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Auch in der Hospitalstraße muss der Kanal ausgetauscht werden. Dazu wird es vermutlich im Jahr 2023 kommen.

Limburg muss tief in die Tasche greifen

Was die Stadt mittelfristig investieren muss

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Städtische Wohnungen müssen modernisiert, Straßen ausgebaut und Kanäle saniert werden

Am kommenden Montag sollen die Stadtverordneten den Limburger Haushalt beschließen und damit bestimmen, was die Stadt im nächsten Jahr ausgeben und investieren darf. Aber auch in den Folgejahren zeichnen sich schon jetzt notwendige Investitionen ab. Einen Überblick über die mittelfristigen Ausgaben hat nun der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) den Stadtverordneten vorgelegt. Die größte Einzelinvestition ist der politisch bereits beschlossene Neubau der Hauptwache der Feuerwehr an der Ste.-Foy-Straße. Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) beziffert die dafür zu erwartenden Kosten auf zehn Millionen Euro.

Und das sind mittelfristig weitere Investitionen der Stadt:

Wohngebäude: Die Stadt verfügt über 127 Wohnungen (dazu kommt weiterer Wohnbesitz über zwei städtische Stiftungen). Viele der städtischen Wohngebäude sind aber schon 40 bis 50 Jahre alt und deshalb werden, wie der Erste Stadtrat in dem Papier erklärt, "hohe Sanierungskosten in Sanitärtechnik, Heizungstechnik und Abwassertechnik anfallen".

Ebenso würden viele der Gebäude mit vielen kleinen Räumen "keine zeitgemäßen Grundrisse" und "nur ganz wenige Wohnungen barrierefreie Grundrisse" aufweisen, was vor allem für die zunehmend älteren Mieter zu einem Problem werde.

Stanke kündigt eine gutachterliche Beurteilung der städtischen Gebäude an mit dem Ziel, auf wirtschaftlicher Basis eine Aussage darüber treffen zu könnten, was sinnvoller ist: sanieren oder neu bauen. Dabei soll der Fokus nicht nur auf Barrierefreiheit, sondern auch auf den Energieverbrauch gelegt werden.

Die Stadt Limburg will ausdrücklich am städtischen Wohnungsbestand festhalten. "Es bleibt zu berücksichtigen, dass es in Limburg einer großen Anzahl günstiger Wohnungen bedarf, die sich über den freien Wohnungsmarkt offensichtlich nicht regeln lässt", schreibt Stanke in der Mitteilung an die Stadtverordneten. "Dabei müssen die Wohnungen keinen großen Gewinn abwerfen, aber Investition und Miete, Bewirtschaftung und Verwaltung sollten nicht verlustreich sein."

Straßenausbau: In der Mitteilung an die Stadtverordneten geht Stanke auch auf den "notwendigen Endausbau" von Straßen sowohl in Gewerbegebieten als auch in Neubaugebieten ein.

In folgenden Gewerbegebieten steht der Endausbau der Straßen in der Prioritätenliste ganz oben:

Brunnenstraße (Lindenholzhausen); Kosten: 280 000 Euro.

Im Dachsstück (Offheim); Kosten 420 000 Euro.

Nördlich der Kapellenstraße (Offheim), 3,3 Millionen Euro.

Alte Limburger Straße (Offheim), 1,45 Millionen Euro.

Der Stadt scheint dabei selber etwas peinlich zu sein, dass der Endausbau in Gewerbegebieten in der Vergangenheit immer wieder verschoben wurde. Dass dies nicht endlos so weitergehen kann, begründet Stanke auch mit den Verkaufsverträgen, da die Gewerbegrundstücke als "erschlossen" verkauft worden seien. Zu Deutsch: Der Straßenendausbau ist von den Unternehmen bereits bezahlt worden - nur die ausgebaute Straße lässt auf sich warten. Schon allein aus "Gründen der Wirtschaftsförderung" müsse die Stadt ein Interesse an einem "ordentlichen Umfeld" durch hergestellte Straßen haben - auch, weil dies von den Firmen immer wieder eingefordert werde.

In den Wohngebieten sieht die Prioritätenliste beim Endausbau wie folgt aus:

Dietkirchen: Am Bildstock, Gondorfer Straße, Koberner Straße (770 000 Euro).

Offheim: Schöne Aussicht (140 000 Euro).

Staffel: Berliner Straße (430 000 Euro), Auf dem Weißen Stein, (1,4 Millionen Euro).

Linter: Kirberger Weg (200 000 Euro), Töpfer Erde (810 000 Euro).

Eschhofen: Hintere Seite (380 000 Euro).

Kanalsanierung: Von den in dem städtischen Papier aufgelisteten sieben Straßen, in denen die Kanäle in den nächsten Jahren saniert werden müssen, befinden sich allein vier in Offheim. Im nächsten Jahr soll es aber erst einmal in der Westerwaldstraße zwischen der Lichfieldbrücke und der Einmündung in die B 8 weitergehen. Ebenfalls für das nächste Jahr steht die Langstraße in Offheim (einschließlich Teilstück Limburger Straße) auf der Liste.

2022/23 soll es eine Baustelle in der Hospitalstraße geben. Auch hier muss der Kanal erneuert werden. 2024/25 steht die Hochstraße in Offheim auf der Liste (einschließlich Teilstück Limburger Straße). Auch die Jahnstraße in Offheim (Abschnitt bis St.-Rochus-Straße) steht auf dieser Liste; angedacht ist eine Kanalsanierung 2026/27. Der Kanal in der Sudetenstraße in Offheim soll 2028/2029 saniert werden. Die Liste wird komplettiert mit der Gartenstraße in Linter mit einer Kanalsanierung 2030/2031.

Um nur die Kanäle in diesen sieben Straßen auszutauschen, muss die Stadt schon geschätzt knapp 1,8 Millionen Euro investieren. Dazu kommen die Baukosten für den neuen Straßenbelag und neue Gehwege von immerhin knapp 5,9 Millionen Euro. dick

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