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Freuen sich auf die neue Saison (von links): Trainer Michael Morawiec-Zingel, Jermain Pedrazza, Paul Becker, Maximilian Meuth und Daniel Hassler (Trainer) vom RSV Würges.

Fußball

Ein Quintett will die Gruppenliga aufmischen

Nervös wie die Rennpferde sitzen die fünf Gruppenliga-Vereine aus dem NNP-Land in den Startlöchern. Am kommenden Wochenende geht’s los.

Wann hat es das zuletzt gegeben: Gleich fünf Vereine aus dem Fußballkreis Limburg-Weilburg starten am Sonntag, 29. Juli, in die Saison der Gruppenliga Wiesbaden. Zum Auftakt sind zwei Derbys angesetzt: Aufsteiger SG Kirberg/Ohren/Nauheim trifft im Süd-Duell auf den RSV Würges, im Norden erwartet der SV Rot-Weiß Hadamar 2 den zweiten Aufsteiger, SV Elz. Der RSV Weyer hat es mit dem SC Meso-Nassau Wiesbaden zu tun. Anstoß: Sonntag, 15 Uhr.

SV Elz. Auch wenn sich Spielertrainer Mehmet Dragusha zum Ende der Vorbereitungszeit noch ein paar Tage Familien-Urlaub in seiner Heimat Albanien gegönnt hat, nimmt man das „Abenteuer Gruppenliga“ bei Aufsteiger und Kreisoberliga-Meister SV Elz keineswegs auf die leichte Schulter. Aber schließlich hat man bei den Gelb-Schwarzen ja noch immer die „Allzweckwaffe“ Heinz Zimmer. Der leitete während der Dragusha-Auszeit das Training des Gruppenliga-Rückkehrers Schulter an Schulter und in Co.-Produktion mit den erfahrenen Spielern Timo Schlag, Markus Balmert und Benjamin Lüpke.

Die Mannschaft ist nahezu komplett beisammen geblieben und hat sich mit den Koochi-Brüdern Ajmir und Ajmal von der TuS Lindenholzhausen verstärkt. Und endlich kann der SV Elz auch auf eigene, hoffnungsvolle Jugendspieler zurückgreifen, die ins Team integriert werden sollen.

Natürlich gilt auch in Elz als oberstes Gebot der Klassenerhalt und selbstverständlich hat man aus der „Fahrstuhl-Saison“ 2014/15 gelernt, als das Team als Aufsteiger direkt wieder den Weg in die Kreisoberliga hatte antreten müssen. „Wir haben hoffentlich gelernt, uns nicht wie damals zu unsinnigen Undiszipliniertheiten hinreißen zu lassen, und müssen auch vor dem Tor effektiv sein“, sagt Heinz Zimmer überzeugt. „Wir haben damals sehr viele Spiele erst in der Schlussphase verloren, das darf uns jetzt nicht mehr passieren.“

SV Rot-Weiß Hadamar 2. Nachdem er nach der Winterpause für Torsten Kierdorf übernommen hatte, verantwortete Spielertrainer Sascha Merfels jetzt die Vorbereitung seines Teams erstmals in Eigenregie. Was hat er im letzten halben Jahr dazugelernt? „Man erlebt in einer Saison immer mal ein Auf und Ab, man gewinnt, man verliert. Wir hatten nach einer kleinen Siegesserie auch vier Niederlagen in Folge zu verkraften, da ist es auf jeden Fall enorm wichtig, dass man als Trainer die Ruhe bewahrt und mit der Mannschaft weiter von Spiel zu Spiel hart arbeitet“, sagt Sascha Merfels. „In diesem Bereich, denke ich schon, dass ich einiges dazu gelernt habe. Und wie man am Ende der Saison gesehen hat, hat es sich ausgezahlt.“ In der Tat: Rang fünf und bestes Team aus dem Fußballkreis. Eine Prognose für die neue Spielzeit ist schwierig, steht dem Hadamarer Gruppenliga-Coach doch ein komplett neuer Kader zur Verfügung. Wichtig wird es sein, dass sich die Mannschaft schnell zusammenfindet und Spieltag für Spieltag ihre Leistung abruft. Natürlich muss das Zusammenspiel mit dem Hessenliga-Team funktionieren. „Die Kooperation mit der Hessenliga-Mannschaft und Torsten Kierdorf passt perfekt“, berichtet Sascha Merfels. „Mit Torsten stehe ich ständig in Kontakt, und die Jungs aus dem Hessenliga-Kader kenne ich auch sehr gut. Anfang der letzten Saison habe ich dort ja öfter mittrainiert.“ Klar, die Hessenliga-Spiele des SV schaut sich der Trainer der „Reserve“ grundsätzlich an, und anschließend entscheidet sich, wer sonntags in seiner Mannschaft antreten muss. Haben die Hessenliga-Spieler denn immer große Lust, zwei Klassen tiefer spielen zu müssen? Sascha Merfels: „Bisher gab es keinerlei Probleme.“ Die Rot-Weiß-„Ausbildungs-Mannschaft“ will natürlich so schnell wie möglich den Klassenerhalt unter Dach und Fach haben. „Alles was danach kommt, wird ein Bonus. Man braucht in der Gruppenliga meistens die 45-Punkte-Marke, um drinzubleiben“, weiß Sascha Merfels um die Schwere der Aufgabe.

