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Privatdozentin Dr. Katrin Neubauer-Saile sprach über den Bauch.

„Forum Gesundheit“

Auf was bei der Vorsorge zu achten ist

Die richtige Vorsorge treffen – darüber sprachen beim „Forum Gesundheit“ in der Adolf-Reichwein-Schule die internistischen Chefärzte des St.-Vincenz-Krankenhauses Limburg: Privatdozentin Dr. Katrin Neubauer-Saile und Professor Stephan Steiner.

Nicht nur länger leben, sondern auch bei guter Lebensqualität – immer mehr Menschen versuchen, mit einer gesünderen Lebensweise den Alterungsprozess hinauszuzögern. Welche Rolle kommt dabei Vorsorgeuntersuchungen zu? Welche sind wann und für wen sinnvoll? Und welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner? Unter dem Titel „Vorsorge – Internistische Erkrankungen frühzeitig erkennen“ referierten im „Forum Gesundheit“ die beiden internistischen Chefärzte des St.-Vincenz-Krankenhauses Limburg: Privatdozentin Dr. Katrin Neubauer-Saile, Chefärztin der Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie und Notfallmedizin und Professor Stephan Steiner, Chefarzt der Kardiologie, Pneumologie und Internistischen Intensivmedizin.

Außerordentlich viele Besucher hatte es wieder zur Vortragsreihe in die Adolf-Reichwein-Schule gezogen, um sich fachkundigen Rat zu holen. Michael Schneider, Direktor der Kreisvolkshochschule Limburg-Weilburg, begrüßte die Zuhörer. Veranstaltet wird die Vortragsreihe seit mehreren Jahren von der Kreisvolkshochschule in Kooperation mit der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz und der Nassauischen Neuen Presse als Medienpartner.

„In erster Linie geht es bei dem Thema Vorsorge darum, eine Krankheit nicht zu bekommen“, sagte Professor Steiner. „Ist man bereits erkrankt, besteht das Ziel darin, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten.“ Bei den Vorsorgeuntersuchungen, dem „Screening“, versuche man durch systematische Untersuchung, einer Art „Rasterfahndung“, Patienten mit Risikofaktoren herauszufiltern, um dann gegebenenfalls mittels Prophylaxe oder Therapie die Erkrankung zu verhindern oder zu verlangsamen. Zur Diagnose der Koronaren Herzkrankheit kämen dann beispielsweise in Betracht: Ruhe- und Belastungs-EKG, Spiroergometrie, Echokardiographie, Stressecho, Cardio-CT, Magnetresonanztomographie, Herzkatheter, Druckdraht, endovaskulärer Ultraschall sowie Labor. Jedoch müssten immer die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden abgewogen werden.

Die Vorteile des Cardio-CT bestünden darin, dass es nichtinvasiv und schnell ist sowie gute Bildqualität liefere. Aber die Strahlenbelastung für den Patienten sei zu bedenken. Steiners Empfehlung: Ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre zur allgemeinen Gesundheitsuntersuchung den Hausarzt aufzusuchen, der im Gespräch und durch Untersuchung das „individuelle Risikoprofil“ des Patienten ermittelt. Dies erfolge unter anderem durch Blutabnahme, um die Cholesterin- und Blutzuckerwerte zu bestimmen sowie durch Urindiagnostik.

Alle fünf Jahre sollte das kardiovaskuläre Risiko bestimmt werden. Neben Alter, Geschlecht und einer positiven Familienanamnese seien maßgebliche Faktoren: Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und erhöhte Blutfette. Darüber hinaus ging Steiner auf verschiedene Vorsorgeuntersuchungen im Zusammenhang mit bevorstehenden chirurgischen Eingriffen ein. „Ein präoperatives EKG wird für Patienten empfohlen, bei denen Risikofaktoren vorliegen“, sagte der Kardiologe.

Unter dem Titel „Vorsorge für Ihren Bauch“ klärte Dr. Katrin Neubauer-Saile über die Krebsfrüherkennung bei den Bauchorganen auf. In Ihrem Fachbereich sei es wichtig, nicht erst auf Symptome zu warten, denn die Beschwerden, die auf einen Tumor hindeuten könnten, seien vielfach sehr unspezifisch. Ihre Empfehlung: regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, insbesondere die der Koloskopie, auf Deutsch: Darmspiegelung. Je kleiner die aufgespürten Veränderungen sind und je früher sie abgetragen würden, umso größer seien die Erfolgschancen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Vorsorgekoloskopie bei Männern ab dem 50. und bei Frauen ab 55. Lebensjahr. „Mit Hilfe moderner Verfahren können wir Zellveränderungen im Darm bereits in frühen Stadien erkennen und bei der Koloskopie sofort entfernen, so dass unter Umständen kein weiterer Eingriff nötig wird“, so die Chefärztin. Die abgetragenen Proben würden umgehend vom Pathologen untersucht. Das Unangenehmste an allem sei die Flüssigkeit, die man vorbereitend trinken muss, um den Darm zu reinigen.

Anschließend ging sie auf Vorsorgemaßnahmen für den Magen ein, insbesondere Helicobacter Pylori, ein Bacterium, das den Magen besiedeln und Krebs auslösen kann. Die Diagnose erfolge unter anderem durch Magenspiegelung sowie verschiedene Tests. Therapiert werde mittels Antibiotika. Problematisch seien Krebsarten im Bereich von Bauchspeicheldrüse, Galle und Leber. Dafür stünden bislang keine etablierten Vorsorgeuntersuchungen zur Verfügung.

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Informationen und Terminvergabe für Koloskopien im St. Vincenz-Krankenhaus unter Telefon:  (0 64 31) 2 92-43 03.

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