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Kurt Schmidt sammelte am steilen Lahnufer unterhalb der Lichfield Brücke Müll ein.

Frühjahrsputz in der Natur

Sportler, Pfadfinder und Feuerwehrleute räumten auf

Säckeweise „Wohlstandsmüll“ räumten freiwillige Helfer auch in diesem Jahr wieder aus Wald und Flur.

Zur jährlichen Lahnuferreinigung in der Stadt hatte auch in diesem Jahr wieder der Sportanglerverein Limburg (SAV) aufgerufen, der wie bereits in den vergangenen zehn Jahren von den Pfadfindern des Royal Rangers Stamms unterstützt wurden. Neben Stammleiter Ewald Ungar und seinem Stellvertreter Uwe Terboven waren noch sechs Kinder und Jugendliche mit dabei, die auf der Schleuseninsel Müll aufsammelten. „Wir sind Naturmenschen, und da ist es für uns selbstverständlich, die Angler bei der Aktion zu unterstützen“, sagte Ewald Ungar.

Doch die Gruppe sammelte nicht nur Müll ein. Die Stammleiter vermitteln den Kindern dabei auch etwas über die Natur selbst, über den Aufbau der Lahn sowie über die Funktion des Wehrs. Auch was das Müllaufkommen anlangt, haben sie in den vergangenen zehn Jahren viel gesehen: Von alten Ölkanistern bis hin zu Autoreifen, von Fahrrädern bis Haushaltsgeräten war schon alles dabei. „Es ist traurig und unverständlich, dass vor allem Haushaltsgeräte so entsorgt werden“, schüttelte Uwe Terboven den Kopf, „wo diese Dinge doch kostenlos abgeholt werden.“

Der Naturschutzgedanke und auch der Wunsch nach einer sauberen Sportstätte, dem Angelplatz, ließ die etwa 130 Sportler auch an unwegsame Stellen kriechen, um Unrat zu entfernen. So hangelte sich Kurt Schmidt an den steilen Ufern unterhalb der Lichfield-Brücke entlang, um dort den Müll aufzusammeln. „Alles Wohlstandsmüll“, beschrieb er kurz die Situation. Bei Staffel hatten die Mitwirkenden weniger zu tun. Hier machte sich bemerkbar, dass erst eine Woche vorher vom Ortsteil aus Müll gesammelt wurde.

Insgesamt reinigten die Angler die Lahnufer vom Steedener Kalkwerk bis nach Staffel, sammelten an den angrenzenden Gewässern Elbbach, Mörsbach und Emsbach Müll. Die gefüllten Müllsäcke stellten die Helfer an den Straßenrand, wo diese von Mitarbeitern des Bauhofes der Stadt Limburg sowie von Sportanglern mit Anhängern eingesammelt worden sind. Gegen Mittag trafen sich alle Helfer wieder auf der Schleuseninsel, wo sich die drei aufgestellten Containe füllten.

Einen „Tag der sauberen Landschaft“ gab es auch in Lindenholzhausen. Mehr als 120 Bürger, darunter Pfadfinder, Kirmesburschen und Flüchtlinge sowie die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, waren hier dem Ruf des Ortsbeirats und des Verschönerungsvereins Lindenholzhausen gefolgt und hatten in der Gemarkung aufgeräumt. Dass auch diesmal wieder Autoreifen, diverse Möbel und anderes Sperrgut entsorgt werden mussten, gehört mittlerweile zur traurigen Tradition dieser Aktion.

„Unvorstellbar, dass Menschen ihren Sperrmüll bis an die abgelegensten Ecken transportieren, wo dieser doch vor der Haustür abgeholt werden würde“, findet auch Arne Piecha, Ortsvorsteher von Offheim. Müll und Dreck sei an allen Auf- und Abfahrten zu entdecken, da man diesen nicht in seinem Auto haben möchte. „Auf der grünen Wiese ist das anscheinend aber kein Problem“.

Seit drei Jahren nehme sein Stadtteil an der Säuberungsaktion teil, erklärte der Ortsvorsteher, „und man könnte meinen, man kämpft gegen Windmühlen. Macht man aber nicht. Auch wenn in einem Jahr wieder viel Unrat vorhanden sein wird, so gibt man zumindest den eigenen Kindern ein gutes Vorbild“. Durch die Präsenz am Straßenrand mache man allen Bürgern deutlich, dass die Natur wichtig ist. lh

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