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In Limburg und Berchen gibt es bald drei neue Schulleiter

Nach Verzögerungen

An Schulen in Limburg und Selters sollen zeitnah neue Schulleiter besetzt werden

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Die Goethe- und die Theodor--Heuss-Schule in Limburg und die Mittelpunktschule Goldener Grund in Selters bekommen bald neue Schulleiter. Dies kündigt Schulamtschef Michael Scholz an.

Der Leiter des Staatlichen Schulamtes ist zuversichtlich, die drei monatelang vakanten Schulleiterstellen im Kreis „zeitnah“ zu besetzen. Michael Scholz berichtet im Interview der NNP über den aktuellen Stand der Ausschreibungen und erklärt die Verzögerung.Auf die Frage, was die Aufsichtsbehörde falsch gemacht habe, weil die Vakanz in allen Fällen schon lange bekannt gewesen sei, antwortet Scholz: „Nichts!“

Alle drei Besetzungsverfahren seien zeitnah auf den Weg gebracht worden. „Aufgrund der Mehrfachbewerbungen von Herrn Steioff musste gestuft vorgegangen werden, weil man natürlich nicht gleichzeitig Schulleiter an vier Schulen sein kann. Des Weiteren konnte davon ausgegangen werden, dass er die weiteren Bewerbungen nach einer Auswahlentscheidung zu seinen Gunsten zurückzieht“, sagt Michael Scholz.

Der Leitende Regierungsdirektor zum zeitlichen Ablauf: „Als Erstes haben wir das Verfahren für die Mittelpunktschule Goldener Grund betrieben, da der Bewerber diese Schule priorisiert hatte. Hier lief die erste Ausschreibung von Mitte April bis Ende Mai. Bereits im September hatten wir Herrn Steioff die Schulleiterstelle angeboten, einen Tag später, am 21. September, hat er dieses Angebot öffentlich abgelehnt. Daraufhin haben wir unmittelbar die zweite Ausschreibung veröffentlicht, die bis Ende Oktober befristet war. Dieses Verfahren dauert an, wir gehen davon aus, dass wir es auch sehr zeitnah abschließen können.

Ähnlich sieht es mit dem Verfahren für die Limburger Theodor-Heuss-Schule aus. Dieses hatte im Oktober aus verfahrenstechnischen Gründen abgebrochen und neu ausgeschrieben werden müssen, da sich die Schülerzahlen und damit die Besoldungsgruppe der ausgeschriebenen Leiterstelle verändert hatten. Die zweite Ausschreibungsfrist ist Anfang Dezember abgelaufen. Auch hier gehe ich davon aus, dass dieses Verfahren zeitnah zum Ende gebracht werden kann.

Über das Verfahren an der GoetheSchule hat die NNP intensiv berichtet. Wie bekannt, hatten wir das Verfahren abgebrochen, nachdem Herr Steioff als einer der Bewerber noch Mitte November die Rückmeldung gegeben hatte, dass er weiterhin Interesse an der Stelle habe, so dass wir ihn dorthin versetzen konnten. Anfang Dezember hat Herr Steioff seine Bewerbung zurückgezogen und erklärt, dass er an der Schule im Emsbachtal bleiben wolle. Daraufhin hat meine Behörde die Versetzung zurückgenommen und prüft jetzt, ob und wie das Verfahren fortgeführt werden kann. Ziel ist selbstverständlich, auch an der Goethe-Schule schnellstmöglich die Leiterstelle zu besetzen.“

Steioffs Zu- und Absage

Scholz bedauert den Ärger an der Goethe-Schule. „Zuletzt hatte Herr Steioff am 21. November 2018 schriftlich erklärt, dass er an seiner Bewerbung für die Leiterstelle der Goethe-Schule festhalte, also dort Schulleiter werden will. Deshalb hatten wir ihn mit Schreiben vom 27. November 2018 versetzt“, berichtet der Amtsleiter.

