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Feuerwehrleute heben am 5. Juli nach dem heftigen Gewitter in einer überfluteten Straße in Laubuseschbach einen Gulli an.

Einsätze in 2018

Unwetter, Trockenheit und Notrufausfall: Feuerwehren im Kreis Limburg-Weilburg ziehen Bilanz

Ein paar Einsätze weniger als im Vorjahr verzeichneten Feuerwehren und Rettungskräfte im Kreis Limburg-Weilburg 2018. Sie waren trotzdem stark gefordert und hatten mit mehreren Ausnahmesituationen zu kämpfen.

Kreisbrandinspektor Georg Hauch hat jetzt eine vorläufige Bilanz für das vergangene Jahr gezogen. Die Anlagentechnik der Zentralen Leitstelle hat bis zum 10. Dezember 2018 genau 91 209 Anrufeingänge dokumentiert. Diese unterscheiden sich in 28 710 Eingänge über den Notruf 112 und 13 577 Eingänge über den Notruf / Krankentransport unter Telefon: (0 64 31) 1 92 22 sowie 48 922 Anrufe über die Amtsleitung 59 03 00.

Weniger Einsätze als 2017

An rettungsdienstlichen Einsätzen waren im Zeitraum Januar bis Oktober 2018 gesamt 20 693 Dispositionen zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren dies 540 Einsätze weniger.

Zusätzlich zu den Einsätzen des hauptamtlichen Rettungsdienstes haben die ehrenamtlich Tätigen aus den Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, der Notfallseelsorge und der Katastrophenschutzzüge wieder eine breite Palette an Hilfe leisten müssen. Bis zum 10. Dezember mussten 2364 Stadt- oder Ortsteilfeuerwehren zu 703 Brand- und 1136 Hilfeleistungseinsätzen alarmiert werden. 2017 waren dies zum Vergleich 1900 Einsätze, also etwas mehr. „Besonders sind dabei die Unwettereinsätze vom 27. Mai bis zum 1. Juni mit 144 Einsätzen mit 3650 Einsatzstunden im Bereich Villmar, Weinbach und Weilmünster und am 5 und 6. Juli 2018 mit 228 Einsatzstellen und 3.900 Einsatzstunden im Bereich Runkel, Villmar, Weinbach und wiederum Weilmünster zu erwähnen“, berichtet Hauch.

Landwirte unterstützen

Auch die langanhaltende Trockenperiodemachte seinen Angaben zufolge den Hilfsorganisationen nicht nur bundes- und landesweit zu schaffen. Ab Mitte Juni bis Anfang Oktober des Jahres gab es auch im Landkreis Limburg-Weilburg zahlreiche brennende Wiesen- und Anbauflächen, Böschungsbrände an den Fernstraßen oder eine Vielzahl brennender Hecken unter anderem in Wohngebieten abzulöschen. Zu gesamt 84 gemeldeten Bränden wurden 140 Feuerwehren mit 1383 Einsatzkräften alarmiert. Rund 70 000 Quadratmeter groß waren die betroffenen Wald-, Feld- und Wiesenflächen.

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Unterstützung fanden die Feuerwehren dabei laut Hauch durch eine situationsbezogene freiwillige Kooperation mit den Landwirten, die vom Kreisbauernverband mit koordiniert wurde. Nachdem dass Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am 24. Juli die Waldbrandstufe A für Hessen ausgerufen hatte, standen bereits wenige Stunden später die ersten großen Transportbehälter der Landwirte zur Aufnahme von Löschwasser in allen Kommunen des Landkreises zum Einsatz und Abruf bereit. Diese bewährten sich dann auch bei größeren Bränden auf Getreideanbauflächen in Villmar und Waldbrunn, die unter anderem durch Funkenflug oder dem technischen Defekten an Heupressen in Brand geraten waren.

Montageschacht überflutet

„Besonders zu erwähnen ist auch der Ausfall der zum Gefahrenabwehrzentrum führenden Telefonleitung“, sagt Hauch. Davon betroffen waren alle Notrufanschlüsse 112 der Landkreiskommunen. Durch einen Wasserschaden in der Ste.-Foy-Straße in Limburg wurde am 11. April, morgens gegen 1 Uhr ein Montageschacht der Telekom überflutet. Eine undichte Verbindungsmuffe beschädigte dann das gesamte Kabelbündel, das nach und nach zu einem Totalausfall der Notrufleitung 112 führte.

Nachdem die Mitarbeiter der Zentralen Leitstelle die ersten Leitungsstörmeldungen bemerkten, wurde sofort mit der Notfallleitstelle der Telekom Kontakt aufgenommen und die ersten Notrufleitungen mussten ab 3.20 Uhr zur Leitstelle Lahn-Dill in Wetzlar geschaltet werden. Gegen 5 Uhr waren dann sämtliche Leitungen gestört und ab 5.11 Uhr musste die Leitstelle Lahn-Dill alle Notrufe des Landkreises Limburg-Weilburg mit entgegennehmen. Der Notrufinhalt wurde dann über Digitalfunk zurück übermittelt und eine Alarmierung der Hilfsorganisationen war sichergestellt.

Bereits ab dem frühen Morgen wurden daher zusätzliche Mitarbeiter von Limburg aus zur Leitstelle Lahn-Dill entsandt. Dies blieb so bis zur notdürftigen Leitungsreparatur am Folgetag über 34 Stunden. Erst dann konnten die Leitungen wieder nach Limburg-Weilburg rückgeschaltet werden. Um ein so etwas zukünftig zu vermeiden, reagierte die Telekom kurzfristig. Bereits am darauffolgenden Wochenende wurde ein neues, mehrere hundert Meter langes Kabel im Stadtgebiet zwischen Ste.-Foy-Straße und Schiedetunnel verlegt.

(red)

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