Triathlon

Der "Überbiker": Matthias Knossalla

Der Limburger Triathlet Matthias Knossalla erwischte bei der Challenge Samorin in Bratislava (Slowakei) erneut einen Sahnetag und sicherte sich auf der Mitteldistanz den zweiten Gesamtplatz – und das nicht zuletzt erneut durch eine Ausnahmeleistung auf dem Rad.

Gestartet wurde bei der Challenge Samorin in der slowakischen Hauptstadt mit einem 1,9 km langen Schwimmen, welches – wie die abschließende Zeitauswertung ergab – ein gutes Stück zu lang war und den Limburger Triathleten Matthias Knossalla kurzzeitig verunsicherte. „Zum Glück war dieses Mal einer meiner Edelfans, nämlich meine Mutter dabei. Sie hat mir dann die nötigen Informationen weitergegeben.“

Auf Platz 13 nach dem Schwimmen liegend und weiter auf gutem Kurs, noch ein „richtiger Schwimmer“ zu werden (Knossalla haderte bis zuletzt mit der Auftaktdisziplin), zündete der Limburger, der mittlerweile weltweit zu den stärksten Radfahrern überhaupt zu zählen sein dürfte, den Turbo. Kurz ausgebremst wurde Matthias Knossalla durch einen kleinen technischen Defekt an seinem Rad: Die Anfangspassage, unmittelbar im Wechselbereich, war mit grobem Kopfsteinpflaster bestückt – die Kette sprang herunter. Wertvolle Sekunden, die die anderen enteilten Profis, die offenbar keine derartigen Probleme hatten, zunächst auf Knossalla gutmachten.

„Heute dauerte es ein paar Minuten, bis ich meinen Rhythmus finden konnte; nicht zuletzt, weil ich kurz aufgesteckt hatte aufgrund des technischen Defektes. Das macht einen mental schon fertig. Als ich dann einige Profis vor mir liegend mit einem großen Geschwindigkeitsunterschied habe überholen können, ist das Wettkampffeuer wieder in mir entbrannt, und meine Beine leisteten mir gute Dienste“, erfreute sich der Limburger.

Als Matthias Knossalla 10 km vor Ende des 90 km langen Radpartes eine fünf Mann starke Spitzengruppe, unter anderem auch um den bekannten Triathleten Filip Ospaly einholte, vermochte es der Überbiker sogar mit einer unglaublichen Durchschnittsleistung von 400 Watt diese einfach hinter sich zu lassen und einen beachtlichen Vorsprung herauszufahren. Mit dem einsetzenden Regen in den glitschigen Kurven kämpfend und trotz aller Vorsicht, rutschte Knossalla in einer der letzten Kurven das Vorderrad weg: Ein schwererer Sturz konnte aber dank einigen Fahrgeschickes noch verhindert werden.

Gesamtzweiter

Was nicht vermieden werden konnte, war die Tatsache, dass der mit großer Energieleistung herausgefahrene Vorsprung auf dem Rad drastisch schmolz. Dennoch: Matthias Knossalla stellte auch hier erneut mit neuem Streckenrekord und einem Stundenmittel von 43 km/h sein Rad in der zweiten Wechselzone ab und wurde fortan gejagt. Seine Radzeit: 2:06 Stunden.

Mit der zweitschnellsten Laufzeit des Tages reihte sich Matthias Knossalla auf Platz zwei hinter dem niederländischen Sieger Evert Scheltinga ein. Nach hinten ließ Matthias Knossalla nichts mehr anbrennen und wusste den Vorsprung des Siegers sogar noch um einige Sekunden zu reduzieren. „Beim Laufen war ich heute der Gejagte, obwohl ich das meist genau anders herum kenne. Ich freue mich nun auf mein zweites Saisonhighlight, auf die Challenge Almere Langdistanz, für die ich mir besonders viel vorgenommen habe.“

Die Challenge Almere (Niederlande) am 10. September dürfte Knossalla besonders auf dem Radkurs in die Karten spielen: Lange flache Geraden, viel Wind von der angrenzenden Nordsee machen den Radkurs besonders anspruchvoll. Dass die Langdistanz Matthias Knosallas Paradedisziplin ist, und er auf der doppelten Distanz noch stärker einzuschätzen ist, hatte der Limburger bereits mit seinem 2. Platz bei der Challenge Dänemark gezeigt. Letztes Rennen des Limburgers wird die Challenge Sardinien im Oktober sein. Ziel dieser zahlreichen Starts bei den „Challenge-Rennen“ ist es, sich unter die Top Drei der European Serienwertung zu platzieren.

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