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Ein Fahrgast zahlte gerade am Bahnhofsplatz, als ein Hilfspolizist den Taxifahrer darauf hinwies, er halte gerade auf dem Gehweg, was nicht erlaubt sei.

Taxifahrer ärgert sich über privaten Hilfspolizisten

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Dass es mehr Ordnung in Limburg gibt, seitdem die Stadt auf die Dienste von privaten Hilfspolizisten zurückgreift, dürfte niemand bestreiten. Dass es mitunter zu viel Ordnung ist, darüber wird jedoch gestritten. Ein Taxifahrer scheiterte jetzt mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde über einen privaten Hipo.

Man kann nicht behaupten, dass sich die von der Stadt seit September eingesetzten privaten Hilfspolizisten viele Freunde gemacht haben. Sie kontrollieren den ruhenden Verkehr, häufig in den Abendstunden und am Wochenende. Der eine oder andere Autofahrer wird es schon gemerkt haben, weil es mehr Post von der Stadt gibt. Trotzdem geht es dem einen oder anderen zu weit mit der Ordnung. Wer zum Beispiel in der Altstadt in den späten Abendstunden sein Auto auslädt und von einem der privaten Hilfspolizisten darauf hingewiesen wird, bitte wegzufahren, bekommt richtig gute Laune. . .

Vor Kurzem wurde es einem Taxifahrer zu bunt. Maik Trost aus Oberbrechen hatte einen Fahrgast in Eschhofen abgeholt und ihn zu einer Kneipe am Bahnhofsplatz gefahren. Vor der Kneipe hielt er am Fahrbahnrand an. „Während ich noch keine 30 Sekunden dort stand und mein Fahrgast sein Geld abzählte, klopfte es bereits am Seitenfenster der Fahrertür und ein großer, schlanker Mann . . . blaffte mich sofort an“, heißt es in einer Dienstaufsichtbeschwerde über einen der privaten Hilfspolizisten, der für die Stadt seit September im Einsatz ist.

Der Hilfspolizist habe ihm gesagt, er solle sofort wegfahren, schließlich würde man nicht umsonst die Taxiplätze für Taxifahrer freihalten. Wenn er noch mit ihm diskutiere, werde er ihn kostenpflichtig verwarnen. Das Verhalten des Hilfspolizisten empfand der Taxifahrer als „absolut flegelhaft“ und „kompetenzüberschreitend“. Er habe nicht im absoluten Halteverbot gestanden, und im Übrigen habe sein Fahrgast direkt vor der Kneipe und nicht am Taxistand aussteigen wollen.

Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) wies die Beschwerde zurück. Zum einen habe der Taxifahrer nach Auskunft des Hilfspolizisten zumindest mit einer Hälfte auf dem Gehweg gestanden, was nicht erlaubt sei, zum anderen sei es zumutbar gewesen, die sich in unmittelbarer Nähe befindlichen freien Taxistände zu benutzen. Was den Tonfall betreffe, stehe Aussage gegen Aussage, aber der Leiter des Ordnungsamts sei gebeten worden, mit dem Hilfspolizisten „die Angelegenheit aufzuarbeiten“.

Der Vertrag der Stadt mit der privaten Sicherheitsfirma ist übrigens verlängert worden – bis Ende April. Bis dahin werden zwei feste Stellen im Ordnungsamt ausgeschrieben.

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