Gebaut wurde in Limburg wie hier in der Westerwaldstraße in den vergangenen Jahren einiges. Doch der Mehrheit der Stadtverordneten fehlt es dennoch an Wohnraum im mittleren und unteren Preissektor.
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Gebaut wurde in Limburg wie hier in der Westerwaldstraße in den vergangenen Jahren einiges. Doch der Mehrheit der Stadtverordneten fehlt es dennoch an Wohnraum im mittleren und unteren Preissektor.

Fast einstimmiges Votum der Limburger Stadtverordneten

Stadt soll Wohnungsbaugesellschaft vorbereiten

  • VonRobin Klöppel
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Siedlungsdruck soll abgefedert werden

Die Limburger Stadtverordnetenversammlung hat sich bei nur einer Gegenstimme von Heiko Gapp (fraktionslos) und Enthaltung von Sigrid Schmüser (Linke) auf einen SPD-Änderungsantrag hin für die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft ausgesprochen. Der Magistrat wird gebeten, alle Möglichkeiten, Rahmenbedingungen und Handlungsoptionen zu prüfen, zu bewerten und eine Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung zu erarbeiten. Die Grünen wollten in ihrem Ursprungsantrag mehr, die direkte Gründung einer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft, die zu 100 Prozent in städtischem Besitz ist.

Vordringliche Ziele sollten sein, wie es Fraktionschef Dr. Sebastian Schaub formulierte, die städtischen Liegenschaften und die Liegenschaften des Bürgerhospitalfonds zu verwalten, instand zu setzen und eventuell auszubauen, sie zu modernisieren und energetisch zu sanieren. Damit sollten sie fit für den Limburger Wohnungsmarkt gemacht werden. Dies solle, so der nicht mehr abgestimmte Grünen-Antrag, ohne Orientierung auf eine Gewinnmaximierung auf möglichst ökologische Bauweise erfolgen.

Corona-Pandemie

als "Brandbeschleuniger"

Andreas Pötz (Grüne) sagte, dass es derzeit in Limburg nicht genügend Wohnraum gebe. Viele Leute seien im Homeoffice und könnten so leichter aus den Ballungszentren nach Limburg ziehen. Es gebe starken Siedlungsdruck aus der Rhein-Main- und der Köln-Bonn-Region. Die Preise zögen stark an. Corona habe da, so Pötz, als "Brandbeschleuniger" gewirkt. Andreas Pötz ist sich sicher, dass die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft in Limburg den Druck im unteren und mittleren Segment abmildern würde. Durch sie könne bezahlbarer Wohnraum für Limburger Bürger geschaffen werden. Dass eine solche Wohnungsbaugesellschaft auch in kleineren Städten erfolgreich arbeiten könne, zeige sich am Beispiel des bayerischen Wolfratshausens.

SPD-Fraktionschef Peter Rompf erklärte, dass sich die SPD Limburg schon lange mit dem Thema bezahlbarer Wohnraum befasse. Aber vor der Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft seien erst einige Fragen zu klären. Man könne nicht einfach so entscheiden, eine Gesellschaft zu gründen, an der die Stadt 100 Prozent der Anteile halte. Es gebe auch andere Beteiligungs- und Kooperationsmodelle. Wichtig sei nur, dass die Stadt am Ende bei den Entscheidungen den Hut aufbehalte.

"Nur Nachverdichtung

reicht nicht"

Rompf sagte, dass die vergangenen Jahre in Limburg viele Wohnungen entstanden seien, aber leider eben nicht im bezahlbaren Bereich. Dass eine Wohnungsbaugesellschaft für die Stadt benötigt werde, sei also unstrittig. Die SPD wolle da nur einen anderen Weg als die Grünen gehen. Nachverdichtung alleine werde, ist sich Rompf sicher, nicht reichen. Es brauche auch Neubauten und Geschosswohnungsbau.

FDP-Fraktionchefin Marion Schardt-Sauer betonte, dass die FDP dem SPD-Antrag zustimmen werde. "Wir sind auch für die Schaffung einer Wohnungsbaugesellschaft. Es wird höchste Zeit." Schardt-Sauer sagte, dass die Stadt kaum in bestehende Wohnungen investiere. Es gehe nicht nur darum, genügend Wohnraum zu schaffen. Man müsse auch ordentlich damit umgehen.

Michael Stock kündigte an, dass die CDU dem SPD-Antrag ebenfalls zustimmen werde. Durch die Gesellschaft bekomme der städtische Wohnungsbau eine Aufwertung und ein Gesicht. Stock mahnte aber auch an, dass man sich über den bereits bestehenden Bestand an städtischen Wohnungen in Zukunft mehr Gedanken machen müsse. Diese müssten professionell gemanagt werden.

Kai-Hagen Maiwald (Grüne) warb hingegen vergeblich darum, den Grünen-Antrag zu unterstützen. Denn er nenne ja ein konkretes Ziel. Der private Markt habe jedenfalls die vergangenen 20 Jahre nichts von alleine geregelt. Auch in den Neubaugebieten in Blumenrod werde nichts an bezahlbarem Wohnraum entstehen. Das sei im übrigen das, was das Jobcenter an Mietkosten übernehme, betonte Maiwald. Robin Klöppel

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