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Die alte Lahnbrücke wird nächstes Jahr saniert und während der Bauarbeiten für den Kfz-Verkehr voll gesperrt. Um Fußgängern und Radfahrern künftig mehr Platz geben zu können, schlagen die Grünen vor, die Ampel am Brückenturm vor die Brückenauffahrt zu verlegen.

Ampel verlegen für mehr Platz?

Verwaltung prüft Grünen-Vorschlag für alte Lahnbrücke

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Geht das? Die alte Lahnbrücke in Limburg nur einspurig befahren lassen, ohne eine Einbahnstraße zu schaffen? Wenn es nach den Grünen geht, ist das möglich. Allerdings sind Zweifel angebracht.

Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer schaffen und trotzdem keine Einschränkungen für Autofahrer auf der alten Lahnbrücke – das soll ein Vorschlag der Grünen ermöglichen, den die Verwaltung nun prüfen wird. Die Ergebnisse der Prüfung sollen in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden, kündigte Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) im Ausschuss an.

Die Grünen schlagen vor, die Ampel am Brückenturm zu versetzen, und diese in der Konrad-Kurzbold-Straße – und zwar vor der Brücke – zu platzieren. Der Vorteil: Die Fahrbahn ließe sich verkleinern, weil es so gar keinen Begegnungsverkehr mehr geben würde. Die Ampel müsste dann aber nachts durchlaufen; bislang schaltet sie um 19 Uhr auf Dauer-Gelb. Vorfahrtsberechtigt im Nadelöhr Brückenturm sind die Fahrer, die stadteinwärts unterwegs sind.

Die alte Lahnbrücke muss dringend saniert werden. Baubeginn ist am Aschermittwoch, 6. März 2019; die Bauarbeiten sollen rund neun Monate bis November dauern. In dieser Zeit ist die Brücke für den Kfz-Verkehr komplett gesperrt.

Sympathie für den Vorschlag der Grünen äußerte SPD-Fraktionschef Peter Rompf in der Ausschusssitzung, allerdings habe er Zweifel, ob er sich umsetzen lasse. „Das ist ein guter Vorschlag, aber er schafft Probleme an anderer Stelle“, sagte er. „Ich räume der Sache wenig Chancen auf Erfolg ein.“

Auch die SPD habe in der Vergangenheit mit dem Gedanken geliebäugelt, die Ampel zu versetzen, habe aber von der Verwaltung eine Abfuhr erhalten: Zum einen würden sich die Umlaufzeiten der Ampel deutlich erhöhen, was zu längeren Wartezeiten führt, zum anderen sei dadurch ein Rückstau bis in den Kreisverkehr möglich.

Auf Ablehnung stößt der Vorschlag bei der FDP. Es gebe schon genug Staus in der Innenstadt, sagte Fraktionschefin Marion Schardt-Sauer. Insofern sei sie skeptisch, stimmte der Prüfung allerdings zu.

Die Verwaltung hatte lange Zeit damit geliebäugelt, auf der alten Lahnbrücke eine Einbahnstraße zu schaffen. Ein mehrwöchiger Test im vergangenen Jahr – es war in dieser Zeit nur noch möglich, die Brücke mit dem Auto stadteinwärts zu befahren – war aus Sicht der Verwaltung erfolgreich. Allerdings wurden kritische Stimmen immer lauter, was denn im Falle eines Staus auf der Lichfieldbrücke passiere.

Die Ende der 1960er-Jahre erbaute neue Lahnbrücke wird vom Jahr 2022 deutlich stauanfälliger sein, weil die Brücke, die aus zwei Bauwerken besteht, abgerissen und neu gebaut wird. Während der vierjährigen Bauphase werden nur zwei Fahrstreifen für beide Fahrtrichtungen zur Verfügung stehen statt bislang vier Fahrstreifen. Sollte es stadtauswärts einen Stau in der Baustelle geben, stände die alte Lahnbrücke als Ausweichmöglichkeit zur Verfügung – sofern sie keine Einbahnstraße wäre.

Eine Einbahn-Regelung auf der alten Lahnbrücke ist dennoch noch nicht ganz vom Tisch. Nach dem abgeschlossenen Neubau der Lichfieldbrücke im Jahr 2026 soll erneut darüber gesprochen werden.

Was für eine Einbahn-Regelung spricht: Die bislang schmalen Fußwege könnten deutlich breiter gestaltet werden und Fußgängern mehr Platz bieten als bislang; auch für Radfahrer wäre die Überquerung der Brücke komfortabler.

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