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In der Ein- und Ausfahrt des Stadthallenparkhauses verkehren derzeit noch die Bagger. Die für Freitag, 28. September, vorgesehene Fertigstellung lässt sich nicht einhalten. Wie lange die Modernisierung noch dauert, weiß im Augenblick nicht einmal die Stadtverwaltung.

Parkhaus

Die Sanierungsarbeiten in der Tiefgarage der Stadthalle verzögern sich deutlich

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Acht Monate sollten die Sanierungsarbeiten im Stadthallenparkhaus dauern – bis Ende September. Doch die Eröffnung verzögert sich deutlich. Die Stadt ist darüber alles andere als glücklich, entschuldigt sich und kündigt eine nachträgliche Fehleranalyse an. Zumindest an den veranschlagten Kosten – immerhin 3,6 Millionen Euro netto – soll sich nichts ändern.

Marmor, Stein und Eisen bricht – nur der Beton manchmal nicht . . .

Auf diesen vereinfachten Nenner lassen sich die Verzögerungen der Sanierungsarbeiten im Stadthallenparkhaus in Limburg bringen.

Das Parkhaus wird deutlich später fertig als vorgesehen. Laut Ausschreibung sollte die Tiefgarage spätestens am 28. September modernisiert sein. Doch dieser Termin lässt sich auf keinen Fall einhalten. Von einer „deutlichen“ Verschiebung des Eröffnungstermins, spricht die Stadtverwaltung.

Wann die Sanierungsarbeiten beendet sind, weiß nicht einmal die Stadt. Der neue Zeitplan werde „umgehend“ veröffentlicht, teilte der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) gestern auf Anfrage dieser Zeitung mit, „wenn er denn vorliegt“, was im Augenblick nicht der Fall zu sein scheint.

Einer der Gründe für die Verzögerungen ist der vorgefundene Beton im 1977 gebauten Parkhaus. Die Betonanhaftungen seien „deutlich komplexer, als zunächst vermutet“, teilt Stanke weiter mit. „Einfach gesprochen, ging der Beton nicht so einfach raus, wie zunächst gedacht und wie auch bei anderen Baumaßnahmen vorher.“ Außerdem sei es zu weiteren Änderungen gekommen, die unter anderem den Schallschutz betreffen.

Die Verwaltung scheint von der Verzögerung selbst überrascht worden zu sein, will sich die bisherigen Erklärungen der bauausführenden Firma aber offenbar noch nicht zu eigen machen. 2015/16 habe es eine Voruntersuchung gegeben, die nur Anhaltspunkte für die anschließende Baumaßnahme habe liefern können. „Jedenfalls sind die nunmehr aufgetreten Schwierigkeiten, die zur Verzögerung führen, scheinbar durch die Untersuchungen im Vorfeld nicht erkennbar gewesen“, schreibt Stanke.

Der Verwaltung ist das sichtlich unangenehm. „Die Stadtlinie kann sich hierfür zunächst nur entschuldigen“, schreibt Stanke. Die Stadtlinie ist Eigentümer des Stadthallenparkhauses, der Erste Stadtrat der Betriebsleiter der Stadtlinie.

„Klar ist es auf jeden Fall, dass für die zahlreichen Nutzer der Tiefgarage, die Anlieger und die umliegenden Gewerbetreibenden dies zu einer weiteren Belastung führen wird. Alle Maßnahmen, wie beispielsweise auch die Bereitstellung von Ausweichparkplätzen, wird nun ebenfalls verlängert werden“, kündigt Stanke an. Die Dauerparker in dem Parkhaus hatten Ersatzplätze in den benachbarten Parkhäusern am ZOB und der Altstadt angeboten bekommen.

Ziel sei es, schreibt Stanke, „dass die Baumaßnahme so schnell wie möglich beendet werden kann und das Parkhaus somit nutzbar gemacht wird. Dies hat zurzeit Vorrang vor allem.“

Zumindest an den veranschlagten Baukosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro netto soll sich nach Angaben des Ordnungsamtsleiters Paul Müller nichts ändern.

Aber dass die Verwaltung die Verzögerungen nicht so einfach auf sich beruhen lassen will, macht Stanke auch deutlich: „Alles weitere – inklusive einer nachträglichen Fehleranalyse und weiterer zu treffenden Maßnahmen, die sich aus dieser ergeben –, soll durchgeführt werden, wenn die Tiefgarage wieder zum Parken freigegeben ist.“ Mit den Sanierungsarbeiten war im Februar begonnen worden. Neben dem Austausch des Betons, werden die haustechnischen Anlagen erneuert und die Oberflächen neu gestaltet. In dem sanierten Parkhaus soll es dann künftig 95 frei verfügbare Stellflächen geben, bisher waren es 107.

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