Maximilian Große-Beck (links), Max Zänker und Niklas Debusmann warben Samstag im Bundestagswahlkampf in der Limburger Fußgängerzone für die EU-weit tätige Volt-Partei.
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Maximilian Große-Beck (links), Max Zänker und Niklas Debusmann warben Samstag im Bundestagswahlkampf in der Limburger Fußgängerzone für die EU-weit tätige Volt-Partei.

Neue paneuropäische Partei baut Stand auf

Volt will in den Bundestag

  • VonRobin Klöppel
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Hessischer Spitzenkandidat wirbt in der Limburger Fußgängerzone. Nur wenige Aktive in der Region.

Limburg -Volt ist eine in allen Ländern der Europäischen Union (EU) sowie in der Schweiz und Großbritannien tätige Partei. Der hessische Spitzenkandidat für die Bundestagswahl am 26. Septmber, Max Zänker, aus Frankfurt hat den Auftakt seiner Sommertour am Samstag am Wahlkampfstand des "City-Teams" in der Fußgängerzone (Ecke Vohl & Meyer) gemacht.

Der 31-Jährige ist als Flüchtlingskoordinator tätig, hilft dauerhaft in Deutschland bleibenden Flüchtlingen bei der Arbeitssuche. Über seine berufliche Tätigkeit kam Zänker auch dazu, sich politisch zu engagieren. Zänker erzählt, dass in Europa immer noch Flüchtlinge in unwürdigen Lagern hausen oder im Mittelmeer ertrinken würden. Dafür brauche es eine internationale Lösung und eine Starke Volt-Partei. Zänker sagt, dass es in Deutschland nicht einfach sei, auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu bekommen. Volt wünsche sich eine Gesellschaft mit Chancengleichheit für alle.

"Das Ziel ist es, bei der Bundestagswahl fünf Prozent zu holen und in den Bundestag einzuziehen", betont Zänker. Darauf werde sich mit voller Kraft konzentriert. Folglich gebe es auch im Wahlkreis Limburg-Rheingau-Taunus (sowie auch im ebenfalls heimischen Wahlkreis Hochtaunus) keinen Direktkandidaten - obwohl es hier mittlerweile ein "City-Team" mit Niklas Debusmann als Koordinator gibt. Zänker hält fünf Prozent für Volt in Deutschland durchaus für ein realistisches Ergebnis. In den Kommunen, wo Volt bei der hessischen Kommunalwahl angetreten sei, habe man zwischen vier und sieben Prozent geholt, den Spitzenwert in Darmstadt. In Frankfurt ist sie künftig mit Grünen, SPD und FDP an der Stadtregierung beteiligt. In den Niederlanden liege die Partei landesweit bei fünf Prozent.

Europäische Union

stärken

So sei ein weiteres Ziel, bei der kommenden Europawahl mit einer eigenen Fraktion ins Europäische Parlament einzuziehen. Dafür brauche man mindestens 25 Abgeordnete. Volt sei die einzige Partei, die in der kompletten EU kandidiere, so Zänker. Grüne beispielsweise gebe es in anderen Ländern zwar auch, doch diese seien eigenständig und müssten etwa in Frankreich nicht dieselben Meinungen vertreten wie in Deutschland. So fordert Volt ein Wahlrecht für dauerhaft hier lebende EU-Ausländer. Die Partei sei bewusst in möglichst vielen Ländern vertreten, denn Max Zänker sagt, dass man nur mit einer starken EU seine Interessen gegenüber Großmächten wie China und Russland wirksam vertreten kann.

Hat Zänker auch Ideen für Limburg? Ihm ist klar, dass die Bürger auf dem Land nicht von heute auf morgen auf ihr Auto verzichten können. Doch er nennt einen Lösungsansatz aus der Schweiz, wo Strecken im öffentlichen Nahverkehr nur in Paketen vergeben würden. Das heiße, wer lukrative Strecken wolle, müsse sich auch verpflichten, weniger rentable Strecken aufrechtzuerhalten. Dazu wünscht er die Einführung eines 365-Euro-Tickets in Deutschland, mit dem Nutzer für einen Euro pro Tag den ÖPNV nutzen könnten.

Niklas Debusmann, der Volt in Limburg leitet, betont, dass es derzeit in der Stadt fünf Aktive gebe. Er habe aber mit vier weiteren Leuten positive Gespräche geführt, so dass hoffentlich bald neue Mitstreiter hinzukommen würden. Niklas Debusmann führt die allgemeine Politikverdrossenheit als Grund an, dass es schwer sei, neue Aktive auch für seine Partei zu finden. Limburg sei für Volt offenbar auch ein schweres Pflaster. Was ihn aber positiv stimme, sei, dass viele der Menschen, die am Wahlkampfstand vorbeigekommen seien, die Ideen der Partei gut fänden.

300 Mitglieder

in Hessen

Zänker ist guter Dinge, dass es viele Bürger gebe, die etwas Neues in der Politik wollten. Da gelte es für Volt jetzt erst einmal, überall Präsenz zu zeigen, Verdrossenheit abzubauen und Vertrauen aufzubauen. Derzeit habe Volt in Hessen 300 Mitglieder und zehn "City-Teams". Wer Volt kennenlernen möchte, kann bei den digitalen "Meets & Greets" des "City-Teams" Limburg donnerstags ab 19 Uhr vorbeischauen. Nähere Informationen darüber gibt es unter www.voltdeutschland.org/limburg im Internet-

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