In Limburg und auch vor dem Dom fühlt sich die 23 Jahre alte Russin Kristina Rovenskaia wohl. Seit einem Jahr lebt sie in Dietkirchen.

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Optimistisch trotz Bohlen-Abfuhr: 23-jährige aus Dietkirchen hofft weiter auf Gesangskarriere

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Kristina Rovenskaia, die seit einem Jahr in Dietkirchen lebt, hat es vergeblich versucht, in einer RTL-Show zum Superstar zu werden. Doch aufgeben will die 23-Jährige nicht.

Jelena Petrowna Fischer hat es Kristina Rovenskaia als Helene Fischer vorgemacht, wie man nach der Übersiedlung aus Sibirien die deutsche Musikwelt erobern kann. Die 23-jährige Dietkirchenerin, die aus Nowosibirsk stammt, wurde aber nicht von der Schlagersängerin inspiriert, nach Deutschland zu kommen und es als selbst Sängerin zu versuchen. „In Russland kennt man Helene Fischer kaum“, sagt die junge Frau, die sich bei der RTL-Musikcastingshow „Deutschland sucht den Superstar“ versuchte.

Über eine Au-Pair-Stelle ist sie vor einem Jahr in Dietkirchen bei einem Polizistenehepaar gelandet, macht gerade ein soziales Jahr, um weiterhin in Deutschland leben zu können. Sie will nach erfolgreich abgeschlossenem Wirtschaftsstudium eine Ausbildungsstelle als Tourismuskauffrau oder im Hotelmanagement finden, damit sie weiter bleiben und nach sieben Jahren dann auch die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen kann.

Ihre Musikkarriere will sie während der Ausbildungszeit weiter vorantreiben. Profisängerin zu sein ist kein Muss für die ehemalige Sängerin des Dietkircher Kirchenchores, aber durchaus weiterhin eine Option. In Russland hat sie, wie sie erzählt, viele Musikwettbewerbe gewonnen. So hat sie einen eigenen YouTube-Kanal und irgendwann mailte ihr ein begeisterter Hörer, sie wäre die Richtige, um bei „Deutschland sucht den Superstar“ ganz weit zu kommen.

Casting in Mainz

Wer Dieter Bohlen ist, weiß Kristina Rovenskaia auch nicht erst seit diesem Jahr, denn in Russland waren er und Thomas Anders als „Modern Talking“ Stars. Auch daher fand sie die Idee gut, bei DSDS mitzumachen und den großen Dieter Bohlen persönlich kennenzulernen. Also ging sie nach Mainz zu einem Casting. Dort hätten die Redakteure zu ihr gesagt: „Du hast eine ganz tolle Stimme. Du musst weiter.“ Somit landete die junge Russin bei einem Außendreh auf Schloss Drachenburg in Königswinter vor der prominenten Jury.

Als Kristina Rovenskaia dorthin fuhr, war sie noch locker drauf und guter Dinge. Sie wollte nicht wie beim Neujahrsempfang des TuS Dietkirchen am vergangenen Sonntag Helene Fischers Hit „Atemlos durch die Nacht“ singen, sondern hatte zwei Stücke parat, mit denen sie in Russland bei Wettbewerben stets erfolgreich war: „Back to Black“ von Amy Winehouse sowie die Jazznummer „Your Heart Is As Black As Night“.

Doch dann fühlte sich Kristina Rovenskaia in der Situation plötzlich immer unwohler. „Da waren Teilnehmer, die hatten Superstimmen, wurden aber von der Jury vor mir heimgeschickt“, berichtet die 23-Jährige. Andere, die kaum etwas drauf gehabt hätten, seien hingegen in die nächste Runde gekommen. Sie wurde immer nervöser und nervöser, wäre am liebsten gar nicht mehr aufgetreten.

Nicht die Bestleistung

Daher bot sie vor der Kamera auch alles andere als eine Bestleistung, aber, wie sie glaubt, sicherlich nichts so grauenhaft Schlimmes, dass man n ihr nicht eine zweite Chance hätte geben können. Doch Bohlen zeigte sich unerbittlich und unterstellte ihr „Katzengejammer“. Auch Pietro Lombardi, selbst als DSDS-Sieger groß geworden, und Xavier Naidoo konnten mit der Klangfarbe ihrer Stimme nichts anfangen. Kristina Rovenskaia war draußen, bevor die aktuelle DSDS-Staffel so richtig begonnen hatte.

Als dieser Tage die Folge auf RTL lief, hat sie sich es gar nicht mehr selbst angesehen. Überrascht stellte sie aber später an dem Abend fest, dass sie auf Instagram Hunderte neuer Follower gewonnen hatte. „Das, obwohl ich da gar nicht mit meinem richtigen Nachnamen angemeldet bin“, wundert sich Kristina Rovenskaia. Mut hat ihr gemacht, dass die meisten Nachrichten ihr Talent bescheinigten. „Natürlich waren aber auch welche dabei, die mich zu mobben versucht haben“, erzählt sie. Aufgeben ist keine Option. Sie nimmt in Friedberg weiter Gesangsunterricht und sagt: „Ich werde es Dieter Bohlen zeigen und nächstes Jahr wieder vor die Jury treten.“

Warum sie gerade nach Deutschland ging? „Meine Schule hat eine deutsche Partnerschule in Paderborn. Ich war dann über den Austausch drei Mal in Deutschland und habe entschieden, dass ich hier meine Zukunft sehe.“ Dass die Reise mit der Au-Pair-Stelle ausgerechnet nach Dietkirchen ging, war reiner Zufall. „Ich bin es vom Studium gewohnt, meinen eigenen Weg zu gehen“, sagt Kristina Rovenskaia – auch wenn es für sie nicht immer schön ist, dass Familie und Freunde weiterhin in Russland sind. Schon zu Grundschulzeiten fing die heute 23-Jährige an, eigenhändig Klavier zu spielen, ging dann in den Schulchor. „Ab der zehnten Klasse trat ich dann als Gesangssolistin auf“, sagt sie. Vielleicht ja dann doch irgendwann auf großen Bühnen wie Helene Fischer.

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