Annette Jaiteh

Schule in Gambia wird von einer Domstädterin geleitet

Die Limburgerin Annette Jaiteh leitet im westafrikanischen Gambia eine Schule für bedürftige Kinder. Beim Besuch in der Heimat berichtete Jaiteh jetzt von den neuesten Projekten an ihrer Schule.

Was gibt es Neues in „The Swallow“? Die Schule im westafrikanischen Kleinstaat Gambia wird seit acht Jahren von einer Limburgerin geleitet. Annette Jaiteh, die mit ihrer Familie in Gambia lebt, berichtete beim Besuch in ihrer Heimatstadt von den Entwicklungen an der Schule, an der bedürftige Jungen und Mädchen vom Kindergartenalter bis zur sechsten Klasse kostenlos unterrichtet werden.

Ein recht neues Projekt dort sei der Computerunterricht, erzählt die Schulleiterin. Kinder der vierten und fünften Jahrgangsstufe üben mit Lernprogrammen am PC für den Matheunterricht, werden in Open-Office und in einer kindgerechten Programmiersprache geschult. In den Ferien gab es dort einen Programmier-Workshop für Mädchen von „The Swallow“ und aus der Umgebung. Eine Informatikerin unterrichtete die Kinder mit dem Ziel, mehr Mädchen auf diesem von Männern dominierten Gebiet zu fördern. Sie war durch die laut Jaiteh in Gambia einzigartige Computerklasse auf die Schule aufmerksam geworden. Eine belgische Universität finanziert die Arbeit der Informatikerin.

Auch der bewusste Umgang mit Natur und Umwelt stehen auf dem Stundenplan der Schule. So haben die Lehrer und Schüler von „The Swallow“ eine landesweit beachtete Initiative gegen Plastik gestartet. Bei einer Demonstration protestierten sie gegen die ausufernde Verwendung von Verpackungen und Wegwerfprodukten aus Plastik. „Wir haben unsere Schule zur plastikfreien Zone erklärt“, sagt Jaiteh. Das heißt unter anderem, dass Plastikverpackungen gemieden werden. Außerdem will die Schule die Bevölkerung durch Diskussionsveranstaltungen und Wettbewerbe für das Thema Umweltverschmutzung durch Plastik sensibilisieren.

Essen aus eigenem Anbau

ist ein weiterer wichtiger Baustein an der Schule. Die Kinder lernen zum Beispiel in einem Gartenprojekt, wie wichtig die Agrarwirtschaft für das Land ist – und wie viel Spaß der eigene Anbau von Obst und Gemüse macht. Das, was in den Beeten der Kinder wächst, landet in den Kochtöpfen der Schulküche und schließlich in den Mägen der Schüler.

Bei ihrem Besuch in Limburg bedankte sich Annette Jaiteh bei ihren Unterstützern in Deutschland. Darunter sind das Limburger Komitee für Nothilfe, zahlreiche heimische Vereine, Firmen und Einzelpersonen. Beispielhaft dankte sie Dr. Thomas Schmitt, Arzt aus Hintermeilingen. Er und seine Frau Christine sammelten bei einem runden Geburtstag 4000 Euro für die gambische Schule.

„Jeder Cent hilft“, sagt Annette Jaiteh, die insgesamt rund 20 000 Euro Spenden mit nach Gambia nimmt. Dort kommt das Geld in vollem Umfang den Schülerinnen und Schülern zugute. Sie sollen darauf vorbereitet werden, sich ein gutes Leben im eigenen Land aufzubauen.

„The Swallow“ ist staatlich anerkannt und unterrichtet nach internationalen Standards in der Unterrichtssprache Englisch. Aufgenommen werden vorrangig Kinder aus bedürftigen Familien, die sich Schulgeld nicht leisten können. Die Schule wurde 2002 von einer Lehrerin aus Belgien gegründet und wird finanziert durch eine belgische Nichtregierungsorganisation. Spenden ermöglichen unter anderem die Anschaffung von Lehrmitteln und Sportgeräten sowie die Unterstützung von Kindern aus entfernteren Gegenden, die das Fahrgeld zur Schule nicht bezahlen können.

Infos und Spendenkonto

Weitere Infos über „The Swallow“ gibt es beim Limburger Komitee für Nothilfe, Telefon:  (0 64 31) 4 52 40, E-Mail an nothilfekomitee-limburg@web.de. Spendenkonto: Kreissparkasse Limburg, IBAN: DE 42 511 500 18 0000 00 1552, Kennwort „Gambia“.

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