auch durch Wendemanöver in Mitleidenschaft gezogen worden". Durch die Kfz-Sperrung sollen nun weitere Wegeschäden vermieden werden.

Allein in den vergangenen vier Jahren habe die Stadt mehr als 10 000 Euro investiert, um die Wege in der Kleingartenanlage "In den Augärten" und vor allem den Radweg R 8 entlang der Gärten (Philippsdamm) instand zu setzen - auch die dort vorhandenen Schäden seien vor allem durch Autos verursacht worden.

Aus der Sicht von Harald Jung (72), ein Gartennutzer und Sprecher mehrerer Betroffener, werden die Schäden auf dem Weg in erster Linie von anderen verursacht. Er weist auf Beschäftigte der Glashütte hin, die direkt an die Augärten angrenzt. Im Feierabendverkehr werde der Philippsdamm als Schleichweg missbraucht, wenn es Richtung Ste.-Foy-Straße einen Rückstau gebe.

Und in welchem Abschnitt wird der Philippsdamm nun für den Kfz-Durchgangsverkehr gesperrt? Hinter der Walderdorffstraße beginnt die Sperrung (geradeaus Richtung Glashütte) in Höhe des ersten Gartenwegs, der links abzweigt. Auf der anderen Seite ist es von Montag an nur noch möglich, bis zum Schlehenweg mit dem Auto zu fahren; geradeaus (Richtung Lichfieldbrücke) ist der Weg mit den neuen Pollern versperrt. Die vier Nebenwege dazwischen werden ebenfalls mit Pollern versperrt und dadurch zu Sackgassen.

Aber - es hätte für die Gartenbesitzer weitaus schlimmer kommen können. Denn wie der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, auf Anfrage mitteilt, gab es seitens der Stadt zunächst die Überlegung, die Zufahrt mit dem Auto zu den einzelnen Gärten, die in einem Wasserschutzgebiet liegen, nur noch für zwei Wochen im April zuzulassen (um zum Beispiel Gartengeräte und Blumenerde zu transportieren). Doch wer in der Au seinen Garten hat, nutzt den in der Regel das ganze Jahr über. Der Aufschrei war entsprechend groß, die Stadt ruderte in dieser Frage zurück, aber nur bis zum Philippsdamm.

Der Kompromiss aus Sicht der Stadt lautet nun: Die einzelnen Grundstücke in den Augärten dürfen weiterhin das ganze Jahr über mit dem Auto angefahren werden - aber nur zum Be- und Entladen. Im Grunde galt diese Regelung schon immer - nur hat sich daran nicht jeder gehalten. Viele Gartenbesitzer haben sich auf ihrem Grundstück eine Stellfläche für ihr Auto geschaffen, von der Stadt zähneknirschend geduldet. Die Stadt betont in einem Schreiben an die Gartenbesitzer nun, diese müssten nach dem Entladen ihr Auto wieder wegfahren und auf offiziellen Parkflächen abstellen.

Für Harald Jung ist das unverständlich. Die Stellflächen auf den Grundstücken seien extra geschaffen worden, damit die Autos beim Be- und Entladen nicht auf den engen Wegen, durch die nur jeweils ein Auto passt, stehen bleiben und andere blockieren. Und die Parkplätze in der Umgebung seien oft nicht frei.

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