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Die Felswand hinter dem Schützenhaus im Tal Josaphat ist durch herabstürzendes Gestein zur Gefahr für den Schießsport geworden. Wann die Anlage wieder genutzt werden kann, ist immer noch unklar.

Gutachten liegt noch nicht vor

Nach Abrutsch des Felsens: Das Ostereierschießen in Limburg fällt weiter aus

Das Außengelände des Limburger Schützenvereins ist nach dem Abrutsch von Felsgestein im März 2018 weiter nicht nutzbar. Davon ist auch das Benefiz-Ostereierschießen betroffen – obwohl es drinnen stattfinden sollte.

Limburg - In diesem Jahr wird es beim Limburger Schützenverein zum zweiten Mal in Folge kein Ostereierschießen geben. Nachdem vor einem Jahr auf dem Freigelände der Schießanlage hinter dem Schützenhaus im Eduard-Horn-Park Felsgestein abgerutscht war, hat es die Stadt als Eigentümerin noch nicht geschafft, den Hang abzusichern. Ein in Auftrag gegebenes geologisches Gutachten liegt noch nicht vor.

Zweimal hatte sich Anfang Februar und Anfang März vorigen Jahres Felsgestein gelöst, das auf das Grundstück heruntergefallen war. Der zweite Felssturz beschädigte die komplette Seilanlage der 50-Meter-Schießsportbahn und zeigte die Gefahr einer weiteren Nutzung. Diese Ereignisse hatte die Stadtverwaltung auf den Plan gerufen. Sie ist Eigentümerin des Geländes, das sie dem Verein seit 1971 in Erbpacht überlassen hat; insofern obliegt ihr die Sicherungspflicht.

Ende April hatte die Stadt dann darüber informiert, dass der steile Felsen gesichert werden soll. Wie Stadtsprecher Johannes Laubach, weiter mitteilt, wurde eine Firma beauftragt, die Bäume und den Bewuchs an der oberen Felskante zu entfernen. Ein Spezialunternehmen sollte im Anschluss die Sicherung des Felsens übernehmen.

Wand noch maroder

Nachdem der Felsen selbst vom gesamten Bewuchs befreit war, habe das beauftragte geologische Institut das Areal und den Felsen noch einmal genauer untersucht. Dabei habe sich herausgestellt, dass die 20 Meter hohe Felswand maroder ist, als zunächst vermutet wurde, und die zu dieser Zeit angedachten und beauftragten Sicherungsarbeiten nicht ausreichen. Das Fachunternehmen habe daher das Gelände geräumt und die Untersuchungen der Felswand und des umgebenden Gesteins unter Beteiligung eines Vermessungsbüros fortgesetzt, so Laubach.

Nach Angaben des städtischen Bauamtsleiters Volkmar Gundermann sollte das Gutachten der Geologen vor Weihnachten eingehen. Nun soll es in den nächsten Tagen vorliegen. Gleichzeitig werden Angaben zu den möglichen Sicherungsvarianten und den damit verbundenen Kosten erwartet. Erst anschließend kann beraten werden, wie und wann es weitergeht. Ursprünglich waren für die Sicherung 76 000 Euro vorgesehen. „Das wird deutlich überschritten werden, auch wenn die konkreten Zahlen noch nicht bekannt sind“, vermutet der Stadtsprecher.

84 000 Euro gespendet

Wegen der instabilen Situation des Felsens besteht weiterhin ein Nutzungsverbot für das Außengelände der Anlage, was zur Folge hat, dass für den Verein das Großkaliberschießen auf der 50-Meter-Bahn auf unbestimmte Zeit nicht möglich ist. Allerdings fand auf dieser Anlage keines der bisher 26 Ostereierschießen statt, die zugunsten der Lebenshilfe Limburg/Diez ausgerichtet wurden und insgesamt 84 000 Euro für die Einrichtung behinderter Menschen erbracht haben.

Das so beliebte Ostereierschießen fand immer im Schützenhaus in der sogenannten Luftdruckhalle statt. Dass es dort trotz des geschützten Innenbereichs nicht ausgetragen werden darf, liege daran, dass der Notausgang, der nicht abgeschlossen werden dürfe, in den gefährdeten Außenbereich führe und damit die Sicherheit der Besucher nicht gewährleistet werden könne, sagt der Vorsitzende des Schützenvereins, Andreas Göbel. Er bedauert es außerordentlich, dass die Benefizveranstaltung, die zahlreiche Besucher ins Schützenhaus führte, ein weiteres Mal ausfallen muss.

von Dieter Fluck

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