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Die Masken treffen später ein als erwartet.

Noch immer nicht alle Schutzmasken für die Bürger im Kreis Limburg-Weilburg eingetroffen

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Landkreis hat eine Million Stück in China bestellt. Die Verteilung in den Kommunen muss verschoben werden.

Limburg -Die Verteilung von insgesamt einer Million Schutzmasken aus China an die mehr als 172 000 Einwohner im Landkreis Limburg-Weilburg verzögert sich überraschend. Die für den zentralen Einkauf zuständige Kreisverwaltung in Limburg teilte gestern mit, die für Mittwoch geplante zentrale Übergabe der Schutzmasken an alle Kommunen müsse auf nächste Woche verschoben werden. Der Landkreis hat insgesamt eine Millionen Masken bestellt und will diese zum Selbstkostenpreis an die insgesamt 19 Kommunen abgeben.

"Unser Lieferant hat uns am Montag mitgeteilt, dass die bestellten eine Million Schutzmasken am Frankfurter Flughafen eingetroffen sind", teilte Landrat Michael Köberle (CDU) mit. Daraufhin habe die Kreisverwaltung alle Bürgermeister darüber informiert, "dass wir die Masken am Mittwoch verteilen können. Wir hatten sogar schon Personen nach Frankfurt zum Abholen der Masken geschickt. Es stellte sich am Dienstag aber heraus, dass bislang erst ein kleiner Teil der Masken in Frankfurt angekommen ist", teilte der Landrat weiter mit. Unter anderem stehe eine weitere Maschine mit der bestellten Fracht aktuell noch in Katar.

In der Kreisverwaltung geht man nun davon aus, dass alle Schutzmasken bis zum Samstag in Frankfurt eintreffen und die Verteilung an die Städte und Gemeinden in der kommenden Woche stattfinden kann. Dementsprechend verzögert sich die Weitergabe in den Kommunen an die Bürger.

Die Stadt Limburg zum Beispiel hatte schon am vergangenen Freitag angekündigt, die vom Landkreis für Limburg zugeteilten mehr als 200 000 Masken durch die freiwilligen Feuerwehren kostenfrei verteilen lassen zu wollen, und zwar acht Stück an jeden Haushalt. Die Verteilung sollte ursprünglich am kommenden Samstag beginnen und muss nun ebenfalls auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

"Wir bedauern sehr, dass die Masken nun verspätet ankommen", sagt Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD). "Wir haben uns auf die Zusage des Landkreises verlassen, dass die Masken am heutigen Mittwoch zur Verfügung stehen." Einen neuen Termin für die Verteilung kann der Limburger Bürgermeister deshalb noch nicht nennen.

Seit Montag gilt auch in Hessen eine Maskenpflicht im Einzelhandel - in Geschäften und Supermärkten, aber auch auf den Wochenmärkten -, in Bussen und Bahnen, in Bank- und Postfilialen, also überall dort, wo sich fremde Menschen näher kommen können. Sie gilt allerdings auch dann als erfüllt, wenn ein Schal, ein Tuch oder eine selbstgenähte Maske verwendet werden.

Teilweise muss

bezahlt werden

Die Gemeinde Hünfelden will die vom Landkreis zentral besorgten Schutzmasken allerdings nicht kostenfrei an ihre Bürger abgeben, so wie übrigens auch die Nachbargemeinden Bad Camberg, Selters und Brechen nicht. Alle vier Kommunen verlangen fünf Euro. In Bad Camberg, Selters und Brechen erhält jeder Haushalt für diesen Preis zwölf Schutzmasken, in Hünfelden sind es zehn. Die Masken müssen in den Rathäusern oder im Bürgerbüro abgeholt werden.

Warum geben Kommunen wie Limburg, aber auch Elz (zehn Masken pro Haushalt) die Schutzmasken kostenfrei an ihre Bürger weiter, andere Kommunen hingegen nicht?

Hünfeldens Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (parteilos) nennt auf Anfrage mehrere Gründe. Zum einen sei Hünfelden eine finanzschwache Kommune. Zum anderen verdiene ihre Gemeinde nichts daran, wenn die Masken zum Einkaufspreis an die Bürger weitergegeben würden. Die Frage sei, welchen Wert jeder Bürger den Masken gebe, die mit großem Aufwand nach Deutschland transportiert würden, wenn er sie geschenkt bekomme. Außerdem brauche oder wolle nicht jeder Haushalt diese Masken.

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