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Talentierte Schüler, engagierte Lehrer und eine ansprechende Örtlichkeit wie der Dom: die besten Zutaten für ein schönes Konzert.

Kultur in Limburg

Tilemannschüler im Dom: Tolles Konzert, störende Handys

Es ist ein schöner Termin am Jahresende im Limburger Konzertkalender, wenn die Tilemannschüler im Dom auftreten. Auch wenn manche Besucher dort störten.

„Alle Jahre wieder…“, mit diesen Worten begrüßte Anke Bartel, die Leiterin des Fachbereichs Musik an der Tilemannschule, die Konzertbesucher im voll besetzten Hohen Dom zu Limburg. Wie in jedem Jahr präsentierten Schüler die Früchte der Probenarbeit an der Schwerpunktschule „Musik“. Bei laufendem Schulbetrieb mit Hausaufgaben, Lernen und Klausuren ließen sich die Schüler doch immer wieder von den Musik-Pädagogen motivieren, ein gleichermaßen anspruchsvolles wie unterhaltsames Konzertprogramm vorzubereiten, das eine gelungene Fortführung der alljährlichen Tradition im Limburger Konzertkalender darstellte.

Nach der feierlichen Eröffnung des Abends durch ein Blechbläserensemble, das von der Empore herab einen stimmungsvollen Auftakt darstellte, präsentierten sich die Sängerinnern und Sänger der Klassen 5, die unter der versierten Leitung von Jutta de Bruin textsicher auch komplexe Titel vortrugen, wie beispielsweise „Sei du uns zugewandt“ von Johannes P. Müller.

Motivationskunst

Seit vielen Jahren schon pflegt Anke Bartel die Orchesterkultur an der Tilemannschule. Sie schafft es mit kontinuierlicher Probenarbeit und Motivationskunst, ein erstaunlich konstantes hohes Niveau des Ensemblemusizierens aufrecht zu erhalten – auch über die Jahrgänge und die damit verbundenen Abgänge und Neuzugänge im zyklisch verlaufenden Schulalltag hinweg. Zunächst zeigten die „Mini-Sinfoniker“ mit Bearbeitungen wie etwa dem „Prince of Denmark’s March“ (Bearbeitung: B. Philips) oder „A Holyday Celebration“ (Bearbeitung: P. Schindler) ihr Können. Später präsentierte das „Sinfonieorchester“ eine reizvolle Kombination weihnachtlicher Klassiker, wie etwa „Hark, The Herold Angel Sing“ oder „Tollite hostias“. Den Abschluss ihrer Darbietungen bildete „Wish You A Merry Christmas“ im schwungvollen Arrangement von Jerry Brubaker. Eine Kooperation des Leistungskurses Musik mit einem Chorensemble der Klassen 5 brachte alle Beteiligten dazu, sichtbar für alle darzustellen, wie viel Freude ihnen das Musizieren macht. Dadurch erhielten Titel wie „Sei willkommen Weihnachtszeit“ von Peter Schindler noch größere Überzeugungskraft.

Auf hohem Niveau

Mit dem „Chor der Klassen 6-8“ und dem „Chor der Klassen 9-Q4“ präsentierte Claudia Kim zwei Ensembles, die anspruchsvolle Chormusik auf hohem Niveau vortrugen. Titel wie „Magnificat“, „Last Christmas“ oder „Let It Snow“ zeigten eindrucksvoll, wie die Sänger neben allen rhythmischen und harmonischen Raffinessen im Vortrag dem speziellen Charakter der meist ganz unterschiedlichen Stücke gerecht wurden.

Diese musikalische Qualität wurde noch einmal unterstrichen vom „Chor der Klassen 9-Q4“, dem man die Handschrift einer erfahrenen Chorleiterin anhören konnte. Ein runder transparenter Chorklang war Grundlage für eine überzeugende Darbietung von Chormusik ganz unterschiedlichen Charakters. Schön wahrzunehmen war dies in „Sing Noel“ (A. Thomas) und „Abend wird es wieder“ (A. Makor)

Ein eindrucksvoller Abend, der wieder einmal die engagierte Leistung von Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrern hervorhob. Leider wurde dieser Eindruck nicht von allen Anwesenden geteilt, die durch ständiges Rein- und Rauslaufen aus dem Dom und in den Dom nicht nur sämtliche Heizbemühungen zunichtemachten, sondern auch für eine störende Geräuschkulisse sorgten. Kamen dann auch noch während der Liedvorträge Handytelefonate dazu, so kann von einer respektvollen Wertschätzung der Leistungen der Akteure leider keine Rede mehr sein. Schade – dem Ort und der Veranstaltung eigentlich unwürdig.

Guido Brümmer

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