Stefan Laux vor dem neuen Rathaus. Foto: Joachim Heidersdorf
+
Stefan Laux vor dem neuen Rathaus. Foto: Joachim Heidersdorf

Limburg

Stefan Laux: "Verwaltung gehört in die Stadt"

Bürgermeisterkandidat will Entscheidung für Umzug korrigieren und sich für mehr Sicherheit und Sauberkeit einsetzen

Limburg. Bislang verlief der Wahlkampf sehr ruhig, gut ein halbes Jahr vor dem voraussichtlichen Wahltermin nimmt das Rennen um das Bürgermeisteramt nun Fahrt auf. Herausforderer Stefan Laux spurtet mit einem überraschenden Vorschlag los: Er will Teile der Verwaltung vom Campus auf der Dietkircher Höhe in die in der Stadtmitte zurückholen.

"Am liebsten würde ich das Rathaus wieder komplett verlagern", sagte der von der CDU unterstützte unabhängige Kandidat in einem Gespräch mit dieser Zeitung. "Ich will aber keine Forderungen stellen und Versprechen geben, die ich nicht umsetzen und halten kann."

Laux war schon im Vorfeld gegen den Umzug - und seine Meinung hat sich nach den ersten Monaten nicht geändert. "Das war eine absolut falsche Entscheidung! Alle wollen eine lebendige Innenstadt und beklagen den Leerstand. Vor diesem Hintergrund ist es ein fatales Signal, wenn die Verwaltung auf die grüne Wiese geht."

Neue Einheiten an den alten Standort

Der bislang nicht in der Kommunalpolitik aktive Bewerber hat jedoch eingesehen, dass er die von der CDU mitgetragene Entscheidung nicht rückgängig machen kann. Dafür würde er in der Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit bekommen. Aber er möchte sie nach Möglichkeit wenigstens ein Stück weit korrigieren. "Wenn man merkt, dass bestimmte Verwaltungseinheiten in die Innenstadt gehören, muss man reagieren", sagt Laux. Neue Abteilungen sollten auf jeden Fall in den alten Räumen im Zentrum sitzen. Dabei denkt der Bürgermeisterkandidat unter anderem an eine Stadtpolizei und an Spezialisten für Digitalisierung.

Der Schulleiter glaubt, dass die Auswirkungen der Verlagerung ebenso wie die Folgen der Corona-Krise erst im Herbst und mittelfristig in der City spürbar werden. "Ein Glück, dass Karstadt bleibt; hoffentlich noch lange", so Laux.

Die Stärkung der Innenstadt gehöre zu seinen vorrangigen Zielen. "Limburg braucht ein Rathaus, das allen Bürgern offensteht - digital und analog!", sagt er.

Ideenwerkstatt mit 10-Punkte-Programm

Sicherheit und Sauberkeit sind weitere wichtige Themen in seinem 10-Punkte-Programm, das Stefan Laux am Freitag vorgestellt hat. Die Liste ist eine Zusammenfassung eigener Initiativen und von Vorschlägen, die Bürger bei Ortsbegehungen und in seiner "Machbar" gemacht haben. Den samstags geöffneten Treffpunkt in der Altstadt will Laux weiter als Ideenwerkstatt nutzen. "Ich bin selbstverständlich auch sonst ansprechbar und für jeden Hinweis dankbar", sagt der 51-Jährige.

Er wartet gespannt auf die Festlegung des Wahltermins; derzeit spricht alles für eine Zusammenlegung mit der Kommunalwahl am 14. März 2021. Laux wird nicht auf der CDU-Liste zu finden sein. "Sonst wäre ich als unabhängiger Bewerber unglaubwürdig", sagt er. Die Stadtpolitik wird er also als Bürgermeister mitgestalten oder gar nicht.

Laux hat nach eigenen Worten "noch viele Pfeile im Köcher", um in den nächsten Monaten für sich und seine Anliegen zu werben.

Die ersten hat er gestern abgeschossen. Der Familienvater fordert etwa eine Stadtpolizei. Die ergänzend zum Ordnungsamt tätigen Mitarbeiter sollten fast die gleichen Befugnisse haben wie die Beamten der Landespolizei, also auch bewaffnet sein. Vorbilder sind Wiesbaden, Offenbach und Rüsselsheim.

"Flotte Feger" und mehr Grün

"Es ist leider Fakt, dass viele Menschen in Limburg Angst haben. Am Geld darf es nicht scheitern, den Bürgern das gute Gefühl von Sicherheit zu geben", sagt Laux. Der Bahnhofsvorplatz und andere Kriminalitätsschwerpunkte müssten regelmäßig "bestreift" werden.

In puncto Sauberkeit macht Laux sich für mehr und bessere öffentliche Toiletten stark. Auf öffentlichen Plätzen und Straßen sollten für zusätzliche Reinigungsarbeiten wie in Rüsselsheim "flotte Feger" eingesetzt werden.

Limburg soll nach seinem Willen nicht nur sicherer und sauberer, sondern auch grüner werden. Laux ist ein leidenschaftlicher Verfechter für den Erhalt die Platanen am Neumarkt und er würde gerne noch mehr Bäume in der Stadt haben. Limburg könnte auch die Landesgartenschau ausrichten, meint er, und an der Lahn einen Stadtpark schaffen.

Im Verkehr plädiert Laux für einen "vernünftigen Mittelweg" zwischen ÖPNV, Rad und Auto. Eine Umgehung sei ebenso unrealistisch wie eine autofreie Innenstadt. hei

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare