Der neue Ausländerbeirat: (vorne, von links) Zweiter Vorsitzender Yusuf Kutlucan, Vorsitzender Mustafa Yüce, Zweiter Vorsitzender Serdar Yilmaz, Integrationsbeauftragte Melanie Weil, (hinten) Aziz Agman, Feiza Yilmaz, Salih Cemal Yilmaz, Mersad Alickovic, Anna Liashko, Driss Laroussi, Seref Özarslan und Bürgermeister Dr. Marius Hahn.
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Der neue Ausländerbeirat: (vorne, von links) Zweiter Vorsitzender Yusuf Kutlucan, Vorsitzender Mustafa Yüce, Zweiter Vorsitzender Serdar Yilmaz, Integrationsbeauftragte Melanie Weil, (hinten) Aziz Agman, Feiza Yilmaz, Salih Cemal Yilmaz, Mersad Alickovic, Anna Liashko, Driss Laroussi, Seref Özarslan und Bürgermeister Dr. Marius Hahn.

Konstituierende Sitzung

Vertreter für Menschen aus 120 Ländern

  • vonRobin Klöppel
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Der Limburger Ausländerbeirat hat mit Mustafa Yüce einen neuen Chef.

Limburg -Mustafa Yüce ist neuer Vorsitzender des Limburger Ausländerbeirates. Der aus Bosnien stammende kaufmännische Leiter einer Baufirma wuchs in Weilburg auf, wohnt aber mittlerweile in der Limburger Kernstadt. Yüce hat politische Erfahrung als SPD-Stadtverordneter in Weilburg, ist aber nach eigenen Angaben aus der Partei ausgetreten.

Der 39-jährige Yüce hatte bei den Ausländerbeiratswahlen auf der Liste "Gemeinsam für Limburg" (GL) als Spitzenkandidat kandidiert und hinter Aziz Agman die zweitmeisten Stimmen errungen. Der neue Vorsitzende Yüce wurde bei der konstituierenden Sitzung des Ausländerbeirates ohne Gegenkandidaten mit neun Ja-Stimmen bei eigener Enthaltung einstimmig gewählt. Auch seine beiden gleichberechtigten Stellvertreter Yusuf Kutlucan (30/Jurist) und Serdar Yimaz (31/Angestellter) kommen von der GL, die unter drei Listen mit 73,39 Prozent die mit Abstand am meisten Stimmen errang und somit neun von 13 Sitzen im Ausländerbeirat stellt.

Laut Yüce ist die GL ein Zusammenschluss Limburger Vereine und Verbände. Bei den Ausländerbeiratswahlen hatten mit "una in diversitate (UID) sowie der "Liste Mosaik" (LiMo) zwei weitere Listen kandidiert, die 13,72 und 12,89 Prozent der Stimmen und jeweils zwei Sitze geholt hatten. Auffällig war, dass in der Sitzung die beiden UID-Vertreter nach Auskunft der Stadt unentschuldigt fehlten. UID-Spitzenkandidat Meysam Ehtemai war früher selbst Vorsitzender des Ausländerbeirates gewesen, hatte aber nach seinem Übertritt von der SPD zur AfD diese Position verloren. Nach Kritik an seiner umstrittenen neuen Parteitätigkeit hatte Ehtemai das Amt 2019 niedergelegt und bei einer Neuwahl erneut kandidiert, dort aber mit nur einer Stimme Differenz hauchdünn gegen Enis Bulut verloren. Diesem hatte Ehtemai vorgeworfen, "Funktionär in der umstrittenen islamisch-politischen Gemeinde Milli Görüs zu sein, die in vielen Bundesländern beim Verfassungsschutz unter Beobachtung steht", Bulut hatte bei der Wahl 2021 nicht mehr kandidiert.

Viele neue

Mitbürger

Der neue Vorsitzende Yüce wünscht sich künftig im Ausländerbeirat einen engen Zusammenhalt aller. Wie Yüce sagte, gebe es eine hohe Population neuer Mitbürger in Limburg, die eine starke Vertretung brauche. "Jeder dritte Limburger Bürger hat Migrationshintergrund", sagte Yüce. Von 2016 bis 2021 habe sich die Zahl der Wahlberechtigten bei der Limburger Ausländerbeiratswahl von 4500 auf 5500 gesteigert. Das Ziel des neuen Ausländerbeiratsvorsitzenden ist, das Miteinander in der Stadt zwischen alteingesessenen und neuen Limburgern zu verbessern. Viele der Mitglieder des Ausländerbeirats seien ja bereits in Limburg oder der Region geboren. Sie seien hier bekannt und erreichten folglich viele Menschen. Der Ausländerbeirat wolle künftig bei Limburger Themen aktiv mitreden, betonte Yüce.

Seit neuestem hat der Ausländerbeirat sogar die Möglichkeit, direkt bei Ausländer betreffenden Themen Anträge an die Limburger Stadtverordnetenversammlung zu stellen. Die Integrationsbeauftragte der Stadt, Melanie Weil, sieht es als gutes Zeichen, dass sich die Zahl der Kandidaten bei den Wahlen verdoppelt, die Wahlbeteiligung mit 613 Wählern auf elf Prozent fast vervierfacht habe. Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) dankte den Mitgliedern im Ausländerbeirat für ihre Arbeit. Enis Bulut, Khorso-Parviz Borhani und Abdolhossian Majdameli wurden mit Präsenten verabschiedet. Der Limburger Bürgermeister sagte, dass es nicht immer einfach sei, sich in komplexen politischen Zusammenhängen zurechtzufinden. Der Ausländerbeirat habe die letzten Jahre dennoch einiges bewegt. Der Magistrat der Stadt sei sehr an einer guten Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat und regelmäßigem Austausch interessiert.

Hahn berichtete, dass Menschen aus 120 Ländern in der Kreisstadt lebten. Da gebe es natürlich auch unterschiedliche Interessen. Der Ausländerbeirat sei das richtige Gremium, alle Dinge fair und anständig anzusprechen. Der scheidende Vorsitzende Bulut meinte: "Es war eine schöne Zeit. Ich drücke euch die Daumen für eure Arbeit." Weil sagte, die Stadt stelle dem Ausländerbeirat pro Jahr erst einmal 2000 Euro für eigene Projekte und für Spenden zur Verfügung. Ob das genug sei, müsse später diskutiert werden. Yüce meinte, es mache Sinn, dass sich der Ausländerbeirat vor jeder Stadtverordnetensitzung treffe, um zu sehen, welche Punkte für den Beirat von Interesse sein könnten.

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