Auch vor dem Schiede-Tunnel stehen neue Schilder und es gilt nur noch Tempo 40; vorher war Tempo 50 erlaubt.
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Auch vor dem Schiede-Tunnel stehen neue Schilder und es gilt nur noch Tempo 40; vorher war Tempo 50 erlaubt.

Zur Verbesserung der Luftqualität

Nur noch Tempo 40 auf der Schiede

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Eine Umweltspur in Limburg ist vom Tisch, weil es sonst zu erheblichen Rückstaus käme.

Limburg -Auf der Schiede (B 54) und der Frankfurter Straße (B 8) in Limburg gilt ein neues Tempolimit. Statt Tempo 50 ist jetzt nur noch Tempo 40 erlaubt, und zwar auf dem Abschnitt zwischen der Einmündung "Am Renngraben" (in Höhe der Tankstelle) kurz hinter der Lichfieldbrücke bis zur Einmündung "Am Meilenstein" (B 8) (hinter der Pallottinerkirche). Die Einführung einer Umweltspur in diesem Abschnitt ist aber vom Tisch, weil diese zu großen Verkehrsproblemen führen würde.

Die neue Tempobegrenzung soll die Luftqualität in der Innenstadt verbessern und dabei insbesondere zu einem weiteren Rückgang des durch Dieselabgase entstehenden Atemgifts Stickstoffdioxid (NO2 ) führen. Der seit dem Jahr 2010 geltende Grenzwert von 40 Mikrogramm NO2 im Jahresdurchschnitt wird am Passivsammler in Höhe des Musikhauses Sandner an der Schiede bis heute nicht eingehalten.

Verkehr in Innenstadt

soll reduziert werden

Daran hat auch der Corona-Effekt im vergangenen Jahr nichts geändert. Der hat zwar zu einem Rückgang des Verkehrs in Limburg und dadurch auch zu weniger Luftschadstoffen geführt, wird aber nicht von Dauer sein, wenn die Pandemie mit ihren Einschränkungen überwunden ist, und wieder mehr Menschen mit dem Auto in die Stadt fahren. Das heißt: Ohne weitere Maßnahmen wie unter anderem Tempo 40 lässt sich der aktuell geltende Grenzwert nicht einhalten.

In einer Pressemitteilung begrüßt die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 40 km/h auf der Schiede zur Senkung der Stickstoffdioxid-Belastung. "Das ist ein erster, aber wichtiger Schritt zur Verbesserung der Luftqualität. Die schnelle Einführung des Tempolimits wird dazu beitragen, die Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner zu senken."

Der Anordnung des Landes Hessen, Tempo 40 einzuführen, war ein Verkehrsgutachten vorausgegangen, das diese Maßnahme als effektiv für die Verbesserung der Luftqualität bewertet hat, die zudem schnell umsetzbar sei. Nach Berechnungen des Umweltministeriums sorgt allein die Umsetzung von Tempo 40 für eine Reduzierung des NO2 -Wertes im Jahresmittel um 1,5 Mikrogramm. Das klingt zunächst wenig, ist aber gleichwohl eine deutliche Verbesserung, zumal es in der Vergangenheit schon weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität gegeben hat, wie zum Beispiel die Einführung einer Umweltzone sowie weitere von der Stadt umgesetzte Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs und die Aufwertung des Anrufsammeltaxis im Laufe dieses Jahres mit einem verbesserten Angebot auch tagsüber.

Eine ebenfalls diskutierte und verkehrlich untersuchte Umweltspur auf der zweistreifigen Schiede (die nur Busse, Taxen, E-Autos und Radfahrer hätten nutzen dürfen) ist dagegen vom Tisch. Sie wird in absehbarer Zeit nicht kommen, weil sie aus Verkehrsgründen nicht umsetzbar ist.

Die vom Land beauftragten Verkehrsgutachter kamen zum Ergebnis, eine Umweltspur führe bei der derzeitigen hohen Verkehrsmenge auf der Schiede und Frankfurter Straße im Berufsverkehr zu erheblichen Rückstaus und könne erst umgesetzt werden, wenn es zuvor zu einer erheblichen Reduzierung des Verkehrs kommt.

Die Tempo-40-Schilder waren bereits in den vergangenen Tagen von Hessen Mobil aufgestellt worden, nachdem der Landkreis Limburg-Weilburg als zuständige Straßenverkehrsbehörde die Vorgabe des Landes Hessen umgesetzt hatte.

Nicht die

letzte Maßnahme

Tempo 40 wird nicht die letzte Maßnahme sein, auf die sich Autofahrer in Limburg einstellen müssen. "Wir arbeiten gemeinsam mit der Stadt an weiteren Maßnahmen, die noch vor der Sommerpause in einem fortgeschriebenen Luftreinhalteplanentwurf der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen", sagt die Ministerin. "Unser Ziel ist eine dauerhafte Einhaltung des Grenzwertes." Der Verkehr sei der Hauptverursacher der NO2-Belastung.

Das Ziel ist deshalb eine weitere Reduzierung des Verkehrs in der Innenstadt. Dazu sollen mehrere Bausteine beitragen: Schon im Sommer sollen zum Beispiel die Parkgebühren in Limburg erhöht werden. So hat es das Rechtsamt der Stadt Limburg bereits im vergangenen Jahr dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel mitgeteilt. Dort sitzt das Land Hessen auf der "Anklagebank", weil die Deutsche Umwelthilfe die Auffassung vertritt, die bisher vom Land Hessen umgesetzten Maßnahmen im Luftreinhalteplan seien nicht ausreichend, um den NO2-Grenzwert einzuhalten.

Die Einführung von Tempo 40 wird von der Stadt begrüßt, weil dies positive Auswirkungen auf die Luftqualität hat, ohne die Verkehrsprobleme zu erhöhen. "So etwas ist sicherlich sinnvoll und hilft der Stadt weiter", teilt Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) mit. Der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) sieht auch im Hinblick auf das noch in diesem Jahr vorgesehene Urteil des Verwaltungsgerichtshofs zu einem möglichen Dieselfahrverbot für Limburg "ein wichtiges Signal, dass die Stadt alles mitträgt, was sinnvoll und verhältnismäßig ist".

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