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Weißt Du noch, wie das damals war?

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Von: Nadja Quirein

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Schwelgten in Erinnerungen und kamen ins Gespräch miteinander: (von links) Heinz Becker mit Carla Becker und Valentin Bleul sowie Anneliese Bleul anlässlich der Ausstellung „30 Jahre Heimatpflege Eschhofen“.
Schwelgten in Erinnerungen und kamen ins Gespräch miteinander: (von links) Heinz Becker mit Carla Becker und Valentin Bleul sowie Anneliese Bleul anlässlich der Ausstellung „30 Jahre Heimatpflege Eschhofen“. © Nadja Quirein

Seit 30 Jahren kümmert sich ein Verein liebevoll um die Heimatkunde

Eschhofen -Schon vor der offiziellen Ausstellungseröffnung anlässlich des 30-jährigen Bestehen des Vereins „Arbeitskreis Heimatpflege Eschhofen“ passierte an vielen Stellen im Bürgerhaus genau das, was sich der Verein erhofft hatte: Die Besucher kamen miteinander ins Gespräch und schwelgten in Erinnerungen. Jung und Alt standen gemeinsam vor den Stellwänden, auf denen nicht nur Fotos aus vergangenen Zeiten zu sehen waren, sondern auch Texte, beispielsweise aus Kirmeszeitschriften, Kirmeslieder oder Daten der einstigen Gaststätten.

„Weißt Du noch damals?“, lautete wohl eine der häufigsten Fragen, die am vergangenen Wochenende im Bürgerhaus gestellt wurde. Manch einer entdeckte sich selbst auf den Fotos zusammen mit seinem Kirmesjahrgang, andere entdeckten ihre längst verstorbenen Verwandten auf den teils mehr als 70 Jahre alten Abbildungen.

Es sei ihnen ein Anliegen gewesen, mit der Ausstellung auch die jüngere Generation anzusprechen, erklärte Vereinsvorsitzender Daniel Stenger. Das sei einer der Gründe gewesen, warum sich diese Ausstellung neben der Vorstellung von Bildstöcken auf das Thema Kirmes und die Gaststätten von Eschhofen, in denen einst die Kirmes gefeiert wurde, konzentrierte. „Kirmes ist ein wichtiges Thema in Eschhofen und verbindet die Generationen“, waren sich die Verantwortlichen einig.

Auch mit dieser Annahme lagen sie goldrichtig: Eine Vielzahl an Menschen unterschiedlichen Alters kam bereits kurz nachdem sich die Türe zu der zweitägigen Ausstellung öffnete.

Von 13 Gaststätten gibt es noch eine

Die zusammengetragenen Fotos und Informationen zu der Fülle an Gaststätten nahmen die Gäste mit auf eine Zeitreise. Insgesamt wurden 13 Gaststätten, die es seit etwa 1820 in Eschhofen gab, und ihre Geschichte vorgestellt. Nicht nur die Pächter oder die Ausstattung der Gastwirtschaften änderte sich, auch deren Anzahl. So seien zur Jahrtausendwende nur noch vier dieser Gaststätten in Eschhofen zu finden gewesen und heute nur noch eine, erklärte Gerd Stillger vom Vorstand.

Die Erinnerungen daran hält der Verein wach - durch die fortlaufende Dokumentation und die Vielzahl an Informationen im vereinseigenen Archiv. Auch die Besucher Heinz Becker und Carla Becker erfreuten sich über diese spannende Aufbereitung der Materialien und reisten gedanklich zurück in eine Zeit, in der es beispielsweise in der Gaststätte „Zur Stadt Limburg“ noch gesellig zuging. Die Wirtin Tante Rosa sei vielen noch ein Begriff, erklärte Heinz Becker. Sie sei eine besondere Wirtin gewesen, die, wenn es ihr mal zu lange dauerte, die Gäste auch gerne mal sich selbst überließ.

Langjährige Mitglieder geehrt

Doch nicht nur an den Stellwänden, auch in anderen Bereichen im Raum spiegelte sich das rege Dorfleben in Eschhofen durch die Ausstellung charakteristischer Symbole wider: So konnten beispielsweise ein Kirmeshemd, Kirmeskrüge und die „Heiligtümer der Kirmes“, die bunten Kirmesfahnen, bewundert werden. Sie dienten ebenfalls als Gesprächsimpuls und erfüllten diesen Zweck auf ganzer Linie.

Die Wichtigkeit der Heimat betonten auch Landrat Michael Köberle (CDU), Bürgermeister Dr. Marius Hahn und Ortsvorsteherin Ulrike Jung (beide SPD). Sie alle dankten dem Verein für seine Arbeit, zu der nicht nur die Ausrichtung heimatkundlicher Veranstaltungen und die Erforschung der örtlichen Geschichte und Aufbau eines Archivs zählt, sondern unter anderem auch die Erhaltung historischer und religiöser Gebäude, Feldkreuzen und Bildstöcken. Es sei eine sehr wertvolle Arbeit, die der aus dem seit 1979 bestehenden Arbeitskreis Heimatpflege 1992 als Verein hervorgegangener Zusammenschluss engagierter Eschhöfer leiste, waren sich die Redner einig.

Anlässlich der Feierlichkeit wurden zudem langjährige Mitglieder geehrt: Dankesworte, eine Urkunde und ein neugestaltetes Eschhofen-Glas erhielten Anneliese Bleul, Valentin Bleul, Dieter Nink, Dieter Zell, Gerhard Bagrowski, Heinz Becker und Ingrid Weimer. Cornelia Lucchesi, Marianne Schmitz, Doris Born, Berthold Fluck, Hiltrud Lanzendörfer, Inge Fluck, Karl Zimmermann, Karl-Heinz Raab und Klaus Kossek sind dem Verein ebenfalls seit 25 Jahren treu, konnten ihre Auszeichnung aber nicht persönlich entgegen nehmen.

Um die Arbeit des Vereins zu unterstützen, können Interessierte für einen Jahresbeitrag von 6,50 Euro dem Verein als Mitglied beitreten. Anmeldung und Informationen dazu erteilen Pressewart Gerd Stillger und Vorsitzender Daniel Stenger. Nadja Quirein

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