So sieht die Startseite des neuen Internet-Portals "Limburg & Du" aus: In der Suchmaske kann nach einzelnen Geschäften, Restaurants und Dienstleistern gesucht werden; eine Corona-Ampel zeigt an, was beim Einkaufen erlaubt ist und was nicht.
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So sieht die Startseite des neuen Internet-Portals "Limburg & Du" aus: In der Suchmaske kann nach einzelnen Geschäften, Restaurants und Dienstleistern gesucht werden; eine Corona-Ampel zeigt an, was beim Einkaufen erlaubt ist und was nicht.

Zusammenarbeit von Stadt und City Ring

Neues Stadtportal für Limburg im Internet

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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  • Bernd Lormann
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Wie Einkaufen und Essengehen in der Domstadt attraktiver werden sollen.

Limburg -Der Besuch der Limburger Innenstadt, um sich mit Waren oder Essen zu versorgen oder zum Friseur zu gehen, soll schon in der Corona-Pandemie einfacher möglich sein als derzeit und vor allem nach der Pandemie deutlich attraktiver werden. Deshalb setzt die Stadt Limburg zusammen mit dem City Ring als Vertreter des heimischen Einzelhandels auf ein neues Portal im Internet.

Die Homepage "Limburg & Du" (www.limburg-und-du.de) ist nun freigeschaltet und bietet allen, die Limburg besuchen und in der Stadt einkaufen, Essen gehen (oder abholen) sowie bestimmte Dienstleistungen nutzen wollen, schon während der Pandemie mit all ihren Auflagen einen Überblick über Geschäfte und Restaurants, aber auch Museen wie das Diözesanmuseum sowie Gewerbetreibende in allen Stadtteilen und führt auch alle Testzentren auf, die kostenfreie Coronatests anbieten.

Mehr als 250 Händler, Gastronomen und Unternehmer sind bereits auf der Plattform vertreten. Solange die Pandemie die Menschen noch einschränkt, können auf dem Portal auch Termine vereinbart werden (zum Beispiel auch beim Friseur). Nach der Pandemie soll die Plattform, an der sich jeder Gewerbetreibende in Limburg kostenfrei beteiligen kann, weiter genutzt werden, um jedem Limburg-Besucher und jedem Bürger einen Überblick über Angebote, Öffnungszeiten und Online-Shops zu geben.

Corona-Ampel: Die Corona-Pandemie war der Auslöser, dieses digitale Angebot zu schaffen, das das Limburger Stadtmarketing zusammen mit dem City Ring entwickelt hat. Solange es noch Einschränkungen gibt, zeigt das Portal auf der Startseite eine täglich aktualisierte Corona-Ampel an, die vorgibt, welche Einschränkungen gerade gelten. Diese Ampel wird heute noch Rot zeigen. Weil der Inzidenzwert im Landkreis Limburg-Weilburg zu hoch ist, ist in der Limburger Innenstadt weiterhin nur "Click & Collect" möglich, also das Abholen von telefonisch oder online bestellter Waren. Das gilt auch für die Gastronomie: Bestelltes Essen kann nur abgeholt werden.

"Click & Meet" : City-Ring-Vorsitzender Horst O. Hoppe hofft, möglichst bald wieder "Click & Meet" in der Limburger Innenstadt anbieten zu können (gelbe Corona-Ampel). Das heißt, dann dürfen Kunden (entweder geimpft oder mit einem negativen Corona-Test) wieder in die Geschäfte, wenn sie einen Termin vereinbart haben. Die neue Plattform "Limburg & Du" soll dabei helfen, unkompliziert diese Termine online zu vereinbaren. Bislang bieten 50 Geschäfte in Limburg diese Terminvergabe auf der neuen digitalen Plattform an - mit finanzieller Unterstützung der Stadt Limburg übrigens, die dieses für die Unternehmen eigentlich kostenpflichtige Angebot (bezieht sich nur auf die Terminvergabe) komplett bezahlt, und zwar für insgesamt 200 Unternehmen. Möglicherweise wird die Stadt aber auch noch mehr Unternehmer so unterstützen, wenn dieses Angebot ausgeschöpft ist und die Stadtverordneten einer weiteren finanziellen Unterstützung durch die Stadt zustimmen. Das deuteten bei der gestrigen Vorstellung des Portals sowohl Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) als auch der Leiter des Stadtmarketing, Hilmar von Schenck, an.

Terminvergabe: Solange spontanes Einkaufen und Essen nicht möglich sind, kann jeder Gewerbetreibende auf "Limburg & Du" festlegen, ob er im 15-, 30- oder 60-Minuten-Takt Termine vergeben will. Für die Buchung eines Termins stehen nach Angaben der Stadt drei Möglichkeiten zur Verfügung: Der Kunde registriert sich entweder per Gastzugang oder (sofern vorhanden) mit Hilfe des eigenen Facebook-Kontos oder einem Timify-Konto.