  SG Kirberg/Ohren/Nauheim. „Wir haben den kompletten Kader zusammengehalten und präsentieren fast nur eigene Jungs“, freut sich Fußball-Abteilungsleiter Ingo Butzbach. Einziger, aber schmerzlicher Abgang ist Volkan Subasi, der sich dem Kreisoberliga-Aufsteiger SG Ahlbach/Oberweyer angeschlossen hat. Als extrem hochwertiger „Ersatz“ kommt aber bekanntlich der hessenliga-erfahrene Jura Gros – früher unter anderem beim SV RW Hadamar, dem RSV Würges und beim RSV Weyer. Er kommt vom SC Waldgirmes nach Hünfelden und soll das Problem mit der Abschlussschwäche lösen. Das ist zumindest der fromme Wunsch der Verantwortlichen. „Von Vorteil ist, dass wir eingespielt sind“, schätzt Ingo Butzbach die Lage ein. „Unser Saisonziel ist der frühzeitige Klassenerhalt.“ Ein frommer Wunsch, angesichts von mindestens fünf festen Absteigern in der sogenannten „Todes-Liga“. Grundsätzlich kann allem Anschein nach bei der SG Kirberg/Ohren/Nauheim alles so bleiben wie im Aufstiegsjahr. Lediglich die Chancenauswertung will man verbessert sehen. „Wir glauben, dass die Klasse etwas schwächer geworden ist“, macht Ingo Butzbach aus seinem Herzen keine Mördergrube. Es gebe ein sehr breites Mittelfeld, jeder könne jeden schlagen. Und was hat man vom Auf- und direkten Wiederabstieg von vor zwei Jahren gelernt? „Na, klar, wollen wir es besser machen“, sagt Ingo Butzbach überzeugt. Die Mannschaft habe sich seitdem gefestigt und gehe sicher nicht so naiv wie beim ersten Mal in die Runde. „Ich glaube an einen frühzeitigen Klassenerhalt. Maßgeblich wird dabei sein, wie wir in die Runde starten. Da gilt es, gleich Punkte zu sammeln. Wir sind optimistisch. Der Kader ist stark genug.“

  RSV Weyer. Der RSV Weyer, und im Speziellen sein Trainer Frank Wissenbach, blickt positiv in die neue Saison. Vor allem im Hinblick auf das Abschneiden in der letzten Spielzeit mit Rang sieben kann der RSV-Coach optimistische Töne anschlagen. „Letztes Jahr hatten wir eine sehr gute Saison. Es wird schwer sein, das zu toppen.“ Wie viele andere Trainer auch, sieht Frank Wissenbach für sein Team das Nahziel zunächst einmal darin, von den Abstiegsrängen wegzukommen, um anschließend das zweite Ziel anzupeilen: „Ein einstelliger Platz von Rang drei bis acht“, wäre für Frank Wissenbach schon das Maß aller Dinge. Für ganz nach oben sieht er keine Chance. „Da sind Mannschaften aus Wiesbaden oder Frankfurt zu finden“, schätzt er. Er kennt das Geschäft. Seit Ende Juni stellt er sein Team im intensiven Training auf die neue Aufgabe ein. Mit dabei ist auch Raphael Schmidt, der beim SV Rot-Weiß Hadamar im Hessenliga-Team sowie als Spielertrainer beim Kreisoberliga-Absteiger TuS Dehrn hat sammeln können. An die Hadamarer abgeben musste er aber Leistungsträger Matthias Neugebauer. Das Hauptaugenmerk legt Frank Wissenbach auf die Integration der Neuzugänge und Jugendspieler wie Tim Sawall, Marc-André Sawall, Raphael Schmidt, Markus Haberkorn, Luca Seibel, Marsel Wagemann, Jonas Schröder, Jannis Schmitt, Jakob Böhme und Noah Gündogan. „Die haben Qualität und die Gesinnung. Vom Charakter her passen die toll“, schwärmt Frank Wissenbach, der alles in allem optimistisch in die neue Saison der Gruppenliga Wiesbaden blickt.

  RSV Würges. Zufrieden mit dem Verlauf der vergangenen Saison zeigt sich der neue Trainer des RSV Würges, Daniel Hassler, der seine Jungs jedoch für die neue Saison auf „Vorsicht“ polt. Denn für ihn ist das zweite Jahr in der Gruppenliga sicherlich das schwierigere. „Wir haben es in der vergangenen Saison sehr gut gemacht und auch verdient den Klassenerhalt geschafft“, so Daniel Hassler, der gemeinsam mit Michael Morawiec-Zingel das Training der „Roten“ in Personalunion leitet. Ein dickes Lob zollte Daniel Hassler seinem Vorgänger, Trainer-„Legende“ Friedel Müller, der es teilweise geschafft habe, den Ausfall von sechs Spielern, die sich schweren Operationen hatten unterziehen müssen, zu kompensieren. „Wir haben fast jedes zweite Spiel mit einer anderen Elf gespielt. Friedel Müller hat das hervorragend gemacht.“

In diesem Jahr sieht das allem Anschein nach besser aus. Zur Saisonvorbereitung fehlte lediglich Niklas Hecht, der am Bein operiert wurde. „Ansonsten sind alle an Bord“, so Daniel Hassler, der den RSV Würges schon als Jugendtrainer kennenlernte; er hat es sich zu einer der ersten Aufgaben gemacht, den Spielern ein neues System zu vermitteln, ohne jedoch zu viel zu verraten. „Wir haben viele junge Spieler, die wir an die Klasse heranführen wollen“, kündigt er an. Und mit Maximilian Meuth hat sich ein gebürtiger Würgeser wieder seinem Heimatverein angeschlossen, „der auf dem Platz schon verbal sehr präsent ist“. Ihm traut Daniel Hassler eine Führungsrolle zu.

Auf die Frage nach dem stärksten Team in der neuen Saison kommt die Antwort schnell: „Hadamar 2“, so Daniel Hassler. Durch den starken Kader des Hessenliga-Teams sieht der Würgeser Coach schon so manchen bekannten Namen auf den Spielberichtsbögen der Gruppenliga-Reserve . . .

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