IHK-Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer und IHK-Präsident Ulrich Heep werben für die Wahl.

Interview

Warum die IHK-Wahl so wichtig für die Wirtschaft ist

Mitte Januar erhielten die 13 300 Mitgliedsfirmen die Wahlunterlagen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Limburg wirbt sogar in den Rathäusern für die Wahl zur Vollversammlung. Joachim Heidersdorf fragte IHK-Präsident Ulrich Heep, warum die Entscheidung für die Kammer so wichtig ist.

Wie ist die Wahl bis zur „Halbzeit“ gelaufen?

ULRICH HEEP: Nach Plan. Die Beteiligung ist gut. Das Angebot, erstmals auch online wählen zu können, wird gut angenommen. Bei dieser Premiere gibt es bislang keine Komplikationen.

Was heißt gut?

HEEP: Die Wahlbeteiligung liegt bei allen Kammern in Deutschland unter zehn Prozent. Wir wollen mehr Mitglieder davon überzeugen, dass ihre Stimme wichtig ist.

Deshalb der große Aufwand?

HEEP: Ja. Mit einer hohen Wahlbeteiligung erhalten die Mandatsträger Legitimation und Stärke. Dadurch können sie als Vertreter der Wirtschaft für ihre Kollegen sprechen. Und die Firmen sollten anerkennen, dass sich die 30 Mitglieder der Vollversammlung ehrenamtlich für ihre Interessen und die regionale Wirtschaft einsetzen.

30 Idealisten?

HEEP: Auf jeden Fall. Alle haben in ihren Betrieben genug zu tun und opfern viel Zeit für diese Aufgabe. Die IHK Limburg lebt vom Ehrenamt, getragen von 600 Engagierten. Wir sind kein anonymer Bürokratieapparat, sondern eine Mitmach-Organisation.

Sie haben im Vorjahr signalisiert, nicht mehr als Präsident anzutreten, wollen aber jetzt doch weitermachen. Woher kommt der Sinneswandel?

HEEP: Auf vielfachen Wunsch von verschiedenen Seiten. Wir haben eine neue Hauptgeschäftsführerin und bekommen ein neues Präsidium. Zwei meiner drei Stellvertreter, Christa Oesterling und Leonhard Wagner, scheiden aus Altersgründen aus, Werner Orth will nicht mehr ins Präsidium. Deshalb wäre Kontinuität an der Spitze sicher ganz gut.

Aber das Amt scheint Ihnen doch auch Freude zu machen?

HEEP: Selbstverständlich. Sonst ginge es nicht. Am Ende des Tages kostet mich dieses Ehrenamt viel Geld. Ich führe kein Zeitkonto, doch die meisten Beteiligten wissen, wie stark ich mich einbringe. Ich tue dies aus voller Überzeugung, dass die Arbeit der Kammer sehr wichtig für die gewerbliche Wirtschaft und damit für die gesamte Region ist. Dazu gehört ein aktiver Präsident. Aber ich muss erst einmal gewählt werden.

Nennen Sie bitte mal ein paar aktuelle Beispiele für die Tätigkeit der IHK.

HEEP: Die Diskussion um ein Fahrverbot in Limburg beschäftigt uns sehr. Außerdem beraten wir über die Auswirkungen des Brexit. Die IHK kümmert sich freilich auch hinter den Kulissen um andere Dinge; derzeit etwa um die Berufsschulstandorte. Die Bankenklasse in Limburg steht auf der Kippe, die in Diez ebenso. Wir verhandeln um eine gemeinsame Lösung. Möglich wäre, dass die Azubis ein Jahr nach Limburg und ein Jahr nach Diez gehen. Das wäre für sie jedenfalls besser als die Alternativen Frankfurt und Neuwied. Das Flüchtlingsportal gewinnt zunehmend an Bedeutung. Immer aktuell: Informationen, Aus- und Fortbildung. Wir reden nicht nur mit, wenn es um Industrie- und Gewerbegebiete geht, sondern kämpfen unter anderem für die Verbesserung der Infrastruktur – vom Straßen- bis zum Breitbandausbau. Da haben wir eine starke Stimme, die gehört wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare