Der Bildschirm in der Info-Stele zwischen dem Rathaus und Karstadt in Limburg soll ersetzt werden durch eine Skulptur.
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Der Bildschirm in der Info-Stele zwischen dem Rathaus und Karstadt in Limburg soll ersetzt werden durch eine Skulptur.

Immer noch keine Entscheidung der Limburger Stadtverordneten

Welche Kunst kommt in diese Stele?

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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CDU-Fraktionschef hadert mit Vorschlag des Magistrats und wünscht "lokalen Bezug"

Limburg Es muss schon einen Grund geben, warum sich auf das Substantiv "Stelen" ausgerechnet das Verb "quälen" reimt. Denn die quälend lange nicht beantwortete Frage, wie mit den drei rostroten Info-Stelen in der Innenstadt (vor dem Rathaus sowie in der Nähe von Kornmarkt und Bahnhofsplatz) umgegangen werden soll, bleibt weiterhin offen, weil die Stadtverordneten sich vertagt haben. Die Stelen stehen seit Jahren in der Kritik, weil die Betriebskosten hoch und der Nutzen gering ist, denn sie werden weitgehend ignoriert (siehe auch Info-Kasten).

Teile der CDU und Teile der SPD haben weiteren Beratungsbedarf, weshalb der Haupt- und Finanzausschuss sich mit den Stelen nach der politischen Sommerpause noch mal befassen wird.

Der Magistrat schlägt vor, zwei der drei Stelen (in der oberen und unteren Bahnhofstraße) abzumontieren und bei der Neugestaltung des Stadtparks Blumenrod als "Kunstobjekt" zu verwenden.

Der noch genutzte Stelen-Standort kurz vor dem Bahnhofsplatz soll künftig Platz für eine elektronische Fahrgastinformation bieten mit den Abfahrtszeiten von Bussen und Bahnen. Trotz der Vertagung ist sicher, dass dies so kommen wird.

Die dritte Stele vor dem Rathaus (gegenüber von Karstadt) soll hingegen nach dem Willen des Magistrats stehen bleiben und für ein Kunstobjekt des Künstlers Peter Walker aus Limburgs englischer Partnerstadt Lichfield zur Verfügung stehen: Dort, wo sich noch der Bildschirm befindet, soll eine rund 35 Zentimeter hohe Bronze-Skulptur aufgestellt werden. Sie soll der zivilen Opfer von Kriegen gedenken und zeigt ein Kind mit verbundenen Augen.

Im Prinzip war sich die Koalition aus CDU und SPD darin einig, wenigstens über die Demontage der Stelen in der unteren und oberen Bahnhofstraße (am Kornmarkt und am Bahnhofsplatz) abstimmen zu können. Aber der Stadtverordnete Paul-Josef Hagen (SPD) bat in der Sitzung spontan um eine Vertagung. Wenn schon die Stele vor dem Rathaus für Kunst genutzt werden solle, warum sei das nicht auch mit der Stele in der Nähe des Kornmarkts möglich, fragte er und bat um Prüfung durch den Magistrat.

Auf Anfrage teilt Hagen mit, die Stelen hätten die Stadt nun mal sehr viel Geld gekostet, und da stelle sich die Frage, ob es nicht besser sei, wenigstens zwei Stelen stehen zu lassen und als Kunst zu nutzen. "Da hätten wir dann etwas Originelles", sagt er.

Ob die Stele in der Nähe des Kornmarkts deshalb doch stehen bleibt oder abgebaut wird, wird sich erst nach der politischen Sommerpause entscheiden.

Aber auch die CDU ist nicht in Gänze mit dem Vorschlag des Magistrats einverstanden. Auf Anfrage teilt Fraktionschef Dr. Christopher Dietz (CDU) mit, die Stele am Rathaus sei für ein Kunstobjekt zwar durchaus geeignet, ob es aber unbedingt die vom Magistrat vorgeschlagene Kunst des englischen Künstlers sein müsse, stelle er persönlich infrage und wolle das in seiner Fraktion diskutieren. "Da fehlt mir einfach der lokale Bezug zu Limburg", sagt er. Da deutet sich ein Änderungsantrag an. Stefan Dickmann

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