Die Landwirtschaft leidet unter der Trockenheit, was sich bei der Bearbeitung der Felder auch an den Staubwolken zeigt, wie hier auf einem Feld bei Blumenrod in Limburg.
+
Die Landwirtschaft leidet unter der Trockenheit, was sich bei der Bearbeitung der Felder auch an den Staubwolken zeigt, wie hier auf einem Feld bei Blumenrod in Limburg.

Landwirtschaft

Trockenheit ist für Bauern im Kreis Limburg-Weilburg beängstigend

Erhebliche Ernteausfälle drohen. Ladnwirte hoffen auf noch mehr Niederschläge.

Limburg -Strahlender Sonnenschein und Temperaturen von über 20 Grad. Zumindest das Wetter versüßt den Menschen während der Corona-Krise etwas den tristen Alltag. Doch nicht jeder freut sich über den blauen Himmel. Besonders Landwirte sorgen sich um ihre Ernte. Zwar hat es in der vergangenen Woche einige Schauer gegeben, jedoch sind die Böden der Region weiterhin zu trocken. "Die seit geraumer Zeit andauernde Trockenheit ist beängstigend", sagt Marco Hepp, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Limburg-Weilburg. "Zu Beginn dieser Schönwetterperiode, war noch große Erleichterung über das Ende des Dauerregens zu spüren. Mittlerweile ist die Angst der Landwirte vor einer erneuten Dürre aber allgegenwärtig."

Derzeit beschränke sich der Schaden im Kreis Limburg-Weilburg besonders auf schlecht gekeimte Sommerkulturen wie Sommergerste, Hafer, Erbsen oder Ackerbohnen. "Aber auch die Zuckerrübensamen liegen schon im Boden und brauchen dringend Wasser", so der Dauborner Landwirt. Ohne mehr Regen drohten erhebliche Ertragsausfälle. Sollte es aber in den kommenden Wochen weitere Niederschläge geben, könne noch viel kompensiert werden.

Auch Kartoffeln, Mais, Gerste und Raps benötigen dringend Wasser. Größere Schäden seien dort aber bisher noch nicht entstanden. "Doch lange halten selbst die besten Standorte der Region eine solche Trockenheit nicht mehr durch", betont Hepp. Die gegenwärtige Trockenperiode könnte sich ebenfalls auf die Tiere in den Ställen der Landwirte auswirken. Denn auch der Anbau von Futter leidet unter dem Wetter. "Wenn es wegen des ausbleibenden Regens zu wenig Grünfutter gibt, hilft auch Geld nur bedingt weiter. Was nicht vorhanden ist, lässt sich auch nicht kaufen", sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes.

An klimatische

Veränderungen anpassen

Die Anpassung des Anbaus an die veränderten klimatischen Bedingungen finde auch im Kreis Limburg-Weilburg statt. "Doch auch Sojapflanzen oder Getreidesorten, denen die Trockenheit weniger ausmacht, brauchen letztlich Wasser", sagt Marco Hepp. "Deshalb hoffen wir Bauern auf weiteren Regen und einen nicht allzu trockenen Sommer."

Landwirt Jens Bermbach aus Würges baut auf seinen Feldern Weizen, Gerste, Dinkel, Mais, Zuckerrüben, Erbsen, Raps und Kartoffeln an. "Durch das Regendefizit und den starken Wind im April sind die Böden ausgetrocknet", sagt er. "Deshalb keimen Sommergerste sowie Erbsen, Rüben und Mais nicht besonders gut." Der Start ins Jahr 2020 sei mit viel Regen im Februar eigentlich vielversprechend gewesen. "Nun hat sich die Lage etwas verändert. Wir sollten uns darüber aber nicht zu viel beschweren, sondern das Beste daraus machen", sagt Bermbach. Er rechnet mit überschaubaren finanziellen Einbußen durch die trockenen Wochen im Frühjahr. Auch ein trockener Sommer sei für ihn nicht existenzbedrohend. Die Ernte werde dann jedoch deutlich geringer ausfallen.

Der Würgeser denkt, dass die Wetterbedingungen in Zukunft noch extremer werden könnten. "Trockenphasen halten immer länger an. Das wird in den kommenden Jahren wahrscheinlich noch schlimmer werden." Um seinen Familienbetrieb trotz der schwierigen klimatischen Situation weiter aufrecht zu erhalten, hat Bermbach die Fruchtfolge auf den Feldern erweitert. "Wenn eine Kultur wegen dem Wetter mal nicht ausreichend keimt, sind immer noch andere Pflanzen auf dem Feld, denen es dann hoffentlich besser ergeht", erklärt der Ackerbauer.

Außerdem versucht er, möglichst viel Getreide anzubauen, das die Dürre besser verkraftet. Unter anderem steht auf seinen Feldern Grannenweizen. "Die Sorte stammt aus einer mediterranen Züchtung und kommt deshalb besser mit der Trockenheit zurecht", erklärt Bermbach. Damit auch in Jahren mit wenig Regen die Ernte nicht zu dürftig ausfällt, müsse der Boden gesund gehalten werden. Eine Mischung aus mineralischem Dünger und Kompost könne dabei helfen. "Dadurch wird der Humusgehalt in der Erde hochgehalten. Dies ist so wichtig, da Humus das Wasser gut speichert", erklärt der Landwirt. tobias ketter

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare