+
Die alte Lahnbrücke in Limburg wird im nächsten Jahr saniert und für den Fahrzeugverkehr komplett gesperrt.

Ab Aschermittwoch

Sanierung der Fahrbahn: Alte Lahnbrücke zehn Monate dicht

  • schließen

Sicher ist, dass die alte Lahnbrücke saniert wird, und zwar im nächsten Jahr. Und wahrscheinlich ist, dass die von der Verwaltung favorisierte Einbahnstraßenregelung viele Jahre auf sich warten lässt. Das hat etwas mit der neuen Lahnbrücke zu tun, die abgerissen und neu gebaut wird.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Zumindest der Karneval. An Aschermittwoch fängt alles an. Zumindest die Sanierung der alten Lahnbrücke. Das hat im nächsten Jahr massive Auswirkungen auf den Verkehr in der Stadt. Denn die Sanierung wird zu einer Vollsperrung der alten Lahnbrücke führen. Das erklärte auf Anfrage dieser Zeitung der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach. Autos und Busse können dann gar nicht über die Brücke fahren; nur noch Fußgänger und Radfahrer dürfen passieren. Die Sanierung soll erst im November abgeschlossen sein.

Sehr wahrscheinlich nach hinten geschoben wird die von der Stadtverwaltung favorisierte Einbahnstraßenregelung auf der alten Brücke. Schon in einer Bürgerversammlung im April hatte ein Vertreter der Stadt darauf hingewiesen, es könne in der Tat schwierig werden, wenn die alte Lahnbrücke nur noch stadteinwärts für den Verkehr freigegeben ist, während vom Jahr 2022 an die neue Lahnbrücke abgerissen und neu gebaut wird; allein das soll nach Angaben von Hessen Mobil rund vier Jahre dauern. Die Sorge nicht weniger Bürger: Auf dem Baustellen-Nadelöhr neue Lahnbrücke kommt es zu einem Unfall, so dass dem Verkehr stadtauswärts faktisch nur noch die Autobahn bleibt, um Richtung Norden fahren zu können.

Demnach könnte die alte Lahnbrücke frühestens vom Jahr 2027 an zur Einbahnstraße werden. Abstimmen müssen darüber die Stadtverordneten. Die Frage, die sich stellt, ist, ob bei der Magistratsvorlage im Herbst zur Brückensanierung auch gleich entschieden werden soll, die alte Brücke nach dem Neubau der neuen Lahnbrücke zur Einbahnstraße umzufunktionieren.

Noch geklärt werden muss die Breite der Gehwege; die sollen zumindest auf einer Seite den Fußgängern mehr Platz einräumen als bislang. Eine Verkehrszählung im September vergangenen Jahres hatte ergeben, dass pro Tag mehr als 2800 Fußgänger die alte Brücke überqueren; die meisten nutzten den Gehweg auf der Domseite. Die Verwaltung sieht bei der jetzigen schmalen Breite der Gehwege ein Konfliktpotenzial, weil eine Begegnung von Fußgängern, die in ihrer Mobilität eingeschränkt und auf Gehhilfen angewiesen seien, nicht möglich sei. Im vergangenen Jahr war sechs Wochen lang getestet worden, wie sich die neue Verkehrsführung auf den Verkehr auswirkt. Die Verwaltung war mit dem Test zufrieden, einige Bürger eher weniger. Zumindest gab es in einer Bürgerversammlung im April Kritik an einer dauerhaften Einbahnregelung auf der alten Lahnbrücke.

Vor allem der Abriss und Neubau der neuen Lahnbrücke, mit dem 2022 begonnen werden soll, wurde als Argument gegen eine Einbahnregelung vorgetragen; ein Argument, das offenbar von der Verwaltung ernst genommen wird. Und möglicherweise trägt das auch zu einer politischen Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung bei. SPD-Fraktionschef Peter Rompf hatte einige Monate vor der Bürgerversammlung das gleiche Argument angeführt: Er habe schon viele Stimmen von Anwohnern in der Westerwaldstraße vernommen, „die von einer Einbahnstraße auf der Brücke nichts halten“. Denn während der vierjährigen Bauzeit auf der neuen Lahnbrücke „stehen dort . . . nur noch insgesamt zwei statt vier Fahrspuren in beide Richtungen zur Verfügung“. Für die Verwaltung war das im Oktober vergangenen Jahres noch kein wirkliches Argument. In einer Pressemitteilung der Stadt war davon die Rede, während der Sanierung der neuen Lahnbrücke im Jahr 2012 habe sich doch gezeigt, „dass der Verkehr ohne nennenswerte Probleme über einen Brückenteil geleitet werden kann“.

Positiv vermerkt wurde von der Verwaltung, „dass die Innenstadt innerhalb des Schiederings durch die Sperrung der alten Lahnbrücke entlastet wurde. Über die untere Diezer Straße und die Dr.-Wolff-Straße fuhren rund 500 Fahrzeuge weniger pro Tag in die Grabenstraße ein“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare