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Studentinnen der TH Mittelhessen schildern erste Erfahrungen

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Von: Johannes König

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Janine Dörr, Olivia Groborz und Katharina Heimann (von links) studieren seit rund zwei Wochen an der neuen Außenstelle der THM in Limburg.
Janine Dörr, Olivia Groborz und Katharina Heimann (von links) studieren seit rund zwei Wochen an der neuen Außenstelle der THM in Limburg. © Johannes Koenig

Praxis trifft auf Theorie – vor zwei Wochen hat das Semester an der neuen Limburger Außenstelle der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) begonnen. Offiziell vorgestellt werden die Studenten am kommenden Donnerstag. NNP-Mitarbeiter Johannes Koenig nutzte aber schon einmal die Gelegenheit, sich mit drei Teilnehmerinnen über ihre ersten Eindrücke und Erfahrungen zu unterhalten.

Berufstätig und gleichzeitig noch studieren? Für Janine Dörr (25), Katharina Heimann (22) und Olivia Groborz (19) ist das nun der Alltag. Denn sie zählen zu den ersten zwölf Studenten, die an der neuen Limburger Außenstelle der Technischen Hochschule Mittelhessen drei Jahre lang BWL beziehungsweise Maschinenbau studieren.

Sie sitzen in denselben Kursen und lernen nach denselben Stundenplänen. Dennoch haben die drei BWL-Studentinnen auf ganz unterschiedliche Weise den Weg zur THM gefunden. „Mein neuer Arbeitgeber, die Amefa GmbH in Limburg, hat meine Stelle direkt als dualen Studienplatz ausgeschrieben“, erzählt Janine Dörr. Schon während ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau hatte ihr der BWL-Unterricht an der Berufsschule besonders gefallen. So kam die Möglichkeit, Praxis und Studium direkt vor Ort in Limburg miteinander zu verbinden, wie gerufen.

Ernsthaft darüber nachgedacht, wegzuziehen und in einer Großstadt ein Studium zu beginnen, hatte hingegen Katharina Heimann (22), Bürokauffrau bei der Firma Sokufol Folien GmbH in Limburg. „Nach meiner Ausbildung habe ich mein Fachabi an der Berufsschule nachgeholt, um dann studieren zu können. Allerdings war ich nicht so zufrieden mit der Aussicht, meinen Arbeitsplatz hier aufzugeben und in einer neuen Stadt von vorne beginnen zu müssen“, erzählt Heimann. Ihr Chef bemerkte diese Unzufriedenheit und bot ihr das THM-Studium an. „Für mich ist das ideal, weil in den Vorlesungen von meiner Praxiserfahrung profitiere, gleichzeitig aber mein neu erworbenes theoretisches Wissen im Unternehmen einbringen kann.“

Ein „Sonderfall“ unter den Limburger Erstsemestern stellt die dritte im Bunde, Olivia Groborz, dar. Denn eigentlich hatte die frisch gebackene Kauffrau für Büroambiente geplant, erst im nächsten Jahr ein Studium zu beginnen, da sie momentan an der Abendschule ihr Fachabitur macht. Dann aber ging bei ihrem Arbeitgeber, der Bauunternehmung Albert Weil in Limburg, das Angebot für ein duales Studium ein. „Nur“ mit einem Realabschluss, aber mit einer abgeschlossenen Ausbildung, Berufserfahrung und guten Noten im Resümee, bewarb sich Olivia Groborz schon jetzt erfolgreich um den Studiumsplatz.

Für die THM ist dies quasi ein Testprogramm, um herausfinden, ob auch Studenten mit Realabschluss mithalten können. „Ich muss pro Semester eine bestimmte Punktzahl in den Kursen erreichen. Außerdem steht im Vertrag, dass ich der Uni für statistische Fragen und Auswertungen zur Verfügung stehe“, erläutert Groborz den organisatorischen Hintergrund.

Bisher hat sie auch noch keinen „Wissensrückstand“ im Vergleich zu den anderen Kommilitonen feststellen können. Im Gegenteil: „Bei den Erläuterungen zu den Excel-Tabellen kam ich sogar richtig gut zurecht, weil ich das schon von meiner Ausbildung her kannte.“

Lernen in der Kleingruppe

So unterschiedlich die jeweiligen Lebenswege auch sind, so eint alle drei die Begeisterung, nun Theorie und Praxis so eng miteinander verzahnen zu können. Außerdem bringt das „Pionier-Dasein“ am Standort Limburg mehrere handfeste Vorteile mit sich: „Die Kurse sind klein. Wir haben so viel mehr Freiraum, im Unterricht zu diskutieren und nachzufragen“, sagt zum Beispiel Janine Dörr. „Kein Vergleich mit einer Massenuni, wo 200 Leute im Hörsaal sitzen“, ergänzt Olivia Groborz. Schön ist natürlich auch, das alle Gerätschaften und Räume funkelnagelneu sind – entsprechend angenehm gestaltet sich daher auch das Studium.

Die Vorlesungen dauern in der Regel von 8 bis 16 Uhr und finden zum Teil auch samstags statt. Der Semesterplan stellt sicher, dass es in der Woche auch einen Tag zum Ausspannen gibt. Der theoretische Teil läuft erst einmal bis zum Februar. Dann folgen sechs Praxiswochen beim jeweiligen Arbeitgeber. Das Studium bietet außerdem auch die Gelegenheit für einen Auslandssemester an einer der zahlreichen internationalen Partnerunis.

(koe)

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