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Sylvia Reinhard und Enkelin Rosa waren mit ihrem Los gestern beim Oktoberfest auf dem Marktplatz-Gelände zufrieden.

Fest auf dem Markplatz

Spiel und Spaß auf dem Oktoberfest in Limburg

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Der Rummel auf dem Limburger Oktoberfest hat gestern Nachmittag begonnen. Natürlich kamen die meisten Besucher erst abends zur Eröffnung zum Feuerwerk und zum Fassbieranstich. Doch einige Besucher waren schon am frühen Nachmittag da, um in aller Ruhe durch die Fahrgeschäfte und Buden zu bummeln.

Muhamed Gökalp steht schon kurz nach der Eröffnung der Fahrgeschäfte auf dem Limburger Oktoberfestplatz am Wurfstand und hat den Ehrgeiz, den kompletten Dosenberg abzuräumen. Er versucht es einmal, zweimal, dreimal. Dann kriegt er einen Trostpreis. Was der Limburger mit türkischen Wurzeln noch vorhat? „Ich gehe jetzt zum Riesenrad“, sagt er. Von da oben runterzuschauen sei „echt cool“.

Sylvia Reinhard ist mit ihrer Enkelin Rosa unterwegs. Die Vierjährige hat ihren Spaß am Losstand und hofft, eines der großen Stofftiere zu ergattern. Aber das Lose aussuchen und aufmachen ist für sie auch schon Spannung genug. Was Rosa auch nicht versäumen darf, ist, vor dem Heimweg noch ein paar Enten zu angeln.

Max Wagner (9) ballert unterdessen die Hasen am Schießstand wie ein echter Profi ab. Dann zieht es ihn zum „Magic House“, wo in den dunklen Gängen gruselige Spezialeffekte auf die Gäste warten. „Da durchzulaufen macht richtig Spaß“, sagt Max. Er fahre aber auch gerne Schiffsschaukel.

Michaela und ihre Freundin Amelie stehen derweil an einem anderen Stand und ziehen Fäden. Die sind so furchtbar verdreht, dass sie nicht wissen können, welches Gewicht auf der anderen Seite hochgeht und wie viele Punkte sie erringen werden. Ihnen geht es aber nicht um den Gewinn, sondern einfach um den lustigen Zeitvertreib mit ihrer Clique. „Eine Fahrt mit dem Riesenrad gönnen wir uns auch noch“, erzählt Amelie. Elvir und Zulfo freuen sich dagegen auf eine der ersten Fahrten an diesem Nachmittag auf der „Crazy Mouse“. Die zwei lieben die Fahrgeschäfte, wo es so richtig abgeht. Neben der Achterbahn ist beispielsweise „Rocket“ interessant für sie, wo sich die Kabinen hoch in der Luft wild in alle Richtungen drehen. Melissa und ihre Freundin Sandra haben Lust auf noch eine Runde. „Ich glaube, der eine oder andere wird sich hier übergehen“, sagt sie lachend: „Wir finden es lustig, wie sich das hier dreht.“

Viel Thriller-Fahrgeschäfte mehr gibt es aber nicht in Limburg. Carmen von Fischke vom Schaustellerverband sagt, deutlich mehr Fahrbetriebe wie etwa in Großstädten rechne sich nicht in Limburg. Aber ein paar vergnügliche Stunden kann man auf dem Festplatz eindeutig genießen. Schieß- und Wurfbuden sind da. Mit Darts und an einem anderen Stand sogar mit großem Bogen und Pfeilen kann jeder Luftballons zum Platzen bringen. Natürlich gibt es den klassischen Autoscooter, ein Kettenkarussell sowie die guten alten Kinderkarussells. In einem können die Kleinsten sogar auf Booten im Wasser ein paar Runden drehen.

„Der Umsatz ist weiterhin konstant auf gutem Niveau“, sagt Carmen von Fischke. Bei den Fahrgeschäften versuche die Stadt als Ausrichter, immer mal wieder etwas Neues zu bieten. Bei den Verpflegungsständen setze man meistens auf die bewährten Schausteller aus Limburg und Umgebung.

Schausteller Bernd Stein aus Eschhofen räumt allerdings ein, dass es schon bessere Zeiten gegeben habe. Die Schausteller merkten an ihren Umsätzen, dass es ein Überangebot an Festen in der Gegend gebe und die Leute auch allgemein das Geld nicht mehr so locker wie früher sitzen hätten. „Es gibt auch in der heutigen Zeit zu wenig Kinder, die du brauchst, um auf genügend Gewinn zu kommen“, sagt Stein. Insgesamt sei das Limburger Oktoberfest aber immer noch eines der großen Feste der Region.

Eine andere Schaustellerin, die nicht namentlich genannt werden möchte, bestätigt Steins Aussage. Der Verdienst sei nicht mehr vergleichbar mit früher, weil viele Besucher nur noch über den Platz gingen und nichts ausgeben. Auch die Gäste von Gunnar Zessels Oktoberfestveranstaltungen in der Markthalle sorgten kaum für Umsatz auf dem Rummelplatz.

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