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Viel mehr Grabmale sollen erhalten werden

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Von: Sebastian Semrau

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Auch zu dieser Grabstätte auf dem Limburger Hauptfriedhof führte Dr. Gabriel Hefele die Mitglieder des Ortsbeirats. "Dies ist eine der seltenen Anlagen", sagte der Vorsitzende des Denkmalbeirats der Stadt. Sie sei gut erhalten. Umzäunungen für die Gräber waren "üblich und typisch". In diesem Fall ist auch von der Umzäunung und der Kette noch alles da. An vielen anderen Gräbern haben dagegen Diebe zugeschlagen und das Metall gestohlen.
Auch zu dieser Grabstätte auf dem Limburger Hauptfriedhof führte Dr. Gabriel Hefele die Mitglieder des Ortsbeirats. "Dies ist eine der seltenen Anlagen", sagte der Vorsitzende des Denkmalbeirats der Stadt. Sie sei gut erhalten. Umzäunungen für die Gräber waren "üblich und typisch". In diesem Fall ist auch von der Umzäunung und der Kette noch alles da. An vielen anderen Gräbern haben dagegen Diebe zugeschlagen und das Metall gestohlen. © Sebastian Semrau

Denkmalbeirat: "Es gibt noch mehr als Fachwerk" - Rundgang auf dem Limburger Hauptfriedhof mit dem Ortsbeirat

Limburg -Der Limburger Hauptfriedhof steht bereits unter Denkmalschutz. Doch davon betroffen sind auf der 1882 angelegten und mehrfach erweiterten Anlage nur knapp 25 Gräber - aus Sicht des Vorsitzenden des Denkmalbeirats, Dr. Gabriel Hefele, eindeutig zu wenige. Gemeinsam mit Markus Saal, der in der Limburger Stadtverwaltung den Denkmalschutz verantwortlich ist, hat er 200 bis 250 Gräber "als Diskussionsgrundlage ins Auge gefasst" - von den mehr als 4000 auf dem Hauptfriedhof.

Noch stehen Hefele und Saal ziemlich am Anfang - in den "Kinderschuhen", wie der Vorsitzenden des Denkmalbeirat es ausdrückt. Im Beirat habe man das Thema aber bereits diskutiert. Und am Mittwochabend stellte Hefele es den Mitgliedern des Ortsbeirats Kernstadt vor. Dazu ging es nach einer kurzen Präsentation des Themas auf einer Runde über den Friedhof und zu einigen der ausgewählten Grabstätten. "Wir freuen uns, wenn wir eingebunden werden", lobte Ortsvorsteher Sascha Schermert (CDU).

Doch wie ist Hefele überhaupt auf das Thema gekommen? Der Kunsthistoriker und frühere Leiter des Diözesanmuseums berichtete, dass er schon seit dem Jahr 1997 Führungen auf dem Friedhof anbiete. Dabei ging es natürlich immer wieder auch zu verschiedensten Grabstätten. "Vor drei Jahren habe ich dann festgestellt, dass viele Grabstätten nicht mehr da waren. Das waren Steine dabei, die ich bei Führungen vorgestellt habe und die künstlerisch oder historisch wertvoll waren." Also habe er den Leiter des Bestattungswesens eingeladen, doch der habe zunächst gar nicht gewusst, was los ist. Denn außer in Ausnahmefällen war es üblich, dass Gräber nach Ende der Ruhezeit aufgelöst werden.

"Wir sind noch

an der Diagnose

Für Hefele aber gehören zur Kultur und auch zur Identifikation des Friedhofs nicht nur die Gräber von Persönlichkeiten und auch nicht nur die für Laien markanten Stellen. Es geben auf dem Hauptfriedhof viele Gräber, die kulturhistorisch und stadthistorisch wichtig seien. "Wir sind aber noch an der Diagnose. Was gibt es am Friedhof und was ist erhaltenswert?" Daher ist der Vorsitzende des Denkmalbeirats aber nicht nur mit dem städtischen Denkmalpfleger über den Friedhof gegangen. Er hat unter anderem auch Kontakt zum Museum für Sepulkralkultur in Kassel aufgenommen. Auch dessen Experten sollen bei der Erfassung helfen und Hinweise geben.

In einer oder auch mehreren Sondersitzungen des Denkmalbeirats sollen laut Saal die von ihm und Hefele ausgewählten Grabstätten besprochen werden. "Da werden wieder welche rausfallen", ist sich Saal sicher. Die schlussendliche Auswahl solle erneut dem Ortsbeirat vorgestellt werden. Was dann als würdig angesehen wird, entscheide allerdings abschließend das Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden.

Die Finanzen seien bisher noch kein Thema gewesen, sagt Hefele. Aus Saals Sicht sollten diese allerdings nicht auf die Friedhofsgebühren umgelegt werden. Zwei Sanierungen, die wie Dr. Stefan Schäfer (CDU) sagte, von seiner Ortsbeiratsfraktion beantragt wurden, habe man auch aus dem Etat der Denkmalpflege bezahlt. Dabei handelte es sich um das älteste Grab des ehemaligen Bürgermeisters Andreas Schlitt, dessen Frau dort 1882 bestattet wurde, sowie um die Familiengrabstätte des Bauunternehmers Johann Georg Brötz mit Baldachin und Jugendstil-Formen. "Das Blechdach war gestohlen", berichtete Saal.

Diebstahl

ist ein Problem

Überhaupt ist Diebstahl - man möchte es kaum glauben - auf dem Friedhof ein Problem. So sind etwa die Ketten, die es einst um viele Gräber gab, an den meisten Stellen verschwunden. Das gilt auch für einige Bäume, deren Erhalt sich die SPD auf die Fahne geschrieben hat, wie Ortsbeiratsmitglied Oliver Schrangs berichtete. An einige Stellen habe man damit und dem Hinweis auf den Erhalt des Alleen-Charakters bereits Erfolg gehabt,

Hefele geht es aber mehr um den Erhalt von Grabmalen. Zumindest habe man in den Gesprächen mit der Friedhofsverwaltung bereits erreicht, dass "ohne Absprache mit Herrn Saal keine Grabmäler mehr abgeräumt werden". Aus Hefeles Sicht ist es auch wichtig, die Dinge an Ort und Stelle zu belassen. "Es soll nicht ein großer Steinhaufen werden." So wisse beispielsweise niemand, wie einige Grabmale den Weg an die Aussegnungshalle gefunden haben. Für den Vorsitzenden des Denkmalbeirats war es wichtig zu betonen: "Es gibt auch mehr als Fachwerk." Sebastian Semrau

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