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Die Züge zwischen Limburg und Frankfurt werden moderner.

Verbesserungen ab Dezember 2021

Strecke nach Frankfurt: Mehr Sitzplätze und WLAN in den Zügen

Bahnkunden zwischen Frankfurt und Limburg können sich ab 2021 auf bessere Züge freuen: Es gibt WLAN, mehr Sitze, mehr Beinfreiheit und digitale Anzeigen.

Die DB Regio AG hat im Rahmen einer europa-weiten, offenen Ausschreibung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) für weitere 15 Jahre den Betrieb auf der Main-Lahn-Bahn (Limburg–Frankfurt Hbf) für sich entschieden. Mit einem erweiterten Angebot, neuen Loks, 14 zusätzlichen Wagen und durchgehendem WLAN-Empfang werden die RMV-Linien RE 20 und RB 22 ab Dezember 2021 bis 2036 bedient.

Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV, hebt anlässlich der Bekanntgabe hervor, dass es WLAN in allen Fahrzeugen geben wird: „Damit setzen wir den Wunsch unserer Fahrgäste um und verwirklichen einen weiteren großen Schritt unserer RMV-Digitalisierungsstrategie.“

Zwischen Frankfurt a. M. Hbf und Limburg (Lahn) verkehren die Regionalexpress-Züge der RMV-Linie RE20 montags bis freitags in den Morgenstunden und nachmittags im Stundentakt, teilweise mit Verstärkern in der Hauptverkehrszeit. Die Züge der Linie RB 22 sind an sieben Tagen der Woche im Stundentakt unterwegs und sorgen in der Hauptverkehrszeit ebenfalls mit zusätzlichen Zügen für ein umfassendes Angebot. Insgesamt sollen die Züge rund 1,5 Millionen Zugkilometer im Fahrplanjahr erbringen. Als Betriebsaufnahme ist der Fahrplanwechsel mim Dezember 2021 geplant.

Um den steigenden Fahrgastzahlen auf der Strecke gerecht zu werden, erweitert DB Regio die heute bereits im Teilnetz eingesetzte Fahrzeugflotte um 14 zusätzliche Mittelwagen. Damit sind ab Dezember 2021 insgesamt 54 Doppelstockfahrzeuge und zehn neue Lokomotiven des Herstellers Bombardier Transportation auf der Taunusstrecke unterwegs. Die Züge fahren dabei planmäßig mit fünf Wagen (550 Sitzplätze) – zwei mehr als bisher – und in den Hauptverkehrszeiten sogar teilweise mit sechs Wagen (674 Sitzplätze).

Vor dem Einsatz unterzieht die DB Regio AG die Fahrzeuge einem umfassenden Re-Design, um eine neuwertige Ausstattung und Technik zu gewährleisten: So erhalten die Doppelstockwagen unter anderem neue Sitze mit größerem Sitzabstand und jeder Doppelsitz wird mit einer Steckdose ausgestattet. Die 1. Klasse bietet zudem größere Tische mit Bechermulden, Klapptische mit Laptopbügel, Fußstützen und Zeitungsnetz.

Die umfassende Aufarbeitung betrifft alle Wandverkleidungen, Oberflächen und Toilettenräume sowie einen Austausch aller Fußbodenbeläge und eine neue Außenlackierung. Technisch wartet die Flotte neben dem WLAN auch mit moderner Reisendeninformation über TFT-Bildschirme, Videoaufzeichnung und automatischen Fahrgastzählsystemen auf. Jeder Zug ist mit einem Zugbegleiter besetzt und im Steuerwagen bleibt über die gesamte Wagenlänge der großzügige Mehrzweckbereich für Rollstuhlfahrer und Fahrräder.

Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus freut sich über die Entscheidung, vor allem weil der an Sonn- und Feiertagen immer wieder zu Kapazitätsproblemen führende stündliche Wechsel zwischen den Dieseltriebwagen der Hessischen Landesbahn und den DB-Zügen entfällt. Voraussetzung ist allerdings, dass der barrierefreie Umbau des Bahnhofs von Niedernhausen bis Ende 2021 abgeschlossen ist. Bis auf wenige Züge in den werktäglichen Hauptverkehrszeiten, die Limburg mit der Landeshauptstadt Wiesbaden als Linie RB 21 verbinden, wird in Niedernhausen generell ein Umstieg zu den Zügen der „Ländchesbahn“ notwendig.

Für einen Mitbewerber von DB Regio hatte die Firma Stadler in den letzten Monaten im Raum Limburg einen Standort für den Bau einer Werkstatt zur Wartung neuer Doppelstock-Triebwagen vom Typ KISS gesucht. Da im Bahnhof Limburg dafür keine Flächen mehr zur Verfügung gestanden hätten, war die Wahl auf ein Areal im Bereich zwischen Eschhofen und dem Ennericher Tunnel gefallen. Mit der jetzt getroffenen Vergabe sind diese Pläne jedoch hinfällig geworden.

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