Straßenverkehr

Limburg verstärkt Kontrollen: Wie der neue Blitzer aussieht

Die Stadt Limburg kauft für mehr als 160.000 Euro ein neues Blitzgerät. Nun werben die Verantwortlichen um mehr Verständnis für schärfere Kontrollen.

  • Limburg will für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen.
  • Die Stadt schafft einen neuen Blitzer an.
  • Für Geschwindigkeitskontrollen fordert die Stadt Limburg mehr Verständnis.

Limburg - Einen Designerpreis gewinnt er sicher nicht, für einen eigenen deutschen Namen reicht es offenbar auch noch nicht, aber Autofahrer kennen ihn bereits seit Längerem von der Autobahn - vor allem, wenn sie zu schnell gefahren sind und es rot blitzt: Schon bald wird auch die Stadt Limburg einen sogenannten "Enforcement Trailer" einsetzen - so heißt der Blitzer, der aussieht wie ein Blechcontainer mit Schlitz und den die Stadt für rund 161 000 Euro anschaffen will. Der Magistrat will damit einen Auftrag der Stadtverordneten umsetzen. Die CDU-Fraktion hatte sich für die Anschaffung des neuen Blitzergeräts stark gemacht.

Die Anlage besteht aus einem Messanhänger und vereint "die Vorteile von einem festinstallierten Blitzer und einer mobilen Messanlage", wie die Stadt gestern in einer Pressemitteilung mitteilte. Wie ein fester Blitzer arbeitet der Messanhänger selbstständig - es muss also nicht immer ein Hilfspolizist vor Ort sein und den Vorgang überwachen. Gleichzeitig kann der Anhänger mit einem Kraftfahrzeug gezogen werden, um an einer anderen Stelle Messungen vorzunehmen.

So wird der neue Blitzer der Stadt aussehen. Der Magistrat hat den Auftrag zur Anschaffung erteilt. Die neue Anlage wird künftig im gesamten Stadtgebiet eingesetzt.

Limburg: Neuer Blitzer soll für mehr Sicherheit im Verkehr sorgen

"Damit wollen wir für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen", sagt der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU). Ziel sei es, mit dem neuen Blitzer die Geschwindigkeitskontrollen zu verstärken und dadurch nachhaltig zu erreichen, dass sich die Autofahrer an Tempolimits halten und somit auch mehr Sicherheit auf den Straßen zu erreichen. Aber auch der Lärmschutz steht nach Angaben der Stadt im Fokus der Kontrollen, denn hohe Geschwindigkeiten führten zu erheblichen Fahr- und Motorgeräuschen. In einigen Bereichen der Stadt gilt nachts ein Tempolimit von 30 km/h, um den Verkehrslärm zu senken.

In der Zeit von Juli bis September hatte das städtische Ordnungsamt die Geschwindigkeitskontrollen verschärft, die Messungen mussten dann wegen eines Defekts an der mobilen Anlage unterbrochen werden, die nun repariert werden soll.

In diesem Zeitraum wurden in 108 Kontrollen rund 47 000 Fahrzeuge erfasst, rund 3500 davon waren zu schnell unterwegs - eine Quote von gut sieben Prozent. Gemessen wurde zwischen 7 Uhr morgens und 1 Uhr nachts, laut Stadt an Unfallschwerpunkten, zum Lärmschutz in der Nacht und zur Sicherung von schutzwürdigen Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen und Senioreneinrichtungen. Mit den verstärkten Kontrollen habe das Ordnungsamt auf Beschwerden von Bürgern und die Forderung der Ortsbeiräte reagiert.

Neuer Blitzer in Limburg: Geschwindigkeitskontrollen werden verstärkt

Der Magistrat begründet die Neuanschaffung auch mit Statistiken zum Thema Geschwindigkeit im Straßenverkehr. Demnach sei das Risiko, in Deutschland Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden, deutlich höher als Opfer einer Gewalttat zu werden. „Verstöße gegen geltende Tempolimits werden jedoch häufig als Bagatellen betrachtet und mit dem Hinweis auf ‚Abzocke‘ der Behörden entschuldigt“, sagt der Erste Stadtrat. Der Staat werde leider häufig als Gegner betrachtet, der gängelt, kassiert und einschränkt. „Geschwindigkeitsbeschränkungen haben jedoch eine Schutzfunktion und ihre Einhaltung ist sehr wichtig“, sagt Stanke.

An einem Beispiel macht er dies deutlich: Die Walderdorffstraße in der Limburger Innenstadt sei für viele Kinder und Jugendliche der Weg zu Kita und Schule. Dort ist Tempo 30 erlaubt. Doch bei der jüngsten Messung in dieser Straße seien mehr als 13 Prozent aller 442 erfassten Fahrer zu schnell gewesen - innerhalb einer Stunde.

Neuer Blitzer in Limburg: 2019 gab es knapp 1000 Verkehrsunfälle

Das schnellste Fahrzeug sei mit Tempo 53 unterwegs gewesen. Doch schon bei diesem Tempo könne ein Fahrer nicht mehr rechtzeitig bremsen, wenn ein Fußgänger auf die Straße laufe. Die Überlebenschance von Fußgängern bei einem Verkehrsunfall bei einer Aufprallgeschwindigkeit bis 60 km/h liege bei 28,7 Prozent, bei Tempo 80 nur noch bei 7,4 Prozent. Dies habe die Kreisverkehrswacht im niedersächsischen Vechta ermittelt. "Dieses kleine Beispiel veranschaulicht also sehr gut die Gefahren von zu schnellem Fahren", sagt Stanke und weist darauf hin, dass die meisten Unfälle nicht auf der Autobahn passieren, sondern innerhalb von Kommunen.

In Limburg gab es im vergangenen Jahr nach Angaben der Stadt 981 Unfälle, bei 107 Unfällen wurden Menschen verletzt, zwei Personen starben. "Diese Unfallzahlen zeigen, wie wichtig die Prävention durch Geschwindigkeitsmessungen ist", sagt Stanke. (red)

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