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Sie lassen sich den Spaß nicht verbieten

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Von: Robin Klöppel

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Der Damenelferrat des Rauchclubs tanzte im Fundus des Vereins zwischen Kleiderständern.
Der Damenelferrat des Rauchclubs tanzte im Fundus des Vereins zwischen Kleiderständern. © Privat

Sitzung des Rauchclubs seit Donnerstagabend zu sehen

Limburg -Der Rauchclub Limburg hat Donnerstagabend die Premiere seiner Online-Kappensitzung gefeiert. Das Programm mit rund 90 Mitwirkenden in "Tatort-Länge" ist aber weiterhin auf Youtube abrufbar und wurde bis gestern Mittag schon mehr als 900 Mal angeklickt. Der einzige Nachteil einer voraufgezeichneten Show ist, dass man nicht mehr auf tagesaktuelle Ereignisse reagieren konnte. So blieben Gags über den Ukraine-Konflikt mit vor Russland aufmarschierenden Funker-Truppen drin, obwohl die russische Armee ja bereits am Donnerstagmorgen in dem Nachbarland einmarschiert war. Präsident Peter Meurer bat um Verständnis: "In einer Live-Show hätten wir reagiert, doch der betreffende Beitrag wurde schon vor Wochen aufgezeichnet".

Da es auf der Welt ständig Konflikte gebe, hält Meurer trotz des Kriegs in Osteuropa auch nichts davon, den Menschen ein bisschen Spaß zu verbieten. So machte er auch Gags über die Corona-Pandemie und begrüßte die Gäste online mit einem fünffach donnernden Omikron-Helau. Das jetzt alle das griechische Alphabet kennen würden, habe auch damit zu tun, dass die Rauchclub-Fastnacht dieses Jahr nicht wie gewohnt im Kolpinghaus stattfinde. Aber durch die Online-Sitzung würden die Zuschauer dann auch mal Einblick ins Vereinsheim auf der Schleuseninsel bekommen.

Närrischer Beitrag

hinter jedem Türchen

Dort traf sich der Elferrat zum Feiern. Und wie bei einem Adventskalender verbarg sich hinter jeder Tür ein närrischer Beitrag. Am Anfang erinnerten sich ehemalige Vereinspräsidenten an bessere Zeiten. Laut Karl Müller ist schon einmal - wie jetzt zwei Mal in Corona-Zeiten - eine Kampagne komplett ausgefallen: 1991 aufgrund des zweiten Golfkriegs. Ex-Präsidentin Christine Eymann meinte aber, dass Handys damals wirklich nur zum Telefonieren verwendet worden seien und folglich niemand über eine Online-Sitzung nachgedacht habe. Meurer kam dazu und sagte, online sei es nicht dasselbe, wie live im Kolpinghaus, "aber es hat trotzdem Spaß gemacht".

So wie der Marschtanz der Musketiere und der Beitrag von Erich Diefenbach, der über sein Leid mit der Maske klagte. Er hätte sich auch nicht denken können, dass er nach 20-jähriger Büttenpause "mit so einem blöden Lappen" herumlaufen muss, durch den es ihm auch noch ständig die Brille beschlägt. "Manchen stünde es gut ins Gesicht, gäb's Dauerhaft die Maskenpflicht", meinte er aber.

Urkomisch war der tanzende Damenelferrat, zwölf närrische Frauen, die zu "Manamana" immer wieder mit den Köpfen zwischen Kleiderständern im Rauchclub-Fundus auftauchten. Danach hielt das Prinzenpaar Carmen I. und Thomas I. samt Hofstaat Einzug. Carmen zupfte die Blätter einer Blume ab, um abzuzählen, ob es nun eine Kampagne gibt oder nicht. Sie merkte aber schnell, dass es eine blöde Idee gewesen sei, den Kindern während der fünften Jahreszeit daheim sturmfreie Bude zu versprechen. Carmen und Thomas freuen sich aber schon, die kommende Kampagne noch einmal Prinzenpaar sein zu dürfen und dann dem Publikum hoffentlich wieder unbeschwert Freude bereiten zu können.

Der singende Damenelfferrat begeisterte das Publikum mit Stimmungsliedern wie "Wir lassen uns das Singen nicht verbieten" oder "Wenn der Rauchclub ruft, dann sind wir all dabei". Alexandra Meurer hatte als Protokollerin viel Närrisches aus Limburg des vergangenen Jahres zu bieten. So berichtete sie vom verspäteten Start des "Lahn Stars", wo der Erste Stadtrat sehr überrascht gewesen sei, dass Daimler-Benz noch andere Kunden außer der Stadt Limburg habe. Sie erinnerte sich auch gerne an die Bürgermeisterkandidaten-Diskussion der Nassauischen Neuen Presse, bei der Limburg-Redakteur Stefan Dickmann kompetent wie Claus Kleber aufgetreten sei, beim Überziehen Thomas Gottschalk dann aber deutlich übertroffen habe. Und beim Weihnachtsmarkt konnten die "Zoobesucher" dann mit ihrer Currywurst vom Imbiss Schneider die Beschicker im Käfig beobachten. Noch schöner wäre es allerdings, wenn die Stadt künftig einmal im Jahr die alte Lahnbrücke in Rauchclub-Farben beleuchten würde.

"Omikron vor

den Bus schubsen"

Carmen Helen-Adamzent, Nicola Bischof und Silke Seelbach tanzten begeistert zu "Mannequin" durchs Clubhaus und auch Funkenmariechen Lia Möhlhenrich wusste zu begeistern. Jürgen Fritsche und Wolfgang Duchscherer waren als "Der Chroniker und der Politiker" dabei. Fritsch meinte, 2018 hätten wahrscheinlich noch alle Limburger gedacht, Pandemie seien die peruanischen Straßenmusiker in der Fußgängerzone. Fritsche meinte: "Omikron würde ich am liebsten mal gepflegt vor den Bus schubsen."

Die Minis warteten leider vergeblich hinter den Fenstern des Kolpinghauses auf den Fastnachtsumzug. Sie beobachteten, wie Pfarrer Gereon Rehberg sein "Ehrenwertes Haus" verlassen musste und beobachteten Bürgermeister Marius Hahn, wie er seine jungen Sekretärinnen mit Arbeit eindeckte. Ex-Prinz Kai Diefenbach mischte als "sexy Braut" mit. Zum Finale sangen dann alle Mitwirkenden zusammen "Ich hab' den Rauchclub heut gesehn".

Robin Klöppel

Bei Youtube anschauen

Wer die Sitzung noch einmal in Ruhe genießen will, kann dies unter folgendem Link tun www.youtube.com/watch?v=ziXWZZdyf_Q oder man kann bei Youtube nach Rauchclub suchen.

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