Landrat Michael Köberle (rechts) und Erster Kreisbeigeordnete Jörg Sauer (Vierter von links) begrüßten die Soldaten vor dem Kreishaus.
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Landrat Michael Köberle (rechts) und Erster Kreisbeigeordnete Jörg Sauer (Vierter von links) begrüßten die Soldaten vor dem Kreishaus.

Infektionszahlen deutlich angestiegen

Corona-Variante aus Südafrika im Landkreis angekommen: „Erhöhte Ansteckungsgefahr“

  • vonMathias Geiß
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13 Fälle der südafrikanischen Corona-Variante B.1.351 sind im Kreis Limburg-Weilburg nachgewiesen. Die Bundeswehr hilft bei der Kontaktnachverfolgung.

Limburg – Durch die flächendeckenden Untersuchungen hat das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Limburg-Weilburg inzwischen kreisweit 13 Fälle der südafrikanischen Variante B.1.351 des Coronavirus ermittelt. "Auf Grund der erhöhten Ansteckungsgefahr ist es hier das oberste Ziel, die Weiterverbreitung zu verhindern", heißt es in der Mitteilung der Kreisverwaltung.

In diesem Zusammenhang weist das Gesundheitsamt auf die dringende Notwendigkeit der umfangreichen Kontaktpersonen-Nachverfolgung hin. Um Infektionsketten zu unterbrechen, Ausbrüche einzudämmen und schwere Krankheitsverläufe zu reduzieren, müssten schnellstmöglich alle relevanten Kontaktpersonen in Quarantäne gesetzt werden.

Kreis Limburg-Weilburg: Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt deutlich

Da die Infektionszahlen im Landkreis Limburg-Weilburg leider wieder deutlich angestiegen sind, müssten die Bürgerinnen und Bürger derzeit erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen. "Je zügiger die möglichen Ansteckungen unterbunden werden können, umso eher können diese wieder zurückgenommen werden", heißt es vom Kreis. Daher ergehe seitens des Gesundheitsamtes die dringende Bitte an alle Menschen im Landkreis: "Halten Sie die Kontaktbeschränkungen und die Hygieneregeln ein, tragen Sie Masken und geben Sie im Fall einer Infektion zuverlässig alle Kontakte an. Das Gesundheitsamt wird aufgrund der Intensität des Kontaktes prüfen, ob Maßnahmen einzuleiten sind."

Um das Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung zu unterstützen, sind am Mittwoch (21.04.2021) sieben Soldaten des Kampfhubschrauberregiments 36 aus Fritzlar im Landkreis eingetroffen. Sie unterstützen ab sofort an sieben Tagen in der Woche bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen in der Corona-Pandemie. Diesen Einsatz hatte der Kreis am vergangenen Freitag gestellt, bereits einen Tag später kam die positive Rückmeldung. Der Einsatz ist vorerst bis zum 14. Mai bewilligt.

Corona-Inzidenz im Kreis Limburg-Weilburg hoch: Viele positive Fälle in Kitas

Die Corona-Lage im Nassauer Land bleibt angespannt. Am Mittwoch meldete der Landkreis Limburg-Weilburg den 250. Todesfall in Verbindung mit dem Coronavirus. Verstorben ist eine Person im Limburger Krankenhaus. Gestiegen ist in allen drei Kreisen die Inzidenz. Im Landkreis Limburg-Weilburg nach 290,7 am Dienstag nun sogar bei 297,7. In den Veröffentlichungen des RKI wird der Landkreis als negativer Spitzenreiter in Hessen geführt.

Der Kreis führt das zurück auf die zunehmenden positiven Fälle in Kindertagesstätten. "Diese Fälle tragen auch zu Kontaktinfektionen in den Familien der Erzieherinnen, Erzieher und Kinder bei", teilt Kreissprecher Jan Kieserg mit. "Der überwiegende Anteil der Neuinfektionen bezieht sich im Landkreis weiterhin auf den privaten Bereich." Das Gesundheitsamt hätte bei der Ermittlung von Kontaktpersonen häufiger feststellen müssen, dass "Angaben der infizierten Personen zu ihren Kontakten leider nicht immer vollständig sind, was dazu führt, dass sich ebenfalls infizierte Personen zu lange frei in der Öffentlichkeit bewegen." Im Gegensatz zu anderen Landkreisen teste der Landkreis Limburg-Weilburg auch konsequent Kontaktpersonen von Infizierten und stelle dabei häufig ebenfalls Infizierungen mit dem Coronavirus fest.

Aktuelle Corona-Zahlen für Limburg-Weilburg

Mit Stand Mittwochmittag sind im Landkreis 775 Personen aktiv (davon 408 mit einer Mutation) infiziert. Sie verteilen sich auf Limburg (223), Hadamar (69), Weilburg (66), Elz (60), Weinbach (43), Bad Camberg (40), Dornburg (39), Hünfelden (30), Weilmünster (28), Mengerskirchen (27), Beselich (26), Selters (26), Waldbrunn (24), Runkel (21), Merenberg (14), Brechen (12), Villmar (10), Löhnberg (9) und Elbtal (8). Insgesamt gab es bislang 7937 bestätigte Fälle (+ 117 zum Vortag), bei 1318 Fällen wurde eine Mutation nachgewiesen (+ 53). 6912 Personen sind inzwischen genesen (+ 39). 1848 Menschen befinden sich derzeit in Quarantäne.

Im Landkreis Limburg-Weilburg haben bislang 26 941 Menschen die Erstimpfung erhalten (+ 719). Dazu kommen rund 700 Impfungen in Wiesbaden und eine unbestimmte Zahl in Hausarztpraxen.

Inzidenz steigt auch in anderen Kreisen deutlich

Im Rhein-Lahn-Kreis ist die Inzidenz deutlich von 89,1 auf 121,0 gestiegen. Die aktuell 384 Infizierten (davon 268 mit Mutationen) verteilen sich auf VG Aar-Einrich (75), VG Bad Ems-Nassau (92), VG Diez (86), Lahnstein (32), VG Loreley (46) und VG Nastätten (53). Insgesamt gab es bislang 3549 bestätigte Fälle (+ 58), davon 750 mit Mutationen (+ 34).

Im Westerwaldkreis ist die Inzidenz von 120,4 auf 142,1 gestiegen. Insgesamt gab es bislang 6175 bestätigte Fälle (+ 61 zum Vortag), davon weiter 942 mit Mutationen.Es gibt 527 aktive Fälle, davon 359 mit Mutation). (Mathias Geiß)

Derweil bleiben im Kreis Limburg-Weilburg Corona-Impfungen von Astrazeneca übrig. Deshalb sind Sonderimpftage geplant.

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