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"Süße Orange" für den "Limburger Hundertwasser"

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Manfred Lorenz (mit Hut) ist der Preisträger der "Süßen Orange". Er nahm die Urkunde des BUND-Kreisvorsitzenden Gerd Zimmermann (links) und von dessen Stellvertreter Hermann Maxeiner den Anteilschein für das Grüne Band entgegen - in Anwesenheit der Vorstandsmitglieder Dr. Jörg Rau (von rechts), Doris Franz, Marlis Zimmermann und Heike Hochkirch.
Manfred Lorenz (mit Hut) ist der Preisträger der "Süßen Orange". Er nahm die Urkunde des BUND-Kreisvorsitzenden Gerd Zimmermann (links) und von dessen Stellvertreter Hermann Maxeiner den Anteilschein für das Grüne Band entgegen - in Anwesenheit der Vorstandsmitglieder Dr. Jörg Rau (von rechts), Doris Franz, Marlis Zimmermann und Heike Hochkirch. © Dieter Fluck

Der BUND-Kreisverband zeichnet den Einsatz von Manfred Lorenz aus.

Limburg -"Manfred Lorenz setzt sich seit Jahrzehnten für den Erhalt und die Pflege der Natur in Limburg ein. Dieser Einsatzeifer für die Umwelt und den Naturschutz seiner Heimatstadt ist beispielhaft. Er hat es verdient, mit der Auszeichnung ,Süße Orange' gewürdigt zu werden." Das sagte der Kreisvorsitzende Limburg-Weilburg des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Gerd Zimmermann, am Mittwoch bei der Verleihung des Umweltpreises 2021 an den Gärtner- und Floristmeister.

Lorenz ist der 22. Preisträger seit dem Jahr 2000. Mit der Auszeichnung rückt der Kreisverband Personen, Vereine, Firmen und Einrichtungen in den Blickpunkt, die sich in besonderer Weise für das Gleichgewicht einer funktionierenden Ökologie engagieren. Für Lorenz spiele dabei das Gedankengut des Künstlers Friedensreich Hundertwasser eine besondere Rolle, so Zimmermann auf dem Gelände des Preisträgers. Der Limburger sei von der Philosophie des berühmten Wieners fasziniert, der die Erhaltung des natürlichen Lebensraums in Einklang mit der Natur einforderte.

In Anlehnung an die Ideen des Meisters mache Lorenz an eigenen Beispielen deutlich, wie Architektur und Bauen mit der Natur harmonieren, um damit den Lebensraum der Menschen nachhaltig gesünder zu gestalten und die Lebensqualität zu verbessern. Manfred Lorenz habe in jahrzehntelanger mühevoller Arbeit sein Wohn- und Firmengebäude sowie das Außengelände zwischen Wiesbadener-, Garten- und Nassauer Straße im Sinne seines Vorbilds verändert. Das sei ihm hervorragend gelungen.

Anpflanzung von

Bäumen in der Stadt

Bei ihm in der Südstadt fänden ausgediente Materialien Verwendung, die andernorts weggeworfen würden. Nachhaltigkeit, Einmaligkeit und schöpferisches künstlerisches Gestalten stünden im Mittelpunkt, was der 74-Jährige auch leidenschaftlich bei Führungen aufschlussreich erläutere. "Besonders lobenswert und der Auszeichnung würdig ist für uns als Umwelt- und Naturschutzverband sein Einsatz für die Erhaltung und die Anpflanzung von Bäumen und Grün in Limburg", betonte Zimmermann. Seinen Wunschtraum, den er engagiert zu verwirklichen suche, habe Lorenz jüngst in dem Satz seiner Hundertwasser-Ausstellung sichtbar werden lassen: "Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Tages auf und die ganze Stadt ist grün."

Mit seiner selbst arrangierten und finanzierten Ausstellung habe der Limburger 2021 demonstriert, wie Ideen und Gedankengut Hundertwassers in einer belasteten Stadt wie Limburg umgesetzt werden könnten. "Seine konkreten Vorschläge für die Umgestaltung des Neumarkts mit dem Erhalt der Platanen und für die Bepflanzung aller großen Verkehrskreisel mit Bäumen sind sehr gut und verdienen es, in Limburg verwirklicht zu werden", sagte der BUND-Kreischef. Und weiter: "Richtig finden wir auch seinen Hinweis, dass es noch umweltfreundlicher und zukunftsfähiger gewesen wäre, anstelle der 90 aufgestellten Verkehrsschilder mit dem Hinweis "Umweltzone" 90 Bäume zu pflanzen. Schließlich sei wissenschaftlich bewiesen, dass Pflanzen - viel mehr als bisher bekannt - die Luftqualität der Innenstädte verbessern. Zimmermann: "Vielleicht lässt sich bei Berücksichtigung dieser Vorschläge auch das alle zwei Jahre von der Stadt durchgeführte Verstümmeln der Neumarkt-Platanen beenden."

Der BUND-Kreisvorstand schätze nicht nur den Einsatz des Preisträgers als Vordenker für eine bessere Ökologie in Limburg, sondern verbinde damit auch den Wunsch, dass seine Ideen Unterstützung finden und nachgeahmt werden. Zimmermanns Stellvertreter Hermann Maxeiner übergab noch eine Aktie für das "Grüne Band". "Ich fühle mich sehr geehrt", dankte Lorenz und lud den Vorstand zu einer Führung durch sein Reich ein.

Unter dem sogenannten "Grünen Band" ist der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen zu verstehen, ein Gebiet, das über Jahrzehnte von jeder Nutzung ausgeschlossen war. Auf 1400 Kilometern Länge konnte sich dort die Natur mit einem besonderen Reichtum an gefährdeten Arten und Lebensräumen entwickeln. So wurde der ehemalige Todesstreifen von Tieren und Pflanzen mit Leben erweckt. Der BUND vergibt gegen eine Spende Anteilscheine, die Erwerber zu Schutzpatronen für bedrohte Natur werden lassen.

Dieter Fluck

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