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Stadtwerke bieten Photovoltaik-Anlagen an

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Von: Stefan Dickmann

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Die drei Stadtwerke Limburg, Weilburg und Diez gründen mit der Lahn Energie GmbH ein gemeinsames Unternehmen, um Photovoltaik-Anlagen wie links im Bild an private und gewerbliche Kunden zu verkaufen oder zu verpachten: (von links) der Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD), EVL-Geschäftsführer Gert Vieweg, Lahn Energie-Geschäftsführer Marco Stingl, der Chef der Stadtwerke Weilburg, Jörg Korschinsky, die Stadtbürgermeisterin von Diez, Annette Wick (SPD) und der Chef der Stadtwerke Diez, Peter Keßler, auf dem Dach der EVL in Limburg.
Die drei Stadtwerke Limburg, Weilburg und Diez gründen mit der Lahn Energie GmbH ein gemeinsames Unternehmen, um Photovoltaik-Anlagen wie links im Bild an private und gewerbliche Kunden zu verkaufen oder zu verpachten: (von links) der Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD), EVL-Geschäftsführer Gert Vieweg, Lahn Energie-Geschäftsführer Marco Stingl, der Chef der Stadtwerke Weilburg, Jörg Korschinsky, die Stadtbürgermeisterin von Diez, Annette Wick (SPD) und der Chef der Stadtwerke Diez, Peter Keßler, auf dem Dach der EVL in Limburg. © Stefan Dickmann

Verkauf an private und gewerbliche Kunden startet von Ende dieses Jahres an.

Limburg -Die Strompreise steigen im Rekordtempo, die Sorge vieler Menschen, ihre Stromrechnungen nicht mehr zahlen zu können, wächst. In dieser nervösen, fast schon panischen Stimmung gehen die drei Stadtwerke Limburg, Weilburg und Diez mit der Lahn Energie GmbH an den Start. Das junge Unternehmen will Photovoltaik-Anlagen verkaufen, an private und an gewerbliche Kunden, die so möglichst viel Strom für den Eigenbedarf aus Sonnenenergie gewinnen können, um deutlich unabhängiger zu werden. Die Lahn Energie wird ihren Sitz in der Nähe des Katzenturms in Limburg haben.

Am Freitag stellten die Verantwortlichen das Projekt in Limburg vor mit dem neuen Geschäftsführer Marco Stingl sowie den drei Geschäftsführern der Energieversorgung Limburg (EVL), Gert Vieweg, an der die Stadt zu 60 Prozent beteiligt ist, der Stadtwerke Weilburg, Jörg Korschinsky, sowie der Stadtwerke Diez, Peter Keßler. Das Projekt wird auch von der Politik unterstützt: Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn und die Diezer Stadtbürgermeisterin Annette Wick (beide SPD) waren ebenfalls dabei in ihrer Funktion als Aufsichtsratsvorsitzende; der Weilburger Bürgermeister war am Freitagmittag verhindert.

Was ist das Ziel der Lahn Energie? Photovoltaik-Anlagen für Dachflächen zu verkaufen, zu installieren und zu warten auf Einfamilienhäusern oder gewerblichen Gebäuden; alternativ soll es später möglich sein, diese Anlagen auch zu pachten. Nach Angaben der drei Gesellschafter geht es nicht allein um den Verkauf, sondern darum, für eine größere Stabilität des heimischen Stromnetzes zu sorgen. Denn die von der Lahn Energie verkauften Anlagen können zu einem virtuellen Kraftwerk zusammen geschaltet werden, um Stromschwankungen ausgleichen, und sollen so zur Versorgungssicherheit beim Strom beitragen.

Was kostet eine solche Anlage für ein durchschnittliches Haus? Je nach Größe der Dachfläche werden allein für die Photovoltaik-Anlage 10 000 Euro bis 15 000 Euro fällig, mit einem Stromspeicher können es schon rund 20 000 Euro sein.

Der Stromspeicher ist mit Blick auf die eigene Unabhängigkeit der entscheidende Faktor: Denn die mit Hilfe der Sonne tagsüber gewonnene Energie wird ja nicht sofort verbraucht. Ohne Stromspeicher wird der Strom ins allgemeine Netz eingespeist und vergütet. Je nach Größe des Stromspeichers lässt sich ein Großteil des eigenen Energiebedarfs decken. Nach Angaben der Verantwortlichen ist das vor allem interessant mit Blick auf das eigene E-Auto, das dann mit der eigenen Sonnenenergie aufgeladen werden kann, aber auch mit Blick auf die derzeit beliebten Wärmepumpen.

Was kostet eine Verpachtung? Dann ist mit ungefähr 90 Euro pro Monat zu rechnen, allerdings ohne Stromspeicher. Wird dieser dazu gebucht, beträgt der Preis 180 Euro.

Wie lange hält so eine Anlage auf dem Dach? Bis zu 25 Jahre sind möglich, die Hersteller garantieren eine Leistungsaufnahme von 80 Prozent noch nach 20 Jahren.

Wann rechnet sich das Angebot? Je stärker die Strompreise steigen, desto früher wird dies sein. Vor dem Strompreis-Wahnsinn galt die Regel, dass sich die Investition nach spätestens 15 Jahren amortisiert.

Wer kann das Angebot nutzen? Jeder Bürger, der im Landkreis Limburg-Weilburg und im Rhein-Lahn-Kreis wohnt und damit im Verbreitungsgebiet der drei Stadtwerke. Eine Ausweitung des Kundenkreises zu einem späteren Zeitpunkt ist nicht ausgeschlossen. Stromkunde der EVL oder der beiden Stadtwerke muss man nicht sein. Nach dem Einbau der Anlage ist ein Reststromvertrag mit dem eigenen Anbieter erforderlich, weil mit der Solarenergie nicht der komplette Bedarf gedeckt wird.

Ab wann kann das Angebot in Anspruch genommen werden? Ende dieses, Anfang nächsten Jahres. Das neue Unternehmen wird seinen Betrieb am 1. Oktober aufnehmen. Wartelisten für Kunden können nicht ausgeschlossen werden. Das sei auch bei anderen Anbietern der Fall, erklärte Geschäftsführer Stingl.

Wie geht es mit den Strompreisen weiter? Steil nach oben. Mitte Oktober trifft sich der Aufsichtsrat der EVL mit Bürgermeister Hahn an der Spitze und erfährt, welche Preiserhöhung die EVL zum 1. Januar vorschlagen will. Sicher ist schon jetzt, dass es deutlich teurer wird. Der Preis für die Bestandskunden basiert zwar auf dem Einkauf über einen Zeitraum von drei Jahren. Aber wenn die hohen Einkaufspreise auch nächstes Jahr anhalten, wird der Strompreis künftig weiter steigen.

Immer wieder betonten die Verantwortlichen, sie würden beim Einbau der Photovoltaik-Anlagen auf die Zusammenarbeit mit den heimischen Handwerkern setzen. Als die Gründung der Lahn Energie bekannt geworden war, hatte es vor allem von der Industrie- und Handelskammer und der Kreishandwerkerschaft Bedenken gegeben mit Blick auf die vielen Unternehmen, die, was den Einbau betrifft, die gleiche Dienstleistung anbieten.

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