Auch an warmen Herbsttagen sollte man schon an den Kachelofen für den Winter denken.
+
Auch an warmen Herbsttagen sollte man schon an den Kachelofen für den Winter denken.

Handwerker in Limburg zufrieden

Volle Auftragsbücher bis zum Frühjahr

  • VonRobin Klöppel
    schließen

Sonderausstellung in der Markthalle zum Thema "Energie & Wohnen"

Die seit über 20 Jahren in Limburg bekannte Messe "Bauen & Wohnen" fiel auch dieses Jahr noch einmal Corona zum Opfer. Dafür veranstaltete das Unternehmen MesseCom am Wochenende eine Sonderausstellung "Energie & Wohnen" in der Markthalle mit 40 Ausstellern, ganz ohne die normal typische Zeltstadt auf dem Neumarkt. MesseCom-Geschäftsführer Jürgen Bürschel erklärte, dass er eine Messe in der normalen Größe dieses Jahr wohl nicht genehmigt bekommen hätte.

Bürschel sagte, dass er aber habe eine Veranstaltung im kleineren Rahmen dieses Jahr trotzdem unbedingt habe durchziehen wollen, weil nach dem Ausfall des Vorjahres die Messe in Limburg nicht in Vergessenheit geraten solle. Die 40 Standplätze seien schnell weg gewesen. Langjährige Aussteller der "Bauen & Wohnen" hätten bei der Vergabe Vorrang gehabt. Er habe aber darauf geachtet, dass sich bei weniger Ständen die vorhandenen Stände ergänzten und nicht mehrere Stände zum selben Thema vertreten seien, erläuterte Jürgen Bürschel.

Reservierung in

einer Zeitzone

Der Großteil der Stände beschäftigte sich mit dem Bauen in all seinen Facetten von der Finanzierung bis zur energetischen Sanierung. Wie Bürschel berichtete, konnten Interessenten der Sonderausstellung sich vorher eine von drei Zeitzonen pro Tag reservieren lassen, damit sie auch sicher reinkommen, falls die festgesetzte Besucherobergrenze von 1000 pro Zeitfenster erreicht sei.

Das war Samstag zum Glück für alle Spontangäste nicht der Fall. "Wir brauchen nicht die Masse an Besuchern, sondern eher die Klasse", merkte Bürschel an. Die Gäste, die kämen, seien auch interessiert und wollten sich eine Fachberatung holen und später etwas bauen, erläuterte er. Wenn die Menschen in einer überfüllten Halle nur durch die Gänge geschoben würden, könnten keine vernünftigen Gespräche mit Ausstellern stattfinden.

Seit Jahren

Stammkunden

Dass die "Bauen & Wohnen" den Ausstellern gute Geschäfte bringe, zeige sich daran, dass fast alle seit Jahren Stammkunden seien. Jürgen Bürschel sagte, dass er selbst auch froh sei, dass wieder etwas stattfinden könne. Denn durch die Pandemie-Zeit sei die Messebranche stark gebeutelt. Er erzählte, dass es mit den Soforthilfen nicht immer so einfach sei, wie es Politiker in der Öffentlichkeit es verkauften. Die MesseCom organisiere beispielsweise jährlich im November eine größere Messe. "Also hätte man doch denken müssen, dass wir eine hohe November-Hilfe bekommen", so Bürschel. Die Wahrheit sei aber, dass man null bekommen habe, weil er sämtliche Rechnungen für die November-Veranstaltung im Oktober schreibe und er für November folglich keinen Umsatz habe nachweisen können. Durch die unsichere Situation seien ihm dann auch noch gute Mitarbeiter abgesprungen.

Der Baubranche dagegen hat Corona nicht geschadet. Meister Nico Thomé vom Unternehmen "Der Dachdecker" erzählte, dass viele in der Corona-Zeit Zeit gehabt hätten, angefangene Bauprojekte daheim anzufangen oder fortzusetzen. Folglich seien bis Frühjahr 2022 die Auftragsbücher voll. Hier gehe es darum, weitere Aufträge für kommendes Jahr zu generieren. Dass die Auftragslage sehr gut sei, höre er auch von Kollegen von anderen Gewerken, sagte Thomé.

Aussteller David Renz von Altsteinpflaster David Renz ist es wichtig, bei Messen präsent zu sein, um potenzielle Kunden kennenzulernen und ihnen seine Dienstleistung zu erklären. Von 100 Personen, die sich am Stand beraten ließen, meldeten sich später um die 40 wieder. Und von denen, die wirklich Interesse hätten, ließen auch die meisten dann etwas machen.

Regionalleiter Jürgen Strohe von "Das Massivhaus Mittelrhein" bezeichnet Messen als Kultur. Messen seien wichtig zur Eigenwerbung. Oft kämen Jahre später noch Kunden, die sagten, man habe sich da und da kennengelernt. Markus Pospischil von Syronorm Balkonsystem meinte, was er verkaufe, würden die Menschen übers Internet nicht verstehen. Darum gehe er seit 2004 regelmäßig auf Messen und bekomme dadurch viele Aufträge. Pascal Kreutz von Antikalk Lotecc sagte, dass sein Unternehmen viel vom Direktverkauf auf Messen lebe. Ohne den Besuch von 60 Messen im Jahr verliere man trotz Online-Shop an Umsatz. Darum sei es Zeit, dass langsam wieder größere Veranstaltungen kämen.

robin klöppel

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare