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Stadt Limburg plant Kampagne für mehr Solardächer

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Von: Stefan Dickmann

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Für mehr Klimaschutz will die Stadt Limburg mehr Solardächer - nicht nur wie hier auf dem Dach eines Privathauses in Limburg, sondern auch auf den Dächern städtischer Liegenschaften.
Für mehr Klimaschutz will die Stadt Limburg mehr Solardächer - nicht nur wie hier auf dem Dach eines Privathauses in Limburg, sondern auch auf den Dächern städtischer Liegenschaften. © Stefan Dickmann

Aktionsplan für Klimaschutz wird nächste Woche im Umweltausschuss vorgestellt und diskutiert.

Limburg -Seit dem Jahr 2015 ist die Stadt Limburg eine von mehreren "Klima-Kommunen" in Hessen. Diese haben sich verpflichtet, sich für den Klimaschutz einzusetzen. Die Stadt hat deshalb einen rund 50 Seiten umfassenden "Klima-Aktionsplan" mit 25 verschiedenen Maßnahmen zum Schutz des Klimas und der Natur vorgelegt, über den am kommenden Montag im Umweltausschuss diskutiert wird. Der Magistrat empfiehlt den Stadtverordneten, diesem Aktionsplan und den darin vorgestellten Maßnahmen zuzustimmen. Schon jetzt steht fest, dass spätestens in fünf Jahren ein neuer Aktionsplan erstellt werden soll.

Im Vorwort weist der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) darauf hin, "dass die Auswirkungen des Klimawandels auch vor unserer Haustür stehen". Ob Starkregen und Hochwasser, Stürme, anhaltende Trockenheit und Hitzewellen - das Risiko für Extremwettereignisse nehme zu. "Also müssen wir hier vor Ort etwas tun, um diesem globalen Problem mit lokalen Lösungsansätzen zu begegnen." Klima- und Umweltschutz würden zudem maßgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität der Bürger beitragen.

Die Stadt wolle den Treibhausgas-Ausstoß reduzieren und bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität anstreben. "Weiterhin ist es wichtig, die Stadt an die auch heute schon spürbaren Auswirkungen des Klimawandels anzupassen und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen", schreibt der Erste Stadtrat. "Aber auch an Problemen wie dem Verlust der Artenvielfalt oder die anhaltende Verschmutzung der Umwelt muss gearbeitet werden. Denn eine intakte Umwelt ist für uns Menschen überlebenswichtig."

Der Aktionsplan diene als Leitfaden mit Blick auf die Zeit- und Ressourcenplanung und enthält nach Stankes Angaben "eine ambitionierte Strategie", um die Stadt Limburg in fünf Handlungsfeldern voranzubringen: "Klimaanpassungsmaßnahmen", "Erhalt und Steigerung der Biodiversität", "Klima- und Umweltschutz in der kommunalen Verwaltung", "Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung und Beratung" sowie "Förderung nachhaltiger Mobilität". "Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass wir mehr Natur in Limburg zulassen", schreibt Stanke.

Und das sind einige der konkreten Maßnahmen im Klima-Aktionsplan der Stadt:

Sanierung des Freibads: Das soll zu einer deutlichen Reduzierung der Energiekosten führen. Die Heiztechnik und Beckenerwärmung sollen erneuert werden. Dazu kommen eine Beckenerneuerung und eine bautechnische Sanierung der Sanitäranlagen. Die geschätzten Kosten betragen 3,6 Millionen Euro.

Kampagne für Solarstrom: Um in Limburg Hausbesitzer zur eigenen Stromerzeugung zu motivieren, soll im nächsten Jahr eine entsprechende Kampagne (in Absprache mit der EVL) zur Förderung der Solarenergie durchgeführt werden.

Solarenergie auf städtischen Dächern: Ob und wo auf diesen Dächern Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von Solarstrom errichtet werden können, soll geprüft werden. Anschließend soll eine Liste erstellt werden, bei welchen Liegenschaften so etwas sinnvoll ist. Bei jeder größeren Sanierung und bei Neubauvorhaben städtischer Liegenschaften soll der Einsatz von Photovoltaik automatisch mit geprüft werden.

Aufforstung im Stadtwald: Wo Bäume nach Stürmen und Borkenkäferbefall entfernt oder gefällt werden mussten, sollen in gemeinsamen Aktionen von Hessenforst, der Stadt und interessierten Bürgern neue Bäume gepflanzt werden, um die Artenvielfalt zu sichern und zu erhöhen.

Erfassung von "Hitze-Inseln" in der Innenstadt: In einer Bachelorarbeit der Technischen Hochschule Bingen sollen "Hitze-Inseln" in der Innenstadt ausfindig gemacht werden. Anschließend sollen konkrete Gegenmaßnahmen an den Hitze-belasteten Orten entwickelt werden.

Förderung von Begrünung: An "geeigneten Stellen" will die Stadt mehr Grün pflanzen und Flächen entsiegeln. Darunter sollen auch Anreize entfallen, damit neue "Schottergärten" erst gar nicht entstehen und die Entsiegelung von Flächen attraktiver gemacht wird.

Kampagne zur Müllvermeidung: Das Müllaufkommen steigt und der öffentliche Raum wird aus Sicht der Stadt zunehmend vermüllt. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, soll eine Öffentlichkeitskampagne durchgeführt werden, um auf Müllvermeidung insgesamt, den zunehmenden Müll im öffentlichen Raum, illegale Müllentsorgung im Wald und auf Feldwegen sowie auf Mehrwegsysteme in der Gastronomie hinzuweisen. Dabei wird eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis angestrebt.

Aktion "Radfahren neu entdecken": Drei Monate lang können hessische Kommunen ihren Bürgern sowie Unternehmen einen kostenlosen Test von Pedelecs, E-Bikes oder E-Lastenrädern anbieten, damit sie sich im Idealfall diese später anschaffen und dafür das Auto häufiger stehen lassen. Auch die Stadt will eine solche Aktion anbieten.

Anschaffung von E-Bikes für die städtischen Mitarbeiter: Um den städtischen Fuhrpark "nachhaltig und emissionsfrei zu gestalten", sollen acht E-Bikes und ein Lastenrad als Dienstfahrzeuge angeschafft werden. Dadurch sollen, wenn möglich, Dienstfahrten mit dem Pkw ersetzt werden. Das soll noch dieses Jahr umgesetzt werden.

Schulung der städtischen Hausmeister: Jährlich fallen nach Angaben der Stadt hohe Kosten für den Bezug von Strom, Wärme und Wasser bei den städtischen Liegenschaften an. Eine wichtige Rolle spielen dabei die städtische Hausmeister. In Schulungen sollen sie für die Vermeidung hoher Energiekosten sensibilisiert werden, um konkrete Maßnahmen zur Einsparung umzusetzen.

Hinweistafeln zum Klima-, Umwelt- und Naturschutz: Damit soll für die Bürger in Limburg sichtbar werden, was die Stadt an bestimmten Stellen konkret unternimmt. Geplant sind solche Schilder laut Aktionsplan an Streuobstwiesen mit Hinweisen zur Ernte sowie zur Brut- und Setzzeit und an städtischen Grünflächen, die einem naturschutzfachlichen Mahd-Konzept unterliegen, das heißt, diese werden bewusst seltener gemäht.

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