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Statue Justitia - Weniger Verfahren vor GerichtenSymbolbild

Versuchter Totschlag

Schwager niedergestochen: Angeklagter will sich nur verteidigt haben

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Der 53 Jahre alte Angeklagte, der versucht haben soll, seinen Schwager mit zwei Messerstichen zu töten, hat vor Gericht sein Schweigen gebrochen. Nach einer Erklärung, die sein Anwalt vorlas, will er sich nur verteidigt haben. 

Der 53 Jahre alte Angeklagte, der in Linter versucht haben soll, seinen Schwager mit zwei Messerstichen zu töten, und sich wegen versuchten Totschlags verantworten soll, hat vor der 2. Schwurgerichtskammer am Landgericht sein Schweigen gebrochen. Am gestrigen Freitag ließ er seinen Anwalt eine von ihm autorisierte Erklärung zum Tatablauf im August verlesen. Danach habe er sich nur verteidigen wollen.

„Ich habe mir mit meiner Frau einen schönen Abend machen wollen, und es kam per Telefon zu einer verbalen Auseinandersetzung mit meinem Schwager“, ließ der Angeklagte erklären. Er habe erfahren, dass sein Schwager die Telefonnummer seiner Frau an deren Jugendliebe weitergegeben habe und dass es zu einem Treffen der beiden gekommen sei. Der Angeklagte ließ erklären, dass er nichts dagegen gehabt habe, die Geheimnistuerei seiner Frau habe ihm jedoch missfallen. Diese habe ihm schließlich ein gemeinsames Treffen gestanden und gesagt, der Mann wohne im Westerwald und sie lege keinen Wert auf weitere Kontakte mit diesem. Später habe sich herausgestellt, dass die Jugendliebe in Frankfurt wohnt. Er sei sauer gewesen, und seine Frau habe ihren Bruder angerufen. „Beim Telefonat sind bei meinem Schwager die Sicherungen durchgebrannt. Er bedrohte und beleidigte mich“, behauptet der Angeklagte. Der Schwager habe gesagt, wenn er ein Mann sei, solle er zum Kreisel kurz vor Limburg kommen, dort könne man reden.

Der Angeklagte habe ein Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge zum „Selbstschutz“ eingesteckt, weil er davon ausgegangen sei, dass sein Schwager bewaffnet sei, und sei zum Kreisel gefahren. Dort sei der Schwager jedoch nicht gewesen, so dass sich der Angeklagte dazu entschloss, wieder nach Hause zu fahren.

Kurz vor seinem Wohnhaus habe er seine Frau mit ihrem Bruder im Auto gesehen. Auch sein Schwager habe ihn gesehen, sei aus seinem Auto gestürzt und habe kraftvoll die Fahrertür vom Auto des Angeklagten geöffnet. In dieser Situation habe er, der Angeklagte, zwei Mal mit dem Messer zugestochen. Er hätte auch weiter zustechen können, habe seinen Schwager jedoch nicht töten wollen. Ansonsten habe er sich gegen die darauf folgenden Faustschläge nicht mehr gewehrt und alles über sich ergehen lassen.

Zum zweiten Tatvorwurf, der Bedrohung seiner Frau, ließ der 53-Jährige seinen Anwalt erklären, er habe seine Frau nicht mit dem Tode bedroht. Er habe lediglich in türkischer Sprache gesagt, „der soll verrecken, der am Scheitern meiner Ehe Schuld hat“.

Ein psychiatrischer Sachverständiger hält den Angeklagten für voll schuldfähig. Er sprach sich jedoch im Falle einer Verurteilung für die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt aus.

Der Anwalt des Schwagers, der als Nebenkläger auftritt, forderte vom Angeklagten für die teilweise lebensbedrohlichen Verletzungen eine Zahlung von 15 000 Euro als Schmerzensgeld.

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