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Die Organisatoren der Schüler-Demonstration (von rechts) Maximillian Flick mit Plakat, Linda Nguyen und Franziska Vogel freuten sich über so viel Zuspruch.

"Fridays for future"

Limburger Schüler demonstrieren für Klimaschutz

Seit Monaten formiert sich unter #FridaysForFuture der Schülerprotest in Europa. Die Politiker sollen aufgefordert werden, sich für den Klimaschutz einzusetzen. Gestern gingen auch 300 Schüler in Limburg auf die Straße.

Limburg - „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, erklang es im Sprechchor, während rund 300 Schüler vom Bahnhofsvorplatz über Neumarkt, Kornmarkt, Plötze und Hospitalstraße zum Europaplatz liefen. Mit Plakaten und Trillerpfeifen machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam. Auf den Plakaten war zu lesen „Das Klima ist aussichtloser als mein Abi“, „Lieber Klimafrage als Existenzfrage“ oder auch „Bunte Welt statt braune Kohle“. Sie alle kamen zusammen, weil sie sich Sorgen um ihre Zukunft machen. „Wir wollen eine lebenswerte Zukunft“, so Franziska Vogel, Mitorganisatorin der Demo, „wir wollen plastikfreie Meere und erneuerbare Energie sowie einen Ausstieg aus Kohlekraft. Das 1,5-Grad-Ziel muss eingehalten werden, damit der Klimawandel noch zu bremsen ist.“

„Jetzt erst recht“

Seit einem Monat sind neben Franziska Vogel auch Tilmann Weigelt, Maximillian Flick sowie Linda Nguyen an der Vorbereitung und folgen damit tausenden Schülern, die bereits seit Monaten unter #FridaysForFuture auf die Straße gehen, um für eine Änderung in der Klimapolitik zu demonstrieren. Ins Leben gerufen wurde diese Aktion von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg. „Am Montag haben wir 100 Demonstranten angemeldet, und jetzt sind wir so viele.“ Franziska Vogel kann es noch gar nicht richtig fassen und war schier überwältigt von der Menge.

Für Tilmann Weigelt und Maximillian Flick waren zum einen die hohen Temperaturen vergangene Woche ein Grund zu sagen: „Jetzt erst recht.“ Doch bereits vorher machten sie sich Gedanken. Das Thema Klimawandel wurde im Unterricht behandelt, aber eigentlich geschehe nichts. Für beide war klar, auch privat etwas zu machen. „Wir versuchen, unseren Verpackungsmüll zu reduzieren, aber das ist nicht immer einfach“, so Flick, „da muss ein klares Zeichen von der Politik kommen“. Weigelt hatte einen präzisen Vorschlag an die Limburger Politik: „Erhöht deutlich die Gebühren für die Parkplätze. Dann lassen die Menschen auch mal ihre Autos stehen und nutzen das Fahrrad, gehen zu Fuß oder nehmen den Bus.“

Die Demo fand während der Schulzeit statt. Die Schulen tragen dies als Fehlzeit ein. „Uns wurde zugetragen, dass den Schülern teilweise mit Schulverweisen gedroht wurde“, so Weigelt, „aber ich freue mich, dass die dann trotzdem gekommen sind.“ Auch Linda Nguyen äußerte sich stolz: „Was sind schon Fehlstunden? Es geht um unseren Planeten.“ Jan Dönges von den Jusos sieht im Klimawandel die größte Krise der Menschheit. „Wir müssen die da oben wachrütteln und brauchen einen kompletten Wandel in der Klimapolitik.“ Er forderte die Anwesenden auf: „Seid laut, damit wir die Politiker wachrütteln.“

Es soll keine einmalige Aktion sein. Bereits für den 15. März ist die nächste Demonstration geplant.

Kritik der Schüler-Union

In einer Pressemitteilung distanziert sich die Schüler-Union Limburg-Weilburg. Sie schreiben, dass sich so viele Schüler politisch engagieren und auf die Straße gehen, ist bemerkenswert, und sie freuen sich darüber, dass sich Schüler für Politik begeistern. Auch sei der Klimawandel ein wichtiges Thema. Aber dennoch distanzieren sie sich von der Bewegung. Einmal nicht am Unterricht teilzunehmen, um ein Zeichen zu setzen, sei noch verständlich, aber das darf kein Dauerzustand sein. Es sei nicht in Ordnung, den Schülern zu vermitteln, dass man jeden Freitag auf Schule verzichten kann. Nicht nur der Klimawandel ist wichtig, auch die Bildung. Zudem würden Proteste während der Schulzeit auch Schüler anlocken, die keine Lust auf Schule haben. Eine bessere Lösung wären Demonstrationen, die nicht während der Schulzeit stattfinden.

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