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In der Limburger Fußgängerzone herrscht auch nach Weihnachten reger Betrieb.

Einkauf

Geschenke umtauschen, Gutscheine einlösen und noch einmal den Christkindlmarkt besuchen

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  • Petra Hackert
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Wer glaubt, das Weihnachtsgeschäft ende mit Heiligabend, der irrt. Auch nach den Feiertagen brummt es weiterhin im Einzelhandel. Die einen tauschen Weihnachtsgeschenke um, die anderen lösen ihre Gutscheine ein, die unter dem Weihnachtsbaum lagen.

„Jeder siebte Kunde tauscht derzeit um“, sagt Verkäuferin Helga Heuser, die seit 25 Jahren bei Vohl & Meyer in der Limburger Innenstadt arbeitet. Zwar verkaufe das Bekleidungsgeschäft auch viele Gutscheine in der Vorweihnachtszeit, aber es gebe immer noch viele Menschen, die statt Geld oder Gutschein ein „Geschenk zum Auspacken“ unter den Weihnachtsbaum legen wollen. Wenn dann der Pullover zu klein oder die Hose zu groß geraten ist oder die Farbe der Jacke dem Beschenkten doch nicht so gut gefällt wie erhofft, tauschen viele ihr Geschenk direkt nach Weihnachten um. „Wir weisen die Kunden darauf hin, wenn gewünscht, möglichst schnell nach Weihnachten zu kommen und umzutauschen“, sagt die Verkäuferin. Die meisten Sachen würden deshalb noch im alten Jahr zurückgegeben; maximal zwei Wochen nach dem Kauf hätten die Kunden Zeit.

Auch im Buchhandel kommt es immer wieder zu Rückläufern. „Gerade bei Bestsellern kann es schnell passieren, dass sie zwei Mal auf dem gleichen Gabentisch liegen. Wir nehmen dann das doppelte Exemplar wieder zurück“, sagt Monja Schaefer, Inhaberin der Limburger Buchhandlung Schaefer. Das war gestern zum Beispiel bei einem Buch der Autorin Nele Neuhaus der Fall, die sich im Herbst und vor Weihnachten sehr gut verkauft habe. Auch ein Buch von Jennifer L. Armentrout „Revenge. Sternensturm“ wurde doppelt verschenkt – eins davon wurde zurückgegeben.

Gutscheine boomen

Um das zu vermeiden, setzen viele gleich auf Gutscheine. „Die sind bei unseren Kunden nach wie vor beliebt“, sagt Christian Schmitt, stellvertretender Filialleiter von Thalia in der Limburger Fußgängerzone. „Gefühlt sind solche Gutscheine in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Wer zum Beispiel jemandem ein Buch schenken will, der sehr viel liest und schon viel hat, für den ist ein Gutschein eine gute Möglichkeit.“

„Das Geschäft mit Gutscheinen boomt“, sagt auch City-Ring-Vorsitzender Reinhard Vohl. Das gelte besonders für die City-Ring-Gutscheine, die in allen Geschäften der Werbegemeinschaft eingelöst werden könnten. Diese seien vor allem bei Firmen beliebt, die sie an ihre Mitarbeiter verschenken, aber auch bei Privatkunden. Er kenne zum Beispiel eine Familie aus Westerburg, die sich vor Weihnachten mit mehreren City-Ring-Gutscheinen eingedeckt habe und gestern in Limburg unterwegs war, um sich ihre Weihnachtsgeschenke zu besorgen.

Es wird gezielt eingekauft

Ein Profi im Umtauschgeschäft ist Elke Weimer. Als stellvertretende Filialleiterin in der Parfümerie Pierre am Neumarkt hat sie eifrig Kunden betreut. Der Andrang ist gut. „Es wird wenig umgetauscht“, stellt sie fest. Das Gutschein-Geschäft sei sehr gut gelaufen. Und offensichtlich wüssten die Kunden schon, welche Geschenke gut ankommen. Diesen Eindruck hat auch Karstadt-Geschäftsführer Jörg Walloschek. „Die Leute sind sehr gezielt unterwegs und kaufen wenig auf Risiko.“ Das sei schon vor Weihnachten so gewesen, daher halte sich der Umtausch in Grenzen. Die Nachfrage sei breitgefächert. Sportartikel, Strümpfe, Bekleidung seien immer aktuell, auf Weihnachten hin auch die Nachfrage nach hochwertigen Uhren, Schmuck, in der Parfümerie, noch einmal angestiegen.

Gegen Mittag füllt sich die Stadt. Immer mehr Menschen sind mit Tüten und Taschen unterwegs – oft nicht aus Plastik, sondern sie haben ihre eigenen Stoffbeutel oder Rucksäcke dabei. Setzt sich da ein Trend durch? „Ich habe jetzt immer einen kleinen Beutel, den man schön zusammenfalten kann, in der Handtasche, sagt Anne aus Niederbrechen. Sie ist mit einer Freundin verabredet. „Direkt zum Einkaufen bin ich jetzt nicht hier, aber wenn ich etwas sehe, was mir gefällt, dann nehme ich es gerne mit“, sagt die 32-Jährige.

Wiebke Floren ist gerne in die Parfümerie Pierre gekommen. Sie weiß, welchen Duft sie mag; und ihre beiden Kinder Lisa und Benedikt begleiten die Waldbrunnerin beim Einkauf. Manchmal macht das Spaß. „Kommt drauf an, wohin wir gehen“, sagt Benedikt verschmitzt. Umtausch-Pläne haben sie nicht. „Wir wollen einfach einmal gucken, was es gibt“, sagt die junge Mutter. Daniela aus Elz geht es ähnlich. Sie hat sich über alle ihre Weihnachtsgeschenke gefreut. Eine Strickjacke war etwas zu klein. „Ich will schauen, ob es sie noch eine Nummer größer gibt. Wenn nicht, ist das auch okay“, meint die 56-Jährige.

Stephanie Schmidt ist aus Obertiefenbach zum Bummeln gekommen. Allerdings sind es weniger die Geschäfte, die sie in die Innenstadt gelockt haben, sondern der Weihnachtsmarkt. „Wir haben es bis jetzt noch nicht geschafft, denn immer, wenn wir kommen wollten, hat es geregnet. Jetzt hat es sich kurzfristig ergeben.“ So steuern sie zunächst die Buden an und genießen es, einen schönen Tag in Limburg zu verbringen. „Weil wir Zeit haben“, so lautet auch spontan die Antwort von Peter und Bianca Kipfstuhl aus Nentershausen. Deshalb sind sie in die Domstadt gekommen, bummeln, suchen nicht gezielt nach Einkaufserfolgen, sondern freuen sich über die entspannte Atmosphäre, auch wenn viele Leute unterwegs sind. „Es ist schön, dass der Weihnachtsmarkt zwischen den Jahren geöffnet hat. Das ist Zeit zum Genießen“, sagt Bianca Kipfstuhl.

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