Mitarbeiterinnen eines Impfzentrums  (Symbolfoto).
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Corona: Sonderimpfungen im Kreis Limburg-Weilburg geplant (Symbolfoto).

Pandemie

Kreis Limburg-Weilburg: Corona-Impfungen bleiben übrig – Sonderimpftag geplant

  • vonRobin Klöppel
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Senioren bekommen im Impfzentrum "Dietkircher Höhe" die lang ersehnte Impfung gegen Corona. Grund sind liegengebliebene Astrazeneca-Impfdosen.

Limburg – Bei einem Sonderimpftag am Samstag im Impfzentrum des Landkreises im Gewerbegebiet "Dietkircher Höhe" haben 626 Menschen aus der Region über 70 Jahre ihre erste Corona-Schutzimpfung bekommen. "Innerhalb von zwei Stunden waren alle Termine weg", berichtet der Pressesprecher des Landkreises, Jan Kieserg. Es handelte sich um Impfdosen des Impfstoffs Astrazeneca, die unter der Woche übrig geblieben waren.

Kieserg kündigt an, dass es schon bald weitere Sonderimpftage geben werde. Es komme dabei immer darauf an, wie viel Impfstoff im Impfzentrum noch übrig sei. Kieserg erklärt, dass nach der Ankündigung des Sonderimpftages über die Medien 634 Termine vergeben wurden. 16 der angemeldeten Personen seien jedoch am Samstag nicht erschienen, so dass noch acht Nachrücker von einer entsprechenden Liste kontaktiert wurden.

Kreis Limburg-Weilburg: Corona-Sonderimpftag durch das DRK und Malteser

Die Bürger, die am Samstag da waren, zeigten sich gegenüber dieser Zeitung mit der Abwicklung der Impfung durch das Deutsche Rote Kreuz und den Malteser Hilfsdienst auf den beiden an diesem Tag offenen Impfstraßen sehr zufrieden.

Auf die Kritik mancher Bürger, warum das Impfzentrum im Normalbetrieb nicht länger geöffnet sei und dies an sieben Tagen pro Woche, antwortet Landrat Michael Köberle (CDU): "Wir hätten ja im Impfzentrum die Kapazitäten, doch was nützen die, wenn wir nicht mehr Impfstoff haben." In jüngster Vergangenheit hätten pro Tag je nach Zuteilung des Landes zwischen 500 und 900 Dosen verimpft werden können. Ab diesen Montag liefere das Land zum ersten Mal mehr Impfdosen und dann würden im Limburger Impfzentrum vorläufig 1200 Menschen pro Tag behandelt.

Corona-Sonderimpftag im Kreis Limburg-Weilburg: Über 100 Personen nicht erschienen

Woher der Impfstoff für den Sonderimpftag kam? Unter der Woche seien es 100 bis 150 Vorangemeldete, so Kieserg, die nicht erscheinen würden. Viele davon sagten ab, weil sie den Wirkstoff Astrazeneca nicht wollten. Bei der Anmeldung für die Impfung in Limburg über das Land könne man sich den Impfstoff, wie der Kreis-Pressesprecher erläutert, nicht frei aussuchen.

Diejenigen, die Samstag kamen, waren Bürger, denen es wichtig war, überhaupt geimpft zu sein, egal mit welchem Wirkstoff. Menschen, die keine Angst hatten, unter den wenigen Personen zu sein, die nach Spritzen des Wirkstoffs Astrazeneca gesundheitliche Probleme bekommen. "Das hier ist alles besser als ungeimpft zu sein", meint der Elzer Claus Scheloske. Deshalb hatte er seine Erstimpfung vorgezogen, als er von dem Sonderimpftag in der Zeitung gelesen hatte.

Sonderimpftag in Kreis Limburg-Weilburg: Tochter meldete Eltern für die Impfung an

Gerhard und Erna Schumann aus Mensfelden hatten eigentlich für Mitte Mai einen Impftermin mit Biontec. Doch als sie vom Sonderimpftag hörten, reagierte ihre Tochter sofort und schon waren sie Samstag dabei. Gerhard Schumann sagt: "Das Positive bei einer Impfung mit Astrazeneca überwiegt. Es ist besser, wenn viele Menschen geimpft sind, als darüber nachzudenken, dass es bei wenigen Probleme mit diesem Impfstoff geben könnte." Seine Frau meint zu Dr. Ralf Mäser, auf dessen Hinweis, ob sie noch Fragen habe: "Was soll ich fragen? Hauptsache, Sie machen das richtig." Der ärztliche Leiter der Malteser sagt lächelnd: "Ich habe geübt."

Elke Friedrich-Telkes ist froh, beim Sonderimpftag dabei zu sein. Sie habe sich Ende März für eine Impfung registrieren lassen, doch bisher keinen festen Termin gehabt, so die 72-Jährige aus Linter. Die öffentliche Diskussion über Astrazeneca verunsichere nur die Menschen. Sie denke nicht groß über den Impfstoff nach. Nach der Impfung vermeldetet Friedrich-Telkes im Ruheraum vor der Heimfahrt: "Ich habe mit dieser Impfung bisher keine Probleme."

Sonderimpftag Kreis Limburg-Weilburg: "Ich bin sehr zufrieden. Alles verläuft hier ohne Hektik."

Keine Nachwirkungen verspürt auch Karl-Josef Stahl. Der 70-jährige Dorndorfer ist voll des Lobes über die Organisation im impfzentrum. "Mit ging es darum, so schnell wie möglich geimpft zu werden", so Stahl. Renate Birod meint: "Ich bin sehr zufrieden. Alles verläuft hier ohne Hektik." Auch die Bad Cambergerin hatte sich Mitte März registrieren lassen - ohne bislang einen Termin bekommen zu haben. "Der Impfstoff war mir egal", sagt sie.

Werner und Marlies Wagner aus Lahr gehörten auch zu den Bürgern, die sich Mitte März für eine Corona-Schutzimpfung hatten registrieren lassen, ohne bisher einen Termin zu haben. Als sie dann vom Sonderimpftag hörten, meldeten sie sich direkt an, "denn es war uns wichtig, beide schnell geimpft zu ein. Der Impfstoff ist uns egal." Wagner verspürt direkt nach der Impfung keine Probleme und sagt: "Ich bin mit dem Ablauf hier sehr zufrieden. Alle sind freundlich." Alfons Becher aus Lahr hatte vorher auch keinen Termin. Darum war er glücklich, schon eine Stunde nach Anmeldung zum Sonderimpftag ein positives Feedback bekommen zu haben. Seine Frau Hiltrud findet die Diskussion über Astrazeneca aufgebauscht. Es sei besser, geimpft zu sein, als keinen Schutz zu haben. Denn die Kontakte mit den Enkeln habe sie die letzten Monate stark vermisst. Alfons Becher vermeldet am Ende glücklich: "Alles okay. Ich habe nicht mal den Einstich gespürt". (Robin Klöppel)

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