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Stabwechsel: Landrat Manfred Michel (links) überreichte seinem Nachfolger im Amt Michael Köberle (rechts) die Ernennungsurkunde. Im Hintergrund Kreistagsvorsitzender Joachim Veyhelmann.

Neuer Landrat

Er steht vor großen Fußstapfen: Köberle ins Amt eingeführt

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Zur Weiterentwicklung des Kreises will der neue Landrat Michael Köberle ab Januar eigene Akzente setzen. Vor allem wünscht er sich ein konstruktives Miteinander.

Michael Köberle (52) ist gestern in der Sitzung des Kreistages im Bürgerhaus in Löhnberg in sein neues Amt als Landrat des Kreises Limburg-Weilburg offiziell in sein am 1. Januar 2019 beginnendes Amt eingeführt worden. Landrat Manfred Michel (CDU) überreichte Köberle die Ernennungsurkunde und Kreistagsvorsitzender Joachim Veyhelmann (CDU) nahm dem neuen Landrat, der auch der CDU angehört, den Amtseid ab.

Köberle, der am 11. November in einer Stichwahl mit 57,9 Prozent gegen Jörg Sauer (SPD) als Sieger hervorging, erhielt gestern zur Amtseinführung nicht nur lautstarken Applaus aller Kreistagsabgeordneten, sondern auch von den Sprechern aller Fraktionen bekennende Worte zu einer guten Zusammenarbeit.

Zuvor richtete Köberle noch einige Worte des Dankes an seine Wähler und an alle Bürger, mit denen er stets guten Kontakt pflegen wolle. Er sei ein Kind des Landkreises und nicht nur deshalb sei ihm die Bedeutung seiner neuen Aufgabe bewusst. Er werde sein Teil dazu beitragen, den Kreis weiter nach vorne zu bringen. Das Vertrauen der Bürger sei für ihn Verpflichtung und Ansporn zugleich. Manfred Michel habe maßgeblich den Landkreis positiv entwickelt. „Ab 1. Januar 2019 werde ich dazu meine eigenen Akzente setzen“, sagte Köberle. Der neue Landrat sprach zahlreiche Projekte an, die er im Blick habe, vor allem die Stärkung des Ehrenamtes, die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung und der weitere Ausbau der Infrastruktur. Köberle warb für ein gemeinsames und konstruktives Miteinander.

Für die Fraktion der SPD bot Michael Uhl dem neuen Landrat die vertrauensvolle Mitarbeit an. Symbolisch überreichte ihm Uhl dafür eine Stirnlampe.

Albrecht Fritz von den Freien Wählern meinte, zu einer Demokratie gehöre eine Opposition und eine konstruktive Arbeit dazu wollten die Freien Wähler auch mit Köberle leisten. Fritz zeigte sich erfreut über das Angebot des neuen Landrates, regelmäßig auch das Gespräch mit den Freien Wählern zu suchen. Viel Spaß bei der neuen Arbeit wünschte Dr. Klaus Valeske (FDP) dem Amtsnachfolger von Michel. Er hoffe auf eine gute und notwendige Zusammenarbeit.

Gegenläufige Meinung

Sabine Häuser-Eltgen (Grüne) dankte Köberle für dessen Mut, sich für das Amt des Landrates entschieden zu haben. Sie wünschte ihm im Namen der Fraktion ein „immer glückliches Händchen“, denn er trete in große Fußstapfen. Christine Anderson (AfD) bot Köberle für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit die Unterstützung ihrer Fraktion an. Bernd Steioff (Die Linke) bemerkte, er schätze Michael Köberle, weil er auch innerhalb der CDU in seiner bisherigen kommunalpolitischen Tätigkeit schon mal gegenläufige Meinungen vertrete.

CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Wendel bezeichnete Köberle als kompetent, berufserfahren und nahe bei den Menschen. Das zeichne ihn ebenso aus wie große Schaffenskraft.

Blumen von Manfred Michel und Joachim Veyhelmann gab es noch für Petra Köberle, die als Ehefrau mit der Familie die Arbeit des neuen Landrates unterstützen will.

Info: AfD will Ersten Kreisbeigeordneten einsparen

Gegen die Fraktion der AfD hat gestern der Kreistag in Löhnberg die öffentliche Ausschreibung der Stelle eines hauptamtlichen Ersten Kreisbeigeordneten beschlossen. Amtsinhaber Helmut Jung (SPD) geht am 15. März 2019 nach zwölfjähriger Tätigkeit in den Ruhestand. Egon Maurer von der AfD sprach sich dafür aus, dem Beispiel des Rheingau-Taunus-Kreises zu folgen und die Stelle einzusparen. Das Amt des stellvertretenden Landrates könne auch ehrenamtlich besetzt werden. Er könne sich mit dem Vorschlag der AfD anfreunden, bemerkte Bernd Steioff (Die Linke), zumal die Amtsleiter in der Kreisverwaltung ja bisher auch schon gut an der Spitze mitgearbeitet hätten.

Oliver Jung (SPD) warnte davor, das Amt des Ersten Kreisbeigeordneten in ein Ehrenamt umzuwandeln. Mit zusätzlicher Arbeit und Verantwortung müssten Amtsleiter in der Besoldung höher gruppiert werden. Die bisher im Kreis bewährte Arbeit von Landrat und Erstem hauptamtlichen Beigeordneten könne nicht in Frage gestellt werden, sagte Christian Wendel von der CDU. Das Ehrenamt sei keine Alternative zu den Aufgaben eines Ersten Kreisbeigeordneten. Sabine Häuser-Eltgen (Grüne) betonte, das Amt des Ersten Kreisbeigeordneten sei wichtig und könne nicht auf die Amtsleiter verteilt werden. Dr. Klaus Valeske (FDP) meinte, er kenne die Erfahrungen, die der Rheingau-Taunus-Kreis gemacht habe, nicht. Der Antrag der AfD wurde nur von der eigenen Fraktion unterstützt, dazu gab es noch zwei Enthaltungen. Die große Mehrheit ist für die Wiederbesetzung der Stelle.

bl

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