Absagen und neue Bewerbungen für die gleiche Stelle bewertet die Schulaufsicht nach seinen Angaben rein sachlich. „Jeder Interessent kann für sich entscheiden, ob und auf welche ausgeschriebenen Stellen er sich bewirbt, unabhängig von vorherigen oder parallel laufenden Verfahren. Insofern gelten auch in einem solchen Fall die Regeln, die für alle anderen Bewerber ebenfalls gelten: Wir prüfen, ob der Bewerber die zwingenden Anforderungen des Stellenprofils erfüllt und zum Verfahren zugelassen werden kann. Ist das der Fall, wird er ins Verfahren aufgenommen“, sagt Scholz.

Lesen Sie auch: Bernd Steioff verzichtet auf Stelle als Leiter der Goetheschule

Proteste von Lehrern, Schülern und Eltern gegen einen ausgewählten Schulleiter, wie in der vergangenen Woche in der Goethe-Schule gegen Steioff, hätten keinen Einfluss auf die Entscheidung, sagt er. „Dass eine Schule Wünsche bezüglich offener Stellen haben kann, ist absolut nachvollziehbar. Aber wir sind bei der Besetzung an das Gesetz gebunden, in dem klar geregelt ist: Im Auswahlverfahren wird die Entscheidung durch eine Bestenauslese getroffen, also Eignung, Leistung und fachliche Befähigung überprüft. Selbstverständlich werden in diesem Prozess auch die gesetzlich vorgegebenen Gremien beteiligt. Allerdings müssen weitergehende Willensbekundungen sowie Versuche von Beeinflussungen durch Dritte im Verfahren ausgeschlossen bleiben, damit die Auswahlentscheidungen letztlich objektiv und gesetzeskonform sind“, so Scholz.

Kommentar: 

Ja, Bernd Steioff hat sein demokratisches Recht genutzt. Natürlich darf er sich an so vielen Schulen bewerben, wie er möchte. Aber er muss sich auch die Frage nach dem Warum gefallen und sich dafür kritisieren lassen dürfen. Der Leiter der Schule im Emsbachtal hat mit seinem Bewerbungs-theater die Besetzung von drei Schulleiterstellen monatelang blockiert – das ist Fakt. Und er hat dies aus Eigennutz getan. Auch das ist nicht verwerflich, einen reizvolleren und finanziell lukrativeren Posten anzustreben. Nur soll er dann bitte auch dazu stehen und nicht seine Spielchen auf dem Rücken anderer auf die Spitze treiben und anderen die Schuld in die Schuhe schieben.

Joachim Heidersdorf

Es ist durchaus interessant, wenn ein Schulleiter weg will, obwohl er nach eigenen Angaben an seiner Schule glücklich und erfolgreich ist. An der Limburger Theodor-Heuss-Schule hätte er eine Besoldungsgruppe nach oben klettern können. Die beiden anderen vermeintlich angestrebten Wechsel ergeben auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn. Die mehrfachen Bewerbungen dienten offensichtlich lediglich dazu, Zeit zu schinden. Auch das ist nicht verboten, Steioffs Taktiererei jedoch fragwürdig. Nehmen wir das Beispiel der Mittelpunktschule Goldener Grund in Niederselters. Steioff bewirbt sich, wird im Sommer vom Schulamt ausgewählt und sagt ab. Die Stelle wird ein zweites Mal ausgeschrieben – genauso wie beim ersten Mal! – und Steioff bewirbt sich wieder. Das ist irre! Im November stimmt er schriftlich seiner Versetzung an die Goetheschule zu, bestreitet dies öffentlich und zieht dann wieder zurück. . .

Nun wartet er darauf, im nächsten Sommer Leiter der zusammengelegten Schulen in Brechen und Selters zu werden. Das ist sein Ziel, unabhängig von der damit verbundenen höheren Besoldung und der Proteste in Selters, und dem hat Steioff alles andere untergeordnet. Bislang ist der 61-Jährige auf einem guten beziehungsweise schlechten Weg dorthin. Das kommt ganz auf den Blickwinkel an.

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