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So zufrieden sind die Limburger Unternehmen

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Von: Stefan Dickmann

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Sie stellten die Umfrage unter Unternehmen zum heimischen Standort Limburg vor: (von links) Alfred Jung von der IHK, der Wirtschaftsförderer der Stadt, Ulrich Aumüller, IHK-Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer und Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD).
Sie stellten die Umfrage unter Unternehmen zum heimischen Standort Limburg vor: (von links) Alfred Jung von der IHK, der Wirtschaftsförderer der Stadt, Ulrich Aumüller, IHK-Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer und Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD). © Stefan Dickmann

IHK legt Umfrage unter Firmen vor, die dem Standort die Gesamtnote 2,9 geben. Verkehrsinfrastruktur schneidet gut, Verwaltung weniger gut ab.

Limburg -Mit einer befriedigenden Schulnote von 2,9 benoten die Unternehmen in der Domstadt den Standort Limburg. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Limburg. Die IHK sieht den Standort Limburg (rund 35 000 Einwohner) dabei auf Augenhöhe mit deutlich größeren Städten mit Einwohnerzahlen zwischen mehr als 50 000 und gut 90 000. "Neben Marburg, Gießen und Wetzlar werden wir als gleichwertig angesehen", sagte der für die Standortpolitik bei der IHK zuständige Alfred Jung bei einem Pressegespräch am Montagnachmittag, bei dem die Ergebnisse der Umfrage vorgestellt wurden. "Limburg ist ein Top-Standort" mit "guten Qualitäten", sagte er.

Von den insgesamt rund 3000 Unternehmen in der Kreisstadt war jede dritte Firma von der IHK angeschrieben worden, knapp 200 Betriebe schickten den Fragebogen zu Infrastruktur, Standortkosten, Fachkräftebedarf, Stadtverwaltung, Flächenangebot und Lebensqualität zurück, davon die meisten komplett.

84 Prozent der befragten Unternehmen seien mit den Rahmenbedingungen, die ihnen die Stadt Limburg bietet, insgesamt zufrieden bis sehr zufrieden, nur 16 Prozent seien eher nicht zufrieden bis sehr unzufrieden, teilte Jung bei dem Gespräch mit IHK-Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer, Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) und den städtischen Wirtschaftsförderer Ulrich Aumüller im Stadthaus mit.

Die Verkehrsinfrastruktur schneidet dank der sehr kurzen Wege auf die A 3 und die B 49 mit der Schulnote von 1,8 am besten ab, und auch die Nähe zum Frankfurter Flughafen wird mit 2,1 gut bewertet. Dass die Gesamtnote in diesem Bereich mit 2,7 schlechter ausfällt, liegt vor allem an der mangelnden Leistungsfähigkeit des Verkehrs in der Innenstadt (nur eine 3,6 als Schulnote), aber auch der bauliche Zustand der Straßen löst mit einer 3,4 keine Begeisterungsstürme aus.

Betriebe kritisieren

Flächenangebot

Gerade der Verkehr sei für die heimischen Unternehmen von immenser Bedeutung, sagte IHK-Hauptgeschäftsführerin Sommer; sie betonte, wie wichtig eine Südumgehung für Limburg sei. Mit großer Sympathie reagierte Bürgermeister Hahn auf die soeben gegründete Bürgerinitiative, die sich für eine Südumgehung auf der Alttrasse durch die Südstadt/Blumenrod ausspricht. Das sei "eine wichtige Sache".

Aber auch künftige Gewerbeflächen seien für die heimische Wirtschaft von erheblicher Bedeutung. "Dieses Thema begleitet uns durch den gesamten Landkreis", sagte Sommer, die vorhandenen Flächen seien "überschaubar". Das spiegelt sich auch in der mangelnden Zufriedenheit der Limburger Unternehmen mit dem Flächenangebot wider: Die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen und Gewerbe-Immobilien wird mit einer 3,4 allerdings besser bewertet als die Verfügbarkeit von Wohnraum in der Kreisstadt mit 3,7.

