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Weil die alte Lahnbrücke zu wenig Platz für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger bietet, soll sie flussabwärts (aus dieser Perspektive an der linken Brückenseite) durch eine „filigrane“ Konstruktion für Radfahrer und Fußgänger erweitert werden.

Vorschlag der Verwaltung wird umgesetzt

Wird die alte Lahnbrücke erst im Jahr 2020 saniert?

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Um den Konflikt zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern auf der alten Lahnbrücke zu entschärfen, wird wahrscheinlich ein Vorschlag der Verwaltung umgesetzt: An der Brücke soll ein Steg für Radfahrer und Fußgänger geschaffen werden. In diesem Fall wird die alte Brücke aber erst 2020 saniert und nicht schon, wie zunächst geplant, nächstes Jahr.

Bislang war vorgesehen, die alte Lahnbrücke nächstes Jahr zu sanieren, was eine komplette Sperrung für den Kfz-Verkehr zwischen März und November zur Folge gehabt hätte. Nun deutet vieles darauf hin, dass die alte Lahnbrücke erst 2020 saniert wird. Und zwar dann, sollten die Stadtverordneten dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen, an die alte Brücke einen Fuß- und Radweg „anzuhängen“. In diesem Fall müsste ein detaillierter Plan erarbeitet werden, was Zeit kostet und zu einer Verschiebung der Sanierungsarbeiten führen würde.

Kritik an „Bastelstunde“

Mit einem auf der Seite des Wehrs „angehängten“ Fuß- und Radweg sollen die Konflikte zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern entschärft werden. Radfahrer müssen auf der Brücke die Fahrbahn mit den Autofahrern teilen. Mancher Radfahrer fährt stattdessen lieber auf dem Gehweg, was verboten ist. Außerdem soll der „angehängte“ Fuß- und Radweg so breit sein, dass zwei Rollstuhlfahrer aneinander vorbeikommen.

Dieser Vorschlag war Ende Oktober im Ausschuss vorgestellt worden, eine Beschlussempfehlung an die Stadtverordneten gab es jedoch noch nicht, weil zuerst die Bürger über den Vorschlag informiert und ihre Reaktion abgewartet werden sollte. Bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend in der Clubebene der Stadthalle gab es zwar Kritik, aber es waren nur zwei Bürger, die sich ablehnend äußerten. Roland Koch, Anwohner der Weilburger Straße, kritisierte die Ästhetik eines angehängten Stegs für Radfahrer und Fußgänger und sprach von einer „Bastelstunde“, die nicht zur historischen Brücke passe.

Der frühere Stadtverordnete Werner Laux (Freie Wähler), Anwohner des Schleusenwegs, sprach sich dafür aus, die alte Brücke winterfest zu machen und die Fugen zu schließen, und erst einmal alles so zu belassen wie es ist, und zwar so lange, bis die Lichfieldbrücke neu gebaut worden sei. 2022 sollen die Bauarbeiten beginnen: Innerhalb von vier Jahren sollen die beiden Brückenbauwerke abgerissen und neu gebaut werden.

Es sei richtig, die alte Lahnbrücke während der Bauphase weiterhin zweispurig zu nutzen, sagte Laux, um ein Verkehrschaos in der Stadt zu vermeiden. Nach 2026 könne die alte Lahnbrücke dann durchaus einspurig genutzt und entsprechend umgebaut und saniert werden. Eine einspurige Verkehrsführung ist der Wunsch der Verwaltung, stößt bei vielen Bürgern allerdings auf Widerstand.

Zustimmung zu einem „angehängten“ Fuß- und Radweg an der alten Brücke äußerte hingegen Volkmar Kluge aus Linter. Das sei ein „sehr guter Vorschlag“. Allerdings wundere er sich über die ausgewählte Seite. Eine Verkehrszählung habe doch ergeben, dass die meisten Fußgänger die dem Dom zugewandte Seite der Brücke nutzen. Der Erste Stadtrat wies darauf hin, der Denkmalschutz werde einen angehängten Fuß- und Radweg auf dieser Seite nicht genehmigen. Das sei nun mal ein Kompromiss.

Steg kostet 900 000 Euro

Nun müssen die Stadtverordneten entscheiden, ob sie dem „Anhängsel“ zustimmen, das immerhin 900 000 Euro kosten soll. Die Fraktionschefs von CDU, SPD und FDP signalisierten gestern auf Anfrage dieser Zeitung grundsätzlich Zustimmung.

Die beiden Fahrbahnen selbst würden dann übrigens nicht breiter werden, weil die bestehende Brüstung in Richtung Fahrbahn verschoben werden soll, um einen möglichst breiten Fuß- und Radweg an der Seite zu schaffen.

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