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Stadtpark Blumenrod nach Sigi Wolf benannt

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Von: Stefan Dickmann

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Sigi Wolf (1939 - 2020)
Sigi Wolf (1939 - 2020) © privat

Große Ehre für die vor zwei Jahren verstorbene Ortsvorsteherin

Limburg -Der Stadtpark Blumenrod heißt nun nach der vor zwei Jahren verstorbenen Ortsvorsteherin der Kernstadt offiziell Sigi-Wolf-Park. Zahlreiche Bürger, Stadtverordnete, Stadträte, Ortsbeiratsmitglieder, Vertreter aus der Stadtverwaltung, der Wirtschaft und der freiwilligen Feuerwehr sowie die Verwaltungsspitze waren am Montagabend zu der Namenseinweihung gekommen und würdigten eine Politikerin, die durch ihre Bürgernähe, ihre Warmherzigkeit und ihren Humor sehr beliebt war.

Sigi Wolf war am 13. Juni 2020 im Alter von 80 Jahren überraschend gestorben. Seit dem Jahr 2001 war sie Ortsvorsteherin gewesen. Ihr großer Wunsch, noch das Jubiläum 30 Jahre in diesem Amt zu erleben, blieb ihr versagt. Ihre Tochter Birgit Wolf, die ebenfalls Mitglied im Ortsbeirat Kernstadt ist, erinnerte in ihrer Rede an den Moment, als sie einen Anruf erhielt und gefragt wurde, ob sie die Tochter von Sigi Wolf sei, die sich zu diesem Zeitpunkt aufgrund einer Routine-Untersuchung in einer Klinik befand. "Da war mir klar, dieses Gespräch nimmt kein gutes Ende", sagte sie. "Sie fehlt mir jeden Tag. So geht es vielen Menschen."

Die größte Leidenschaft ihrer Mutter sei es gewesen, Ortsvorsteherin zu sein. "Sie hat diese Position geliebt und gelebt, sie war ein Limburger Original mit dem Herz am rechten Fleck. Sie war stets authentisch und zuverlässig. Bürgernähe war für sie sehr wichtig." Jeden Nachmittag habe man sie mit ihrem Hund im Stadtpark antreffen können ("Das war ihr zweites Zuhause"), der nun ihren Namen trägt, und anschließend im Café, wo sie mit den Bewohnerinnen der Seniorenresidenz ins Gespräch gekommen sei.

Ein trauriger, aber

auch ein schöner Tag

Von "einem komischen Tag" sprach Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD). Es sei ein trauriger Tag, weil es der zweite Todestag von Sigi Wolf sei, aber auch ein schöner Tag, weil der Stadtpark nun nach ihr benannt werde. "Sie war ein besonderer Mensch", sagte Hahn. "Sie konnte auf Menschen zugehen und deren Anliegen in der Verwaltung platzieren." Sie habe das Herz auf der Zunge getragen, und das habe er selbst früh gemerkt. Selbstkritisch räumte Hahn ein, dass er als Politiker einst vor allem mit dem Säbel statt mit dem Florett gekämpft habe, und da habe sie zu ihm gesagt: "Herr Hahn, so wird das nichts, wenn Sie so weitermachen." Sigi Wolf sei ein mitfühlender Mensch gewesen, nach einem Verkehrsunfall habe sie ihm einen Christophorus geschenkt, den Schutzheiligen der Reisenden. "Sigi wird immer in meinem Herzen bleiben", sagte Hahn. "Ihre Impulse fehlen." Regelmäßig frage er sich, was Sigi zu einem Thema gesagt hätte. "Wir haben ihr viel zu verdanken."

"Jeder hat sie gekannt und angesprochen"

Von einer "prägenden Figur", sprach Landrat Michael Köberle (CDU), der Sigi Wolf in seiner früheren Funktion als Fraktionsvorsitzender und Stadtverordnetenvorsteher auch als Stadtverordnete erlebt hat. Mehr als 30 Jahre lang war sie Mitglied der CDU und von 1995 bis 1997, von 2000 bis 2001 und von 2006 bis zu ihrem Tod Stadtverordnete. Auch in weiteren Gremien war sie engagiert - von 1993 bis 2001 in der Gesellschafterversammlung der Hallenbad Diez-Limburg GmbH, von 2011 an im Aufsichtsrat der Stadthalle und von 2008 bis 2011 als stellvertretende Vorsitzende des Frauenbeirats.

"Jeder in der Stadt hat sie gekannt und angesprochen", sagte der Landrat. Sie habe ihn als jungen Politiker an die Hand genommen und mit ihrer Warmherzigkeit die Menschen mitgenommen. Sie habe immer die Praxis im Blick gehabt und vielen Fraktionssitzungen gemahnt, sich manches direkt vor Ort anzuschauen. Noch immer trinke er aus einer Tasse, die sie ihm mal geschenkt habe. Darauf steht: "Dieser Tag ist der beste Tag."

Fast schon prophetisch war ihre Antwort im Dezember 2019 auf die regelmäßige Umfrage zum Jahresende dieser Zeitung unter den Ortsvorstehern in Limburg. Noch war Corona ein Wort, das damals kaum jemand gehört hatte, aber die Pandemie schon versteckt im Anmarsch. Was sie sich für den Kernstadt als Ortsvorsteherin wünsche? "Ich wünsche mir, dass 2020 keine ortsansässigen Gewerbetreibenden und Selbstständige, unabhängig ob Einzelhandel, Dienstleistung, Werkleistung oder auch Ärzte, egal ob Mensch und Tier, Angst um ihre Existenz haben müssen."

Ihr letzter Anruf in der Redaktion galt der Existenz der Kleintierpraxis in der Westerwaldstraße, weil dort eine Großbaustelle eingerichtet werden sollte und die Sorge bestand, dass die Kunden der Praxis mit ihren kranken Tieren nicht mehr direkt auf den Hof fahren können. Und weil sie die Menschen, die sie als Politikerin vertrat, ins Herz geschlossen hatte, werden noch viele sie lange in Erinnerung behalten. dick

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