Um den Stifter Werner Senger zu ehren, der Alten, Kranken und Gebrechlichen geholfen hat und durch seine Hinterlassenschaft noch immer beisteht, wurde 1986 dieses Denkmal vor dem Europaplatz an der Werner-Senger-Straße aufgestellt. Es fiel der jüngsten Neugestaltung des Platzes zum Opfer. Es fand später im Serenadenhof zwischen der St.  Annakirche und dem Brüderhaus einen neuen Platz und symbolisiert den Stiftungszweck des Bürgerhospitalfonds.

Limburger Hospitalfonds

Sengers Erbe wirkt bis heute fort

Aus dem Bürgerhospitalfonds werden noch heute viele Bedürftigen in Limburg unterstützt. Außerdem wird mit dem Geld die St. Annakirche samt angebautem Brüderhaus in Schuss gehalten.

Der Magistrat der Stadt Limburg verwaltet eine sehr alte Stiftung: den Limburger Bürgerhospitalfonds (BHF). Seine Ursprünge reichen in das Jahr 1300 zurück; ihre überwiegenden Vermögenswerte erhielt sie jedoch erst 1358 durch die Zustiftung des sozial engagierten Bürgers Werner Senger, an den noch heute in Limburg mit einem Denkmal gedacht wird. Das Stiftungsvermögen beziehungsweise die Erträge dienten einst dazu, durchreisenden Personen Unterkunft und Verpflegung zukommen zu lassen sowie Armen und Kranken eine längere materielle Unterstützung zu gewähren.

Bis heute wirkt der BHF fort. Er hilft armen, kranken, alten und gebrechlichen Menschen. Außerdem hält er das Bau- und Kulturdenkmal St. Annakirche mit dem angebauten Brüderhaus in Ordnung. Das Ensemble war im Mittelalter die Zentrale der Stiftung.

59 Hektar Grundbesitz

Einmal pro Jahr legt der Magistrat Rechenschaft über Vermögenslage und Erfüllung des Stiftungszwecks ab. Das war gerade jetzt wieder der Fall. Da hat die Verwaltung einen Schlussstrich unter 2017 gezogen. Danach verwaltete der Fonds ein Kapital in Höhe von 2,8 Millionen Euro und einen Grundbesitz von 590 448 Quadratmetern (59 Hektar). Dieser besteht teils aus unbebautem Grund- und Boden, teils aus bebauten Grundstücken mit Wohnungen und Büroräumen.

Das mag überraschen: Die Hälfte dieser 59 Hektar liegen in Form von Acker- und Grünland gar nicht in Limburg. Dem Fonds gehören auch Ländereien in Hünfelden-Nauheim (22 Hektar), in Elz und Gückingen (jeweils 3,4 Hektar) sowie 0,6 Hektar in Niederbrechen. Der BHF ist Eigentümer der Senioren-Wohnanlage an der Ecke Holzheimer Straße/Zeppelinstraße mit 59 Wohneinheiten sowie von weiteren vier Wohnhäusern in der Limburger Heinrich-von-Kleist-Straße (20 Wohnungen), der Rheinstraße (6) und der Diezer Straße (3). Am ehemaligen Kloster Bethlehem in der Altstadt besitzt der BHF einen Miteigentumsanteil in Form eines Tagungsraums/Büros.

Keine Schulden

Die höchsten Einnahmen hat er 2017 aus Mieten erzielt (364 065 Euro), hinzu kamen 127 085 Euro Nebenkosten. Die Veräußerungen von Grundstücken erbrachten 204 390 Euro. Aus Pachten und Erbbauzinsen konnten 20 246 Euro, aus Kapitalien 12 335 Euro erwirtschaftet werden. Es gingen Spenden und sonstige Erträge in Höhe von 1841 Euro ein. Nach Angaben des Ersten Stadtrats Michael Stanke (CDU) bestehen keine Schulden.

Der Löwenanteil der Stiftungsgelder floss mit 330 000 Euro in die Unterhaltung und Bewirtschaftung der St. Annakirche und des angebauten Brüderhauses, in dem sich von 1319 bis 1568 das Wilhelmitenkloster und von 1573 bis 1840 das Bürgerhospital befanden. Rund 68 000 Euro hat der BHF 2017 für die Seniorenbetreuung und die Unterstützung Hilfsbedürftiger verwendet (siehe Text rechts).

Dank langfristig angelegter Investitionen in Agrarflächen rechnet die Verwaltung in den nächsten Jahren mit guten Einnahmen aus Grundstücksverkäufen. So hat der BHF in Staffel einen Bauplatz zu vergeben sowie Gewerbeflächen „Nördlich der Kapellenstraße“ in Offheim. In gleichem Umfang können Mittel zum Ankauf interessanter Flächen verwendet, also reinvestiert werden.

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