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Onkologische Ambulanz und Praxis nun zusammen

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Ihnen gefällt es, den ersten Patienten auch: Prof. Dr. Thomas Neuhaus und Dr. Nicola Storch waren in die Planung und Gestaltung der neuen onkologischen Ambulanz einbezogen. Sie ist nun zusammen mit der onkologischen Praxis im St. Vincenz angesiedelt.
Ihnen gefällt es, den ersten Patienten auch: Prof. Dr. Thomas Neuhaus und Dr. Nicola Storch waren in die Planung und Gestaltung der neuen onkologischen Ambulanz einbezogen. Sie ist nun zusammen mit der onkologischen Praxis im St. Vincenz angesiedelt. © St. Vincenz Krankenhaus

Am St.-Vincenz-Krankenhaus Limburg ist wieder gebaut worden, allerdings diesmal im kleinen Rahmen. Für 450 000 Euro ist aus der Station 5 Ost eine Kombination aus onkologischer Ambulanz und onkologischer Praxis entstanden.

Limburg -Mehr Platz, schönere Räume, kurze Wege - kurzum: alles besser. Und wenn die Station 5 Ost (oder das ganze Krankenhaus) jetzt auch noch eine Klimaanlage hätte, wäre es perfekt. Aber auch so sind alle sehr froh über die neuen Räume für die onkologische Ambulanz und die Praxis Onkologie, und dass jetzt beide zusammen sind - auf einer Station im St.-Vincenz-Krankenhaus.

"Das ist eine deutliche Erleichterung für alle", sagt Professor Dr. Thomas Neuhaus, Chefarzt der Onkologie am St. Vincenz. "Ich muss deutlich weniger laufen", sagt Dr. Nicola Storch, Chefin der Praxis Onkologie, und lacht. Seit Montag kann sie sich die Wege zwischen dem vierten Stock im Gesundheitszentrum am Schafsberg, den alten Räumen ihrer Praxis, und dem ersten Stock im St. Vincenz, wo früher die onkologische Ambulanz war, sparen. Aber viel wichtiger sei es, dass sich die Patienten wohlfühlen, sagt sie, in den hellen, modernen Räumen mit der guten Aussicht. Und dass endlich genug Raum ist - für die Patienten und die Kollegen.

Die Überlegungen, die onkologische Ambulanz und die onkologische Praxis zusammenzulegen, gibt es schon lange. Eigentlich schon so lange, wie es die onkologische Praxis gibt - seit 10. Juli 2017. Und dass die onkologische Ambulanz mehr Platz braucht, ist auch schon lange bekannt. "Der Platz war immer knapp", sagt Erwin Reuhl, der Vorsitzende des Verwaltungsrates. Aber ein Umbau kostet Geld und Zeit, und erst einmal musste der geeignete Raum gefunden werden. Und dann gibt es da ja auch noch die Brandschutz- und Hygieneauflagen. Im Februar 2022 konnte endlich mit dem Bau begonnen werden.

50 000 Euro kamen

von Spendern

Insgesamt 450 000 Euro hat der Umbau der Station 5 Ost gekostet. 400 000 Euro habe das Krankenhaus aus eigenen Mitteln aufgebracht, sagt Geschäftsführer Guido Wernert, 50 000 Euro kamen von Spendern dazu - von der Dehrner Krebsnothilfe, dem Lions Club Limburg-Mittellahn und von Privatpersonen. Denn auch die wissen, was sie an der onkologischen Ambulanz haben. Und einige können sich noch gut an die Zeiten erinnern, in denen auch schon mal 15 Patienten in einer Schlange an der Anmeldung warten mussten, weil es nur eine gab und der Andrang groß war.

Als er im Jahr 2008 in der Onkologie des St.-Vincenz-Krankenhauses angefangen habe, kamen pro Quartal 400 Patienten, sagt Thomas Neuhaus. Inzwischen kämen 1300 Patienten pro Quartal - die einen ein oder zweimal, die anderen mehrmals in der Woche.

Zunahme dank Qualität und Demografie

Die Zunahme um mehr als das dreifache habe mehrere Gründe, sagt Thomas Neuhaus. Natürlich habe das etwas mit der Qualität zu tun, damit, dass es sich herumgesprochen hat, wie gut die Versorgung der Onkologie-Patienten ist, aber auch ganz banal etwas mit der demographischen Entwicklung: die Menschen werden älter, werden häufiger krank und leben auch mit einer Tumorerkrankung länger. Allerdings spiegelt sich das Mehr an Patienten nicht unbedingt in den Personalzahlen wider. Früher waren es 2,5 Arztstellen, heute sind es 3,5. Beim Pflegepersonal hat sich mehr getan - von einer Stelle auf 3,5.

Dabei sind sich alle einig, dass gerade die Patienten mit Tumoren oder Bluterkrankungen eine besondere Fürsorge brauchen, Erwin Reuhl nennt sie eine "sensible Patientenklientel". Und mit der kenne sich das St. Vincenz bestens aus. Die Klinik ist seit Jahrzehnten ein onkologisches Schwerpunktkrankenhaus. Das bedeutet: In Limburg sind die Fachabteilungen vereint, die es für die Diagnostik und Behandlung von Tumorerkrankungen braucht: Onkologie und Hämatologie, Chirurgie, Orthopädie, Gastroenterologie, Urologie, Gynäkologie, Radiologie, Strahlentherapie und Pathologie. Und der essenzielle und elementare Bestandteil dieses Netzwerks sei die onkologische Ambulanz von Professor Neuhaus.

Jetzt hat sie endlich mehr Platz: 788 Quadratmeter (statt knapp 300). Das reicht für 25 Räume. In der Abteilung gibt es vier Behandlungsräume, in denen Patienten ihre Chemotherapie oder Bluttransfusionen bekommen. In zweien dieser Räume stehen je vier bequeme Sessel, in den anderen beiden je drei Betten für all jene Patienten, die lieber liegen möchten. Insgesamt 14 Behandlungsplätze hat die neue onkologische Ambulanz, drei mehr als die alte. Sie hat einen Schwesternstützpunkt, endlich einen Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter. Und vier Arztzimmer - so dass inzwischen tatsächlich jeder Arzt einen Arbeitsplatz hat und genug Raum, um auch Gespräche mit den Patienten führen zu können.

Und ganz wichtig: Jetzt gibt es drei Anmeldungen für die onkologische Ambulanz und die Praxis. "Das entzerrt und entspannt die Lage", sagt Thomas Neuhaus. Genau wie die drei Wartebereiche - für die tatsächlich auch eine Wand eingerissen werden musste - um aus zwei Dreibettzimmern ein Wartezimmer zu machen. Überhaupt soll alles etwas großzügiger und moderner wirken als eine ganz normale Station - und das beginnt schon beim Flur. Statt Monochromie in Hellgrün oder Beige changierende Farben, florale Muster und Dielenboden. Es sieht gar nicht nach Krankenhaus aus.

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