Für Wirtschaftsförderer Aumüller ist das eine nachvollziehbare Reaktion auf den attraktiven Standort Limburg, bei dem eine hohe Nachfrage nach Gewerbegrundstücken auf ein zu geringes Angebot stöß. Deshalb setze sich die Stadt auch beim Regierungspräsidium in Gießen dafür ein, dass mehr Gewerbeflächen im Regionalplan ausgewiesen werden als im Entwurf stehen.

Mit der Arbeit in der Verwaltung der Stadt Limburg seien die befragten Unternehmen "eher zufrieden", erklärte Jung. Die schlechteste Schulnote mit 3,5 gibt es dabei für die "Bearbeitungsdauer". Das liegt aus Sicht von Ulrich Aumüller auch daran, dass kleinere Kommunen schneller reagieren könnten, weil dort die politischen Entscheidungswege in den Gremien kürzer seien als in einer Stadt wie Limburg.

Bürgermeister Hahn räumte im Pressegespräch ein, dass es sowohl beim Stadtmarketing als auch in der Wirtschaftsförderung "Luft nach oben" gibt. Das liege aber auch an der schwierigen Situation in den vergangenen zwei Jahren während der Pandemie. Die Stadt gehe aber von einer deutlichen Verbesserung aus durch einen City-Manager, der bald eingestellt werde. Derzeit laufe noch das Bewerbungsverfahren. Gerade bei Baugenehmigungen habe die Stadt viel zu tun, was auch an teils komplexen Bauprojekten liege.

Auf wenig Verständnis stieß beim Bürgermeister die Einschätzung der Unternehmen, dass die Standortkosten nicht so gut bewertet werden. Dass der Hebesatz für die Gewerbesteuer nur bei der Schulnote 3,6 liege, sei für ihn nicht nachvollziehbar, weil Limburg im Vergleich mit den anderen Kommunen im Landkreis im Mittelfeld liege.

Aus Sicht der Unternehmen steht Limburg positiv für die Begriffe "Heimat", "Natur", "Tourismus", "Wirtschaftskraft" und "Familienfreundlichkeit" mit Noten zwischen 2,3 und 2,8. Verbesserungsbedarf sehen die befragten Unternehmen hingegen bei "Sicherheit" (3,2) sowie "Kunst/Kultur" (3,4).

Limburg: Deutlich höhere

Gewerbesteuereinnahmen

Je geringer die Erwartung desto größer ist die Freude: Mit rund 25 Millionen Euro Einnahmen durch die Gewerbesteuer hatte die Stadt Limburg für das Haushaltsjahr 2021 defensiv kalkuliert, und damit die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie durch Corona bedingte Steuerausfälle eingepreist. Tatsächlich kommt die Stadt im vergangenen Jahr auf Einnahmen bei der Gewerbesteuer in Höhe von rund 43,1 Millionen Euro. Das geht aus einer Mitteilung von Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) an die Stadtverordneten hervor, die gestern Abend in der Stadthalle ihre Sitzung hatten. "Zu verdanken haben wir dies der Tatsache, dass die Nachzahlungen für gewerbesteuerstarke Vorcoronajahre die coronabedingten Vorauszahlungsausfälle in 2021 weit überkompensiert haben", teilt der Bürgermeister mit, der in dem Pressegespräch zur IHK-Standort-Umfrage am Montagnachmittag vom zweitbesten Ergebnis bei den Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt Limburg sprach. "Gleichwohl liegen die echten Belastungen bei der Gewerbesteuer noch vor uns", heißt es in Hahns Mitteilung an die Stadtverordneten weiter. Denn Nachzahlungen für steuerstarke Vorjahre könne die Stadt immer nur einmal vereinnahmen. Und: "Bisher entwickelt sich die Haushaltswirtschaft 2022 ertrags- wie aufwandsseitig im veranschlagten Bereich."

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