Online-Shopping: Die Folgen der Pandemie haben besonders drastisch aufgezeigt, wie wichtig es ist, seine Produkte auch im Internet zu verkaufen. Limburger Unternehmen, die dies bereits tun und auf "Limburg & Du" vertreten sind, können dies miteinander verknüpfen. Wer auf dieser Plattform ein solches Einzelhandelsgeschäft findet, kommt mit einem Klick direkt auf den jeweiligen Online-Shop.

Regionales Portal: "Limburg & Du" kann zwar für andere heimische Kommunen als Vorbild dienen, ist aber von vornherein als eigenständige Plattform ohne Erweiterung für andere Kommunen gedacht. Das erklärte in der Pressekonferenz der Vertreter des Handelsverbands Hessen-Süd aus Frankfurt, Silvio Zeizinger. Regionale Portale seien im Tourismus sicherlich sinnvoll, nicht aber, wenn es darum gehe, alle relevanten Angebote fürs Einkaufen, die Gastronomie und die Freizeitgestaltung in einer Stadt zu bündeln. Das heißt: Wenn Städte wie Bad Camberg oder Weilburg etwas Ähnliches anbieten wollen, müssen sie ihr eigenes digitales Angebot schaffen.

Gutscheine: Auf dem neuen Portal wird auch angezeigt, welche Geschäfte den Gutschein "Das Limburg Plus" akzeptieren. Zur Unterstützung der heimischen Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe hatte die Stadt diese Gutscheinaktion ins Leben gerufen. Wer 25 Euro bezahlt, profitiert mit seinem Gutschein von einen Warenwert in Höhe von 35 Euro (die zehn Euro Differenz finanziert die Stadt). Bislang können die maximal vier Gutscheine pro Person nur online erworben werden. 18 127 Gutscheine sind nach Angaben von Sabine Weilemann vom Amt für Stadtmarketing bislang verkauft worden. Die Stadt hat für die Gutscheinaktion eine Million Euro zur Verfügung gestellt, finanziert also 100 000 Gutscheine. Wenn die Geschäfte wieder regulär öffnen können, sollen die Gutscheine in der Größe einer EC-Karte auch analog verkauft werden.

Zusätzliche Soforthilfen des Kreises

wegen des Lockdowns nicht in Sicht

Soforthilfen des Landkreises Limburg-Weilburg für Einzelhandel, Gastronomie und touristische Betriebe zusätzlich zu den Hilfen des Bundes wird es aufgrund der Corona-Pandemie aktuell nicht geben. Dazu könnten die Fraktionen aber Vorschläge bei den anstehenden Haushaltsberatungen machen. Das geht aus einer Antwort von Landrat Michael Köberle (CDU) in der jüngsten Sitzung des Kreistages Limburg-Weilburg hervor.

Die Fraktion der Freien Wähler hatte noch vor der Kommunalwahl am 14. März einen entsprechenden Antrag gestellt, wie der Kreis in Zeiten des Lockdowns Einzelhandel, Gastronomie und touristische Betriebe finanziell unterstützen könne. Wie Peter Trottmann (CDU) berichtete, habe der zuständige Ausschuss am 22. März den Kreisausschuss einmütig beauftragt, Möglichkeiten der Unterstützung zu prüfen. In dieser Sitzung hatten sowohl Mitglieder des Ausschusses als auch von Gastronomie, Handel und Wirtschaft geladenen Gäste berichtet, die wirtschaftliche Lage sei sehr ernst. Zahlreiche Insolvenzen seien zu befürchten.

Laut Landrat Köberle gibt es im Landkreis aktuell 681 Einzelhandels- sowie 655 Hotel- und Gaststättenbetriebe; hinzu komme eine vierstellige Zahl von Kleinstbetrieben. Wie der Landrat weiter ausführt, sollte der Kreis bei Liquiditätsproblemen Soforthilfen leisten, entfielen auf das Hotel- und Gaststättengewerbe rund 2,6 Millionen Euro und weitere 3,1 Millionen Euro auf Handel- und Kleinstbetriebe. Das sei nicht finanzierbar. Köberle schlug vor, diese finanzielle Ausgangsbasis sollte in den zuständigen Ausschüssen diskutiert werden.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Valentin Bleul, bedauerte, dass der Beschluss des zuständigen Ausschusses keine Perspektiven aufzeige. Schon der Kreisausschuss hätte ein Konzept vorlegen können, leider seien bisher alle Beteiligten keinen Schritt weiter gekommen. Landrat Köberle gab zu verstehen, die Gremien des Kreises seien derzeit noch mit der Aufstellung des Nachtragshaushalts 2021 beschäftigt. Die Mitglieder des Kreistags beschlossen einstimmig, die Möglichkeiten für Soforthilfen an Gastronomie, Einzelhandel und touristische Betriebe weiter zu prüfen.

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