Michael Stanke und sein Limburg

Ohne Barrieren

  • VonJohannes König
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Mit der Vorstellung des Maßnahmenkatalogs „Barrierefreies Limburg 2020“ eröffnete der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) die heiße Phase des Bürgermeisterwahlkampfs.

Limburg soll barrierefrei werden: Elf Punkte für ein „Barrierefreies Limburg 2020“ stellte der CDU-Bürgermeisterkandidat Michael Stanke im Café der Seniorenresidenz am Breiten Driesch vor. Bereits in einem Jahr sollen sich die Vorschläge in der Umsetzung befinden, versprach Stanke. Der Abbau von Barrieren helfe Menschen, sich eigenständig in ihrem sozialen Umfeld bewegen zu können. Profitieren würden insbesondere Senioren, Menschen mit Behinderung, Schulkinder und junge Familien mit Kindern,

Erster Punkt ist die Schaffung eines Beirates für Menschen mit Behinderung unter Vorsitz des Limburger Sozialdezernenten. Die Mitglieder des Beirates sollen aus den Reihen der Behindertenhilfe und der Sozialverbände stammen. Organisatorisch angedockt werden soll das Gremium an das Amt des Behindertenbeauftragten der Stadt. Angedacht sind regelmäßige Ortstermine und Begänge in Limburg und den Stadtteilen. Teilnehmen sollen daran Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, um verschiedene Barrieren zu identifizieren.

Blindenleitsystem

So wurde zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Blindenbund in der Innenstadt bereits eine barrierefreie Fußgängerzone, einschließlich eines Blindenleitsystems eingerichtet. Allerdings gibt es auch noch zahlreiche Flächen, die noch nicht barrierefrei sind, erklärte Stanke. Das betreffe Straßen, Wege und Plätze, Haltestellen von Bussen und Bahnen, Friedhöfe und Bürgerhäuser. Aber auch private Einrichtungen wie Kaffees, Restaurants, Post und Banken müssten noch barrierefrei ausgebaut werden.

Als sogenannte „Mängelmelder“ sollen möglichst viele Bürger motiviert werden, konkrete Barrieren der Verwaltung im persönlichen Gespräch, per Telefon, Internet oder E-Mail mitzuteilen. Bei Unklarheiten werde umgehend ein Ortstermin vereinbart.

Mehr Geld

Da der barrierefreie Ausbau Geld koste, sollten die Finanzmittel deutlich erhöht und im Haushalt 2016 unter dem Projekttitel „Barrierefreies Limburg“ ausgewiesen werden. Für alle Baumaßnahmen der Stadt gelte künftig außerdem die Beachtung von DIN-Normen zum barrierefreien Bauen. Das Bauamt werde zudem mit dem Landkreis und den Sozialverbänden Privateigentümer über die entsprechende Gestaltung ihres Wohnraums beraten.

Weitere Punkte des Plans sind der barrierefreie öffentliche Nahverkehr, die Schaffung einer auch von behinderten Nutzern leicht zu bedienenden Internetseite sowie der Aus- und Umbau von öffentlichen Toiletten in Limburg. Gerade letzteres sei verbesserungsbedürftig, räumte der Erste Stadtrat ein. So müsse zum Beispiel die Toilette am Neumarkt im Rahmen der Neugestaltung des Platzes saniert werden. Denkbar sei auch im Zuge einer Umgestaltung des Rathauses die dortige Toilettenanlage während der Öffnungszeiten des Bürgerbüros der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Ein großes Ärgernis stelle außerdem das Parken vieler Autos auf den Bürgersteigen dar. Für Fußgänger, Familien mit Kinderwagen, Menschen in Rollstühlen sowie Senioren mit Rollatoren bleibe da wenig Platz. Konsequent müsste daher, auch durch Kontrollen, Autobesitzern aufgezeigt werden, dass die Bürgersteige keine Parkflächen darstellten.

Als letzten Vorschlag nannte Stanke noch die Ausarbeitung einer Öffentlichkeitskampagne, um möglichst viele Menschen für mehr Barrierefreiheit zu gewinnen.

(koe)

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