Ausbildung

Warum Gesundheits-Experten demnächst in Limburg studieren werden

  • schließen

In Limburg soll es 2019 ein neues Studienangebot geben. Dabei geht es um eine hochschulzertifizierte Ausbildung im Gesundheitsbereich. Gesundheitsminister Jens Spahn ist Taufpate, CDU-Landtagsabgeordneter Joachim Veyhelmann Initiator.

In Limburg sollen vom nächsten Jahr an Gesundheitslotsen ausgebildet werden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gab gestern den Startschuss in der Marienschule, die bei diesem hochschulzertifizierten Projekt mit der Wilhelm-Löhe-Hochschule in Fürth kooperiert. Nach dem Einstiegssemester müssen die Studierenden allerdings in Franken weitermachen.

Die Idee für das neue Studienangebot entstand aus „purem Zufall“, berichtete Joachim Veyhelmann gestern in der Marienschule. Bei den Bemühungen, einer schwerstbehinderten jungen Frau aus dem Kreis zu helfen, seien seine Mitarbeiterin Christine Freifrau von Münster und er an Grenzen gestoßen – und auf der Suche nach einer kompetenten Anlaufstelle auf die Wilhelm-Löhe-Hochschule. In mehreren Gesprächen sei der Gedanke entwickelt worden, eine vergleichbare Ausbildung im Gesundheitsbereich auch in Limburg zu ermöglichen; zumindest den Einstieg dazu. „Dies ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung in unserer Region“, sagte Veyhelmann.

In einer kleinen Feierstunde applaudierten neben seinen Parteifreunden, Landrat Manfred Michel, Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Willsch, Landtagsabgeordneter Andreas Hofmeister und Stadtverordnetenvorsteher Michael Köberle, unter anderem Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) sowie die Verantwortlichen der beiden Kooperationspartner.

Das zusätzliche Angebot schärfe das Profil der Schule auf mehreren Ebenen, sagte Leiterin Dr. Henrike Zilling. Im beruflichen Bereich würden bereits Pfleger und Erzieherinnen ausgebildet, in der gesamten Schule gehe es auch um Gesundheitsförderung und Bewegung. Andreas von Erdmann, Bildungsdezernent im Bistum, sicherte die Unterstützung des Schulträgers zu. Er freue sich über diese unübliche, aber positive „Lernort-Verknüpfung“ und verspreche sich von dem Vorhaben „viele Früchte“.

Jens Spahn lobte die Initiative, diesen Ausbildungszweig in einer mittelgroßen Stadt wie Limburg einzurichten. „Wir brauchen in allen Bereichen des Gesundheitswesens mehr Fachkräfte“, betonte der Gesundheitsminister.

Prof. Dr. Reinhard Meier-Walser, frisch gebackener Präsident der Wilhelm-Löhe-Hochschule, der für die Inhalte zuständige Prof. Dr. Jürgen Zerth und Udo Simon, Vorsitzender des Kuratoriums der sanoris-Stiftung, die das Projekt mitfinanziert, erläuterten die Details. Die Inhaber des Zertifikats sollen das Wissen um die Hilfsangebote von vielen Trägern, wie zum Beispiel Diakonien, Caritas, Awo, privaten und öffentlichen Dienstleistern auf sich vereinen. So sollen sie ihren Kunden durch die komplexen Strukturen des Gesundheitswesens führen und auch in schwierigen Lebenssituationen kompetent helfen können. Gesundheitslotsen sitzen an den Schnittstellen des Gesundheitssystems, beispielsweise in kommunalen Sozialämtern, in Kliniken und Apotheken, im Sozialdienst und in Personalabteilungen großer Unternehmen.

Der erste Kurs soll im nächsten Jahr mit zehn bis 15 Teilnehmern starten. Nach dem ersten Semester an der Marienschule, die dafür Räume im Hochhaus bereit stellt, müssen die Absolventen allerdings noch eins in Fürth anhängen. Bei einem erfolgreichen Abschluss werden beide Semester für ein anschließendes Hochschulstudium angerechnet. Die Studiengebühr pro Semester beträgt 1600 Euro. Im ersten Semester kommen die Dozenten von Fürth nach Limburg.

(hei